Faschingsmaut am Kreuztor
Förderverein sammelt Geld für den Erhalt des historischen Bauwerks

12.02.2024 | Stand 12.02.2024, 20:02 Uhr

Eine jahrhundertealte Tradition wird fortgesetzt: Auch in diesem Jahr sammelt der Förderverein Kreuztor Pflasterzoll – dieser wird für den weiteren Innenausbau des Wahrzeichens verwendet. Foto: Brandl (Archiv)

Eine seit 19 Jahren bestehende Tradition wird am Faschingsdienstag, 13. Februar, am Kreuztor fortgesetzt. Von 10 bis 12 Uhr kassiert der Förderverein Kreuztor von passierenden Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern die Faschingsmaut, eine freiwillige Abgabe, die mit einem Augenzwinkern an den „Pflasterzoll“ erinnern soll.

Seit 2005 stehen Mitglieder des Vereins in historischem Gewand, verkleidet als Torwachen, jedes Jahr am Eingang des 600 Jahre alten Wahrzeichens. Der erbetene Obolus kommt dem Innenausbau des Kreuztores zu Gute, das der Förderverein von der Stadt angemietet hat. Der im Jahr 2003 gegründete Verein möchte somit die Nutzung des Tors für kulturelle Veranstaltungen wie Ausstellungen, Lesungen oder Führungen für alle Ingolstädter zugänglich halten. Nach und nach wird durch Spenden und Mitgliederbeiträge der Erhalt des Bauwerks finanziert. In den vergangenen Jahren wurden beispielsweise bereits Toilettenanlagen, Treppen, Elektroanlagen und eine Heizung installiert, weitere Maßnahmen sind in Planung.

Diese jährliche Tradition der Faschingsmaut hat einen historischen Hintergrund. Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage an den bedeutenden Kaufmannsrouten von Norden nach Süden sowie von Westen nach Osten, ist Ingolstadt stets ein wichtiger Handelspunkt gewesen. Bereits an den Stadttoren wurden im Mittelalter Zölle und Abgaben auf Güter wie Salz, Wein, Eisen oder Holz, aber auch für die Nutzung und Erhaltung der Straßen und Verkehrswege eingefordert. Wer durchs Tor wollte, musste zahlen. Bei Lastfuhrwerken wurde der Zoll nach der Anzahl der vorgespannten Pferde berechnet.

Ob klapprige Pferdegespanne oder stählerne Rösser, mit welcher Art von Gefährt das Kreuztor passiert wird, dürfte den Torwachen am Faschingsdienstag jedoch egal sein.

DK