Kösching

„Die Saat ist aufgegangen“

Unabhängige Wähler aus Kösching feiern mit Minister Thorsten Glauber ihren 50. Geburtstag

18.06.2022 | Stand 18.06.2022, 15:00 Uhr
Lena Krammer

Das saß: Minister Glauber zapfte ein Bierfass an.

Staatsminister Thorsten Glauber (FW) hat kürzlich mit den Unabhängigen Wählern Kösching-Kasing-Bettbrunn ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Dabei blickte Gründungsmitglied Alois Oblinger auf die Geschichte der UW zurück.

Zunächst wurde der Minister für Umwelt und Verbraucherschutz von Bürgermeister Ralf Sitzmann und einigen Markträten der UW im Sitzungssaal des Rathauses begrüßt. Dann trug sich Glauber ins Goldene Buch des Marktes Kösching ein.

Bei der Feier war der Amberger-Saal brechend voll. Zum Jubiläum waren viele Parteiangehörige auch aus den Nachbarorten sowie einige Ehrengäste gekommen. Bevor große Reden geschwungen wurden, musste erst einmal der Durst gelöscht werden: Glauber zapfte mit vier kräftigen Schlägen ein Fass Bier an.

Bürgermeister Ralf Sitzmann erinnerte an das Jahr 1972, als die UW gegründet wurde. Mit einem Seitenhieb auf den Landwirt und Fraktionsgründer Alois Oblinger schloss der Rathauschef seine Rede: „Die Saat ist aufgegangen.“

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Kreistag, Anton Haunsberger, hob besonders das Engagement von Alois Oblinger und Josef Sonner hervor, ohne die es die Freien Wähler im Landkreis Eichstätt nicht geben würde – „schon gar nicht in einer Stärke wie heute“.

Daraufhin brachte Oblinger den Anwesenden die Geschichte der Köschinger UW mit einem amüsanten Rückblick näher. „Mit der Gebietsreform wurde 1972 die UW-Fraktion gegründet, die bei den Wahlen zwei von 20 Sitzen im Marktrat ergattern konnte. Für mich damals als jüngster Gemeinderat und als Neubürger in Kösching war es nicht leicht mit dem dominanten Bürgermeister Karl Dollinger und der Mehrheit der anderen Parteien“, führte der Kasinger aus.

Bei den Wahlen 1978 wurde UW-Gemeinderat Thomas Huber abgewählt, und Alois Oblinger musste sich als Einzelkämpfer durchschlagen, bis 1990 „endlich wieder ein zweiter Sitz der UW zufiel“. Oblinger erzählte weiter: „Auch ansonsten war 1990 ein erfolgreiches Jahr. Ich gründete die Freien Wähler im Landkreis Eichstätt.“

Seit da an habe die UW Erfolgsgeschichte geschrieben: 1992 wurde das 100. Mitglied aufgenommen; 1996 wurden die Karten mit vier Gemeinderäten der Fraktion neu gemischt, und 2014 war die UW laut Oblinger sogar mit sechs Sitzen – darunter zweiter Bürgermeister Leo Pannwitz – sehr gut aufgestellt. Mittlerweile stieg die Mitgliederzahl auf 170. Mit der Wahl von Ralf Sitzmann 2020 als Bürgermeister sei der größte Erfolg zu verzeichnen gewesen. „Mit dieser tollen Besetzung habe ich mich nach 40 Jahren im Marktgemeinderat entspannt aus der Politik zurückgezogen“, schwelgte der UW-Gründer in Erinnerungen. Minister Thorsten Glauber beglückwünschte die Unabhängigen Wähler für ihre Erfolge im Landkreis Eichstätt.

Im gemütlichen Teil gab Hochzeitslader Roland Woitsch aus Hepberg sein Bestes. Bei seinen Gstanzln brach der ganze Saal in schallendes Gelächter aus. Unter anderem musste sich Eva-Maria Scheringer als einzige Marktgemeinderätin der UW einiges anhören: So alleine unter Männern sei es nachvollziehbar, dass sie sich auf den Jagdschein vorbereite. Und Bürgermeister Ralf Sitzmann als ehemaliger Fahrradhändler hätte sich mehr anstrengen sollen, so der Alleinunterhalter. „Wenn er auch Autos verkauft hätte, wäre er gleich Landrat geworden.“

Als letzten offiziellen Teil des Abends wurden langjährige Vereinsmitglieder geehrt. Darunter war Alois Oblinger, für den es Standing Ovations gab. 30 Jahre dabei sind: Gudrun Alzinger, Franz Bauer, Petra Bogenberger, Corinna Fehringer, Hilde Frieberger, Thomas Illing, Leo Pannwitz, Eva-Maria Scheringer, Franz Sorg, Katrin Weigl, Martin Werthmann und Ludwig Wimmer.

DK