Trikottausch mit Luka Modric
Gerolfing fiebert bei der EM mit Slowenien: Bruder von Trainer Den Lovric im Kader

12.06.2024 | Stand 12.06.2024, 12:37 Uhr |

Tausch mit einem Weltfußballer: Beim Nachbarschaftsduell der Slowenen mit Kroatien sicherte sich Sandi Lovric das Trikot von Real-Madrid-Star Luka Modric. Der Bruder von Sandi Lovric spielt beim FC Gerolfing bald in der Bezirksliga Oberbayern Nord. Foto: privat

Im Ingolstädter Stadtteil Gerolfing wird bei der Fußball-EM sowohl Deutschland als auch Slowenien die Daumen gedrückt: Der Bruder des spielenden Co-Trainers Den Lovric steht im Kader der Slowenen.



Sandi Lovric hat die Profikarriere geschafft, die auch Den an seinen Stationen wie Wacker Burghausen oder fast bei Thomas Tuchel beim FC Augsburg anstrebte. Den drückt den „Drachen“, wie die slowenische Nationalelf genannt wird, natürlich beide Daumen. Das hängt einerseits mit seiner eigenen Staatsangehörigkeit zusammen, andererseits – und vor allem – wegen seinem Bruder Sandi, der zum 26-köpfigen EM-Aufgebot zählt. „Wir alle sind total happy, dass er dabei ist“, sagt Den Lovric, der als spielender Co-Trainer des FC Gerolfing und von anderen Stationen einer der bekanntesten Fußballer der Region ist.

Den Lovric ist zweifacher Polizei-Europameister



1993 siedelte seine Familie aus beruflichen Gründen von Slowenien nach Österreich über. Fünf Jahre später wurde dort Sandi geboren, der mit 15 Jahren des Fußballs wegen von Lienz nach Graz ging – um dort bereits mit 16 sein Profi-Debüt zu feiern. „Im Gegensatz zu mir hat er es geschafft“, sagt Den Lovric ganz ohne Neid. Eines hat der 34-Jährige seinem acht Jahre jüngeren Bruder trotzdem voraus: Er ist schon zweimal Europameister geworden – und zwar mit der deutschen Polizei-Nationalmannschaft.

Mehr dazu lesen Sie in unserem Interview mit EM-Spieler Sandi Lovric

Den Lovric wäre fast bei Thomas Tuchel gelandet



Als Teenager war Den Lovric auch slowenischer Juniorennationalspieler und träumte ebenfalls von der großen Karriere als Profifußballer. 2005 hatte er sogar Thomas Tuchel, damals Juniorentrainer beim FC Augsburg, von seinem Talent überzeugt. Der Wechsel scheiterte jedoch aus anderen Gründen, genauso wie ein mögliches Engagement beim SC Freiburg. „Über meinen Spielerberater Michael Koppold bin ich dann bei der U19 von Wacker Burghausen gelandet“, erzählt Den Lovric über den bekannten Langenmosener. Nach 45 Spielen in der U19-Bundesliga zog es den Mittelfeldspieler im Jahr 2009 zum TSV Rain/Lech (156 Spiele in der Bayern- und Regionalliga). Seitdem ist er in der Region Ingolstadt heimisch und hier auch als Polizeibeamter im Einsatz. Den Lovric wurde schließlich Spielertrainer beim SV Karlshuld und ist mittlerweile seit einem Jahrzehnt in Gerolfing am Ball.

Sandi Lovric schoss ein Traumtor gegen Meister SSC Neapel

Mit seinem Bruder Sandi telefoniert er mehrmals wöchentlich per WhatsApp-Videocall. Dabei geht es aber nicht – wie man meinen könnte – nur um Fußball. „Wir sind beide Familienväter“, sagt Den Lovric und berichtet lachend von einem Kuriosum: „Wenn man um Ingolstadt einen Zirkel dreht, dann sind Sandis bisherige Vereine immer fünf Stunden weg. Und alle haben die Vereinsfarben schwarz-weiß.“ Das war bei Sturm Graz in der Steiermark genauso wie beim FC Lugano in der Schweiz oder jetzt Udinese Calcio in Italien. Bei all diesen Stationen hat Den Lovric seinen erfolgreichen Bruder mehrmals live im Stadion verfolgt. „Höhepunkt war fast genau vor einem Jahr die Partie gegen den späteren Meister SSC Neapel. Sandi hat ein wunderschönes Tor zum 1:0 geschossen. Das war sehr emotional“, berichtet der 34-Jährige, der auch jetzt bei der EM so oft wie es geht, vor Ort mit dem Bruder und Slowenien mitfiebern wird: in Stuttgart (gegen Dänemark), in München (gegen Serbien) und in Köln (gegen England).

Glück in der Ticketverlosung bei der Fußball-EM



Neben dem Freikarten-Kontingent von Sandi hatte die fußballverrückte Familie (Papa Martin ist wie der mittlere Bruder Sven Trainer in Österreich) auch bei der Ticket-Verlosung Glück. „Unsere Mama ist sowieso immer dabei, wenn es um Fußball geht“, sagt Den Lovric.

dno