Lob für Sabrina Wittmann
FC Ingolstadt: Pascal Testroet über die vielen Trainerwechsel bei den Schanzern

18.05.2024 | Stand 18.05.2024, 11:25 Uhr

Wenn Pascal Testroet in dieser Saison auf dem Platz stand, waren die Schanzer deutlich erfolgreicher als ohne den Stürmer. Foto: Bösl

Bei Ex-Klub SV Sandhausen läuft Pascal Testroet mit den Schanzern an diesem Samstag (13.30 Uhr/Magenta Sport) zum Abschluss der Saison in der 3. Liga auf. Zuvor spricht der 33-Jährige über die vielen Trainerwechsel beim FC Ingolstadt, seine persönliche Bilanz und den Anspruch an die neue Spielzeit.



Als im Sommer 2023 der neue Spielplan der 3. Liga veröffentlicht wurde, ertappte sich Stürmer Pascal Testroet mit Blick aufs Saisonende vermutlich bei einem ähnlichen Gedanken wie viele hoffnungsfrohe Fans des FC Ingolstadt. „Das könnte ein interessanter letzter Spieltag werden, an dem es für eines oder beide Teams noch um den Aufstieg gehen könnte. Ich habe Dresden, den SVS und uns zu Beginn schon als die drei stärksten Teams gesehen“, sagt Testroet.

Besagtes Trio hat mit dem Aufstiegskampf aber nichts mehr zu tun, so geht es für die Schanzer an diesem Samstag beim SV Sandhausen nur noch um einen versöhnlichen Abschluss einer erneut verkorksten Runde. Testroet (2021/22 beim SVS) hofft „zumindest auf eine Schlussplatzierung in der oberen Hälfte der Tabelle“, die mit einem Sieg des FCI (53 Punkte, Rang zehn) in Sandhausen (55) sicher wäre.

Testroet sieht Parallelen zur vergangenen FCI-Saison

In einer Zeitschleife gefangen wie der von Bill Murray verkörperte TV-Wetterfrosch Phil in „Und täglich grüßt das Murmeltier“ fühlt sich Testroet nicht. Dennoch erinnert ihn die aktuelle Saison in Zügen an 2022/23, als die Schanzer ebenfalls eine gute Ausgangsposition zum Jahreswechsel aus der Hand gaben. „Es ist mit Sicherheit auch eine Art von Kopfsache, und dass man vor Augen hatte, ein zweites Jahr in Folge unten reinrutschen zu können“, meint der 33-Jährige, der sich über den FCI-Absturz heuer umso mehr ärgert, „weil wir gerade zum Ende der Hinrunde richtig stark waren. Da hatte ich das Gefühl, dass kommen konnte, wer wollte: Wir hauen die weg!“

Die Schanzer Stärke überlebte den Jahreswechsel nicht. Nach nur vier Siegen in 14 Partien grüßte doch ein Murmeltier vom Audi-Sportpark – und mit Michael Köllner wurde mal wieder ein Trainer entlassen. „Das tut weh“, bekennt Vizekapitän Testroet. „Ein Trainer wird nur entlassen, wenn Misserfolg da ist, und den haben wir Spieler zu verantworten. Rüdiger Rehm, Guerino Capretti, Michael Köllner – das ist jetzt die dritte Entlassung gewesen. In meiner bisherigen Karriere hatte ich davor nur eine miterlebt – jetzt drei in knapp zwei Jahren. Das ist überhaupt nicht schön.“

Testroet lobt FCI-Trainerin Wittmann

Neu ist die Situation auch für Köllner-Nachfolgerin Sabrina Wittmann, die zuvor im Nachwuchsbereich der Schanzer gearbeitet hatte. „Ich fand es toll, wie authentisch sie in ihrer ersten Besprechung gesagt hat, wie komisch die Situation für sie ist, weil sie nun nicht mehr vor Jugendlichen steht, sondern Erwachsenen“, lobt Testroet und berichtet davon, wie man Wittmann den Spaß an der Arbeit anmerke. „Was Sabrina in den ersten zwei Wochen reingebracht hat, ist sehr positiv. Sie wird von Tag zu Tag noch mutiger und beißt sich immer mehr rein.“ Einen Verbleib der 32-Jährigen im Trainerstab der Ingolstädter würde Testroet „100-prozentig unterschreiben“.

Mit seiner eigenen Ausbeute im zweiten Jahr an der Donau ist Testroet (sechs Tore, acht Vorlagen; 2022/23 waren es acht Treffer und sieben Assists) zufrieden. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich so viele Tore mehr hätte schießen müssen, bedingt dadurch, dass ich einfach eine andere Rolle hatte. Und: Derjenige, mit dem ich meistens zusammengespielt habe (Jannik Mause; d. Red.), wird hoffentlich Torschützenkönig der 3. Liga, was ja auch nicht nur der Verdienst eines Spielers ist“, meint der Routinier.

FC Ingolstadt mit Testroet viel erfolgreicher

Unglücklich stimmen ihn hingegen seine Ausfallzeiten. Wegen Fersenproblemen verpasste er alleine heuer sieben Spiele, insgesamt sind es neun. „Dass mir mein Körper einen Strich durch die Rechnung macht, bin ich so nicht gewohnt“, erklärt Testroet, mit dem die Schanzer einen um Welten besseren Punkteschnitt aufweisen (1,78) als ohne den gebürtigen Bocholter (0,5).

Testroet freut sich über so eine Statistik, jedoch ist er genervt davon, dass es für den FCI im Endspurt der Saison – zumindest in der Liga – erneut nur um die goldene Ananas geht. Deshalb nimmt er seine Kollegen und sich mit Blick auf die neue Saison in die Pflicht: „Verbessert haben wir uns dann, wenn wir Mitte April noch um etwas spielen. Alles, was davor ist, ist gefühlt Kokolores“, sagt Testroet. „Wenn es um etwas geht, müssen wir oben dabei sein. Wir wollen die schönen Monate mit Feuer erleben.“