Großmehring

Endlich wieder Modelleisenbahnmarkt in der Nibelungenhalle

Diskutieren, fachsimpeln, ratschen, Brotzeit machen – Große Zufriedenheit trotz leichter Zurückhaltung

11.09.2022 | Stand 11.09.2022, 17:35 Uhr

Viel zu bestaunen und zu kaufen gab es für Modelleisenbahnfreunde am Sonntag in Großmehring. Händler Thomas Pürner (unten, mit seinem Sohn) war zum 169. Mal dabei. Fotos: Schwarz

Es war erst vormittags um elf, doch die ersten Spezialisten kamen schon wieder heraus aus der Nibelungenhalle in Großmehring. Leider nichts gefunden. Nach gefühlt ewiger Corona-Pause ging am Sonntag wieder der Ingolstädter Modelleisenbahn- und Spielzeugmarkt über die Bühne.



Werner Wiesheu ist extra am Sonntagmorgen aus Freising hierher gefahren – um nach Material in Spurgröße N zu stöbern. Diesmal war aber nichts dabei. „Die Spurweite N ist halt nicht so eine gängige Größe“, sagt er und steigt in sein Auto. Auch Manfred Reil aus Ingolstadt-Unsernherrn ist nicht fündig geworden. „Ich bin auf der Suche nach Bierwägen regionaler Brauereien in Spurgröße H0“, erklärt er: „Das sind echte Raritäten. Bisher konnte ich nur ein Herrnbräu-Modell und ein Nordbräu-Modell auftreiben.“ Normalerweise findet er aber für seine Anlage auf dem Markt auch das eine oder andere Teil, das er eigentlich gar nicht gesucht hat, aber doch gut brauchen kann. Diesmal zog es ihn aber wieder heim.

Thomas Pürner, Modellbahnhändler aus der Oberpfalz ist daher auch noch nicht völlig zufrieden mit dem Geschäft. „Es sind tatsächlich noch viele Leute da, die erstmal nur schauen und nicht kaufen“, berichtet er: „Aber das wird schon noch.“ Zum 171. Mal fand der Ingolstädter Modelleisenbahn- und Spielzeugmarkt am Sonntag statt. 169 Mal war Pürner bisher dabei. Man merke den Leuten noch eine gewisse Verunsicherung und Zurückhaltung nach der langen Corona-Pause an, meint er.

Organisator Norbert Westphal kann das bestätigen: Spürbar etwas weniger sei schon los als noch vor der Corona-Pause. Aber insgesamt seien er und seine rund 50 Aussteller völlig zufrieden mit der Veranstaltung – und froh, dass die Corona-Pause vorbei ist. „Es sind sogar ein paar gekommen und haben mir die Hand geschüttelt“, berichtet er schmunzelnd, „und haben sich ganz überschwänglich bedankt, dass ich endlich wieder so eine Veranstaltung mache.“

Zumal so eine Veranstaltung viel mehr ist als reiner Handel. Da wird gefachsimpelt und diskutiert, bei der Nibelungenhallen-Gastronomie Brotzeit gemacht und einfach geratscht. Wolfgang und Edith Leitzke aus Ingolstadt machen sich überhaupt nichts aus Modelleisenbahnen. Aber sie treffen sich bei solchen Gelegenheiten immer mit Bekannten, die sie sonst selten sehen; auf dem Modellbahnmarkt verbinden sie dann Geselligkeit mit dem ein oder anderen Einkauf.

Und dann gibt es natürlich die klassischen Spezialisten – Vater und Sohn. Bernd und Julian Oschmann aus Burgheim. Der Papa stellt seine Modellbahnschätze zur Zeit vor allem zu Hause in einer Vitrine aus; der Sohn will diesen Winter mit dem Bau einer Anlage beginnen. Eingekauft haben sie auch schon. Die Fahrt nach Großmehring hat sich für die beiden gelohnt, bestätigen sie wie aus einem Mund.

DK