Saisonfazit - Kreisliga 1 Donau/Isar
Bester Stürmer, beste Abwehr: FC Fatih Ingolstadt der verdiente Meister – Bitterer Abstieg für Türk SV

15.06.2024 | Stand 15.06.2024, 9:19 Uhr |
Julian Schweizer

Konnte in dieser Saison 25-mal jubeln: Akif Abasikeles (rechts) traf 24-mal für den FC Fatih – und stieg mit den Ingolstädtern als Meister der Kreisliga 1 Donau/Isar in die Bezirksliga auf. Foto: Meyer

In der abgelaufenen Saison der Kreisliga 1 Donau/Isar war die Frage nach den beiden Aufsteigern recht bald geklärt, mit dem FC Fatih Ingolstadt und dem FC Gerolfing spielten in der Rückrunde nur noch zwei Teams um die Meisterschaft. Dagegen verschoben sich in der unteren Tabellenhälfte nach der Winterpause noch einmal die Kräfte.

Wer hat überzeugt?



Schon im Vorfeld wurden der FC Fatih Ingolstadt und der FC Gerolfing am höchsten gehandelt, wenn es um die Frage ging, wer den Sprung in die Bezirksliga schafft. Beide Klubs wurden ihrer Favoritenrolle bald gerecht und machten nach der Winterpause den Meistertitel wie erwartet unter sich aus. Dabei hatten sich nach dem ersten Spieltag noch einige etwas verwundert die Augen gerieben, als der FC Fatih beim Aufsteiger in Lippertshofen mit einer überraschenden 0:1-Niederlage gestartet war. Diese wirkte wie ein Weckruf für die Topcu-Elf, die in der Folge gleich 23-mal in Folge ungeschlagen blieb. Eine überzeugende Serie, die drei Spieltage vor dem Ende schließlich die Rückkehr in die Bezirksliga bedeutete. „Von uns ist eine gehörige Last abgefallen“, gab Cheftrainer Fatih Topcu nach dem entscheidenden Sieg in Münchsmünster zu. Der ärgste Verfolger aus Gerolfing zeigte sich derweil konstant, überzeugte häufig mit offensivfreudigem Fußball und sicherte sich mit lediglich drei Zählern Rückstand verdient den Relegationsrang zwei. In zwei packenden Runden mit Hin- und Rückspiel gelang der Elf um Spielertrainer Stefan Hoffmann im Anschluss dann nach siebenjähriger Abstinenz die ersehnte Rückkehr ins Oberhaus. „Ausschlaggebend war der unbedingte Wille und die Gier“, lobte Spielertrainer Hofmann, der die „Präsenz und Stärke“ in den entscheidenden Spielen hervorhebt. „Wir haben uns als Team immer mehr gefunden und sind unter dem Strich verdient aufgestiegen“, freute sich der 40-Jährige. Für Aufsehen sorgte auch der Aufsteiger aus Münchsmünster, der sein Premierenjahr in der Kreisliga als beachtlicher Fünfter beendete. „Eine herausragende erste Kreisliga-Saison“, blickte TVM-Spielertrainer Andreas Müller zufrieden zurück. „Beeindruckend, wie die Spieler die neue Aufgabe angenommen haben“, schwärmte Müller, der auch die kommende Saison „mit breiter Brust“ angehen will. In Hitzhofen endete nach acht Jahren die Amtszeit von Cheftrainer Michael Olah, der mit dem FCH im ersten Anlauf die Rückkehr in die Kreisliga schaffte und sich dort etablierte. Das Saisonziel „Top-5“ konnten ihm seine Schützlinge mit dem dritten Rang erfüllen. „Saisonübergreifend haben wir vor allem gegen Teams aus dem hinteren Tabellenbereich zu häufig remis gespielt, wodurch es nicht für mehr gereicht hat. Im Großen und Ganzen können wir mit Platz drei sehr zufrieden sein.“

Wer hat enttäuscht?



Im Tabellenkeller geriet der Türkisch SV Ingolstadt früh in Abstiegsnot. Der Rückstand auf einen Relegationsrang wuchs zwischenzeitlich auf fünf Zähler an und der direkte Klassenerhalt rückte in weite Ferne. Aus dem ursprünglichen Saisonziel „40-Punkte-Marke“ wurde schließlich das „Minimalziel“ Klassenerhalt. Erst unter Spielertrainer Daniel Drotleff, der im Winter aus Manching an den Ruschenweg wechselte, stabilisierte sich die Mannschaft und sicherte sich mit sechs Siegen in Folge im Endspurt noch die Relegation. Hier unterlag der Türk SV dem TSV Hohenwart mit 3:5, erhielt nach dem Klassenerhalt von Bezirksligist VfB Eichstätt II aber noch eine weitere Chance. Da aber auch das Entscheidungsspiel gegen den SV Eitensheim mit 0:1 verloren wurde, geht es nach 2013/14 wieder zurück in die Kreisklasse. „Wir schauen jetzt, dass wir unseren Kader zusammenhalten und den direkten Wiederaufstieg schaffen“, gab Abteilungsleiter Ertugrul Topcu schnell als neue Zielsetzung aus. Den Kopf nochmal aus der Schlinge gezogen hat der FC Sandersdorf. Der Vorjahreszweite schien lange eine Saison im gesicherten Mittelfeld zu spielen, musste aber nach acht Spielen ohne Erfolg am Ende gehörig zittern. Am letzten Spieltag lief bereits die 85. Minute, als Sandro Rott einen Foulelfmeter trocken versenkte und dem FCS drei Zähler und den direkten Klassenerhalt bescherte. Beim Absteiger in Denkendorf „geht die Welt nicht unter“, hatte Coach Denis Dinulovic nach dem letzten Spiel erklärt und angekündigt, in der neuen Saison „wieder voll angreifen“ zu wollen. Trotzdem ordnete er den Abstieg als „ärgerlich“ ein: „Wir waren konkurrenzfähig, aber insgesamt zu unerfahren“, resümierte der 43-Jährige.

Wer ist aufgefallen?



Einen maßgeblichen Anteil am Aufstieg des FC Fatih Ingolstadt hatte Angreifer Akif Abasikeles. Der 26-jährige gelernte Defensivakteur sicherte sich mit 24 Toren die Torjägerkanone und wurde im Saisonverlauf für die Topcu-Elf im Grunde zur Lebensversicherung. Auch die Defensive-Reihe wusste mit nur 22 Gegentoren zu überzeugen – ein weiterer Ligabestwert. Schlussmann Marco Ernhofer behielt in 24 Spielen elfmal eine Weiße Weste. Beim Aufsteiger in Münchsmünster sorgte Maximilian Anthofer für Aufsehen. In seiner ersten Kreisliga-Saison steuerte das Eigengewächs 13 Tore bei. Gleiches war ihm zuletzt in der A-Klasse 18/19 geglückt. „Maxi ist unser Kapitän und absoluter Führungsspieler“, betont Spielertrainer Müller. „Er übernimmt Verantwortung und gibt immer alles. Dass er verletzungsfrei durchgekommen ist, war wichtig.“ Auch Angreifer Matthias Weinzierl vom SV Hundszell stellte seine Treffsicherheit mit 16 Toren unter Beweis. „Für mich als Trainer ist zudem schön, dass er nicht nur wichtige Tore macht, sondern auch gegen den Ball unglaublich viel arbeitet“, lobte SVH-Coach Florian Kunz hervor. Kein Weg führt überdies am Gerolfinger Sturm-Duo Anastasios Porfyriadis (17 Tore)/Raymond Kreizer (14) vorbei. Mit ihren 31 Treffern hatten sie maßgeblichen Anteil am erfolgreichen Saisonverlauf.

Zwischenspurt mit Folgen



Nach zwölf Spieltagen liefen die Kasinger ihren Erwartungen hinterher und belegten den letzten Tabellenrang. Die Folge war die Trennung von Trainer Andreas Fehlner, die Verantwortung übernahm mit Fabian Reichenberger ein alter Bekannter, der bereits vier Spielzeiten für den SVK hinter sich hatte. Plötzlich ging es in die andere Richtung: Mit sieben Siegen in Folge gelang zwischenzeitlich sogar der Sprung auf Platz drei. „Ich kannte das Team und wusste, welches Potenzial es hat. Aber mit so einer Serie habe ich definitiv nicht gerechnet“, erklärte Reichenberger schmunzelnd. Vor allem das „Zusammenspiel im Kollektiv“ war für den 35-Jährigen ausschlaggebend. Der Vorsprung auf die Abstiegsplätze wuchs auf stolze elf Zähler, die Weichen für den Klassenerhalt waren somit gestellt. Daran änderte sich auch nach der nächsten Serie nichts mehr, denn in den letzten sieben Partien gab es noch einmal sechs Niederlagen. Für die kommende Saison hat Reichenberger einen ebenso einfachen wie naheliegenden Wunsch: „Keinen Abstiegskampf, sondern eine Platzierung im oberen Drittel. Das wäre schon cool.“

jsw