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Gelbe und rote Karte für Sportwetten: Suchtambulanz klärt auf

20.06.2024 | Stand 20.06.2024, 7:04 Uhr |

Caritas-Suchttherapeutin Marie Lehner zeigt der ausufernden Sportwettenwerbung die gelbe und rote Karte. Foto: Caritas-Suchtambulanz Ingolstadt

Die Caritas-Suchtambulanz Ingolstadt leistet Aufklärung gegen Glücksspielsucht. Suchttherapeutin Marie Lehner, die über langjährige Erfahrung im Bereich Glücksspielsucht verfügt, hat vor einigen Tagen mit einem Informationsstand in der Ingolstädter Fußgängerzone pünktlich zum Beginn der Fußball-Europameisterschaft auf die Problematik hingewiesen.

Symbolisch zeigte sie der ausufernden Sportwettenwerbung schon einmal die gelbe und rote Karte. Auch während des laufenden Turniers wird sie bei verschiedenen Public-Viewing-Events Präsenz zeigen.

Nach Mitteilung der Landesstelle Glücksspielsucht (LSG) in Bayern ist Sport insbesondere für die Anbieter von Sportwetten ein Milliardengeschäft. „Sie locken Millionen von Menschen in ihre Wettbüros und auf ihre Homepages, versprechen viel Spaß beim Wetten und natürlich schnelle und hohe Gewinne. Doch hinter diesem vermeintlichen Spaß verbirgt sich eine ernsthafte Gefahr“, heißt es in einer Pressemitteilung der LSG.

„Wirklich guter Sport braucht keine Wetten“

Konrad Landgraf, Geschäftsführer der LSG in Bayern und Suchtexperte, warnt: „Sportwetten sind nichts anderes als Glücksspiel – sie sind gefährlich, weisen ein hohes Suchtpotenzial auf und vermitteln vor allem jungen Menschen den Eindruck, sie könnten mit Wissen über Sport dauerhaft gewinnen.“ Doch dieser Schein trüge, betont Landgraf: „Den Ausgang eines Fußballspiels kann man nicht vorhersagen, ein Gewinn ist nicht garantiert, und die Verluste sind kaum begrenzbar. Mit Sportwetten geht der eigentliche Spaß am Sport verloren, denn wirklich guter Sport braucht keine Wetten.“

Rund 1,4 Millionen Deutsche sind spielsüchtig

Auch die Leiterin der Caritas-Suchtambulanz Ingolstadt, Monika Gabler, rät von Anfang an zu einem besonnenen Umgang mit Sportwetten und dem eigenen hart verdienten Geld. Denn Glücksspielsucht ist ein ernstes Problem, wie aktuelle Zahlen zeigen. Allein die Anzahl der Menschen mit einer Störung durch Glücksspielsucht wird laut der LSG in Deutschland auf rund 1,4 Millionen geschätzt.

Die Caritas-Suchtambulanz Ingolstadt hat eine Fachstelle Glücksspielsucht. Diese ist zu erreichen in der Jesuitenstraße 1 in Ingolstadt, telefonisch unter (0841) 309300 und per E-Mail an suchtambulanz@caritas-ingolstadt.de. Informationen gibt es online unter www.caritas-suchtambulanz-ingolstadt.de.

DK