Ingolstadt

Erfahrungen sammeln, Einblicke gewinnen

Das Irma-Azubicamp möchte aktiv und regional dem Fachkräftemangel entgegenwirken

04.08.2022 | Stand 04.08.2022, 9:30 Uhr
Anna Hafenrichter

Gegen den Fachkräftemangel: Hier lernen Schülerinnen und Schüler wichtige Kompetenzen von Unternehmensvertretern. Foto: Hammer

Vom 1. bis zum 5. August organisiert der Verein Irma (Initiative Regionalmanagement Region Ingolstadt) das Irma-Azubicamp für die Region 10. In der ersten Woche der Sommerferien lernen Schüler und Schülerinnen, die in die neunte oder zehnte Klasse kommen, hier in Gruppen an jeweils drei Tagen alles Mögliche rund um das Thema Berufsorientierung und bekommen erste Kontakte zu Unternehmen an die Hand gelegt.

Gegen 8.45 Uhr füllt sich am Mittwoch die Aula der Berufsschule 1 in Ingolstadt. Obwohl die Sommerferien bereits angefangen haben, herrscht Betrieb: Rund 45 Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren machen sich auf in die ihnen zugewiesenen Klassenzimmer. Der Grund: Hier findet für vier Tage das Irma-Azubicamp statt.

An den ersten beiden Tagen (entweder Montag und Mittwoch oder Dienstag und Donnerstag, je nach Gruppeneinteilung) erhalten die Schüler, aufgeteilt in insgesamt sechs Kleingruppen mit jeweils circa 15 Personen zunächst einen Einblick über die Ausbildungsbetriebe in der Region und haben unter anderem die Möglichkeit, mit Azubis ins Gespräch zu kommen und etwas über deren Erfahrungen, Motivationen und Perspektiven zu erfahren, bevor am zweiten Tag alles rund um die Bewerbung im Vordergrund steht.

Lernen direkt von den Profis

Ein besonderer Aspekt: „Die Schüler lernen direkt von den Profis“, so Kerstin Neff, eine der Veranstalterinnen. Vertreter von Unternehmen wie Gebrüder Peters oder Edeka Südbayern vermitteln den Schülern wichtige Inhalte zur Bewerbung oder zu Soft Skills in Bereichen wie Kommunikation. Der Freitag bildet für alle Teilnehmenden den letzten Tag des Azubicamps. Die zukünftigen Neunt- und Zehntklässler lernen für einen Nachmittag ein Unternehmen, darunter die Bayernwerk Netz GmbH oder das Pädagogische Zentrum, intensiver kennen und knüpfen dort erneut Kontakte – für die Veranstalter einer der wichtigsten Aspekte.

Eine erste Stütze und Orientierungshilfe

Ziel des Azubicamps ist es dabei, jungen Schülern eine erste Stütze und Orientierungshilfe auf dem Weg in die Arbeitswelt zu bieten. Die Teilnehmenden sollen durch die Inhalte einen Einblick in die unterschiedlichen Möglichkeiten und Perspektiven des regionalen Arbeitsmarktes erhalten. Nachdem die Berufsorientierung in der Corona-Zeit nur wenig Platz fand, möchte der Verein vor allem unterstützend zu dem schulischen Angebot tätig sein – „auch, um dem Fachkräftemangel aktiv entgegen zu wirken“, sagt Veranstalterin Eva-Maria Lill. Der Verein zeigt sich zufrieden: Die Plätze sind ausgebucht, das Angebot kommt trotz der Sommerferien gut an. Ein weiterer großer Vorteil: Das Camp ist für die Teilnehmenden kostenlos. Der Verein Irma hat sich seit 2008 in der Stadt Ingolstadt sowie in den Landkreisen Eichstätt, Neuburg-Schrobenhausen und Pfaffenhofen der nachhaltigen Regionalförderung verschrieben. Für 2023 ist erneut die lange Nacht der Unternehmen und der Wissenschaft geplant, 2024 wird das Irma-Azubicamp in die zweite Runde starten- die Förderung wurde bereits zugesagt.