Ingolstadt

Brückenbau am Baggersee prüfen

BZA Mitte beschäftigt sich mit weiterem Gewässer: Künettegraben soll attraktiver werden

06.07.2022 | Stand 06.07.2022, 21:00 Uhr

Ungefähr an dieser Stelle am Baggersee kann sich der BZA Mitte eine Brücke von Ufer zu Ufer vorstellen. Das Vorhaben soll nun die Verwaltung prüfen. Foto: Brandl

Knapp fünfeinhalb Kilometer aufgeschotterter Fuß- und Radweg führen um Ingolstadts größten See, den Baggersee. Das Naherholungsgebiet rund um das Gewässer westlich der Altstadt ist gerade jetzt im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel. Viele unternehmen aber auch zur kühleren Jahreszeit gerne einen Spaziergang am Ufer entlang oder umkurven den See auf dem Fahrrad.

Einigen mag die gesamte Strecke per pedes manchmal zu lange erscheinen. Gerade wenn sie Kinder dabei haben, denen es an Ausdauer für eine komplette Umrundung fehlt. Das sieht offenbar nicht nur Franz Ullinger (FW), Vorsitzender des Bezirksausschusses (BZA) Mitte, so, wie er jetzt in der Sitzung des Stadtteilgremiums erklärte. Für ihn war dies Anlass, ein altes Thema im BZA wieder auf die Tagesordnung zu heben und erneut mit einem Antrag an die Verwaltung zu verknüpfen: Eine Brücke in Leichtbauweise über den See. Das Bauwerk solle keine monumentalen Ausmaße annehmen. Vielmehr solle es seinen Vorstellungen nach als Abkürzung über den See an dessen engster Stelle errichtet werden. Das entspreche einer ungefähren Spannbreite von 80 Metern, rechnete Ullinger vor. Beim Bau müsse jedoch beachtet werden, dass die Wasserwacht mit Booten unter der Brücke hindurch fahren könne, ergänzte er.

Die restlichen BZA-Mitglieder hörten den Ausführungen ihres Vorsitzenden zunächst geduldig zu, bis dann ein kontroverser Meinungsaustausch folgte. Skepsis gab es dabei zu den möglichen Kosten für das Projekt und eventuell zu fällender Bäume. Auch den Fischern am See könnte eine solche Brücke nicht recht sein, gab ein Teilnehmer zu bedenken. Gar an einen verspäteten Aprilscherz glaubte ein Stammgast unter den Zuhörern und reagierte entsprechend deutlich: „Niemals realisieren“, forderte er. „Ein Prüfantrag wäre dennoch nicht schlecht“, hieß es aus dem Gremium. Die Mitglieder unterstützten den Antrag Ullingers schließlich mehrheitlich und setzten im Nachgang sogar noch einen drauf: Der BZA-Vorsitzende erklärte, das THW Ingolstadt solle eine temporäre Brücke über den See schlagen, damit man sehen könne, wie diese angenommen würde. Ein Vorgespräch mit dem THW habe er bereits geführt, sagte er. Auch diesem Vorschlag zur Prüfung stimmte der BZA mehrheitlich zu.

Attraktiver soll, wenn es nach dem BZA geht, auch der Künettegraben werden. Unschön sei hier vor allem der Zustand des Gewässers, das nach Auffassung eines BZA-Mitglieds gereinigt werden müsse, hieß es in der Sitzung. Ein entsprechender Prüfantrag an die Verwaltung wurde verabschiedet. Für die Wiederinstandsetzung des Wasserlaufs in den Hollerstauden will der BZA auf Antrag aus den eigenen Reihen eine Anschubfinanzierung in Höhe von 30000 Euro aus dem Bürgerhaushalt leisten. Das Votum war einstimmig. Es werde erwartet, dass entsprechende Maßnahmen von der Veraltung auch durchgeführt würden, sagte Ullinger. Hierzu gehören offenbar auch Probebohrungen.

Erfreut nahm der BZA die Information der Verwaltung zur Kenntnis, dass am Paradeplatz ein Sammelpunkt zum Abstellen von E-Scootern eingerichtet werden soll. Nachdenklich stimmte das Gremium die Nachricht, dass E-Scooter bald mit einer Flatrate benutzt werden können. Eine Idee war deshalb, der Anbieter solle ein Bonussystem einführen, dass Nutzer trotz Flatrate dazu bringt, ihre Scooter an dem Sammelpunkt abzustellen und nicht irgendwo stehen zu lassen.

Gefolgt ist die Verwaltung einer Anregung aus dem BZA, die Friedhofstraße für Radfahrer attraktiver zu machen. Demnach werden auf der Südseite die Kurzparkplätze bis Ende Oktober probeweise aufgehoben. Dadurch entstehe für Radler mehr Bewegungsraum, hieß es in einer Mitteilung.

Auch Besuch von der städtischen Fahrradbeauftragten Theresa Schneider hatte der BZA an dem Abend. Sie stellte ihre Masterarbeit „Optimierung der Fahrradsituation in der Altstadt von Ingolstadt“ vor und beantwortete Fragen. Als Ergebnis der Arbeit, für die auch Radfahrer in der Altstadt befragt worden seien, ging eine sichere Ost-West-Verbindung für den Radverkehr durch die Altstadt hervor, die nicht direkt durch die Fußgängerzone führe. Eine konkrete Umsetzung sei derzeit jedoch unwahrscheinlich – weil dafür rund 80 Kfz-Parkplätze wegfielen, wie Schneider erläuterte.

DK