Hepberg

Barfüßiger Pop auf Bayerisch

Die Hepberger Saustoimusi hat ihre ersten eigenen Songs mit Musikvideo veröffentlicht

09.06.2022 | Stand 09.06.2022, 12:45 Uhr
Lena Krammer

Ein eingespieltes Team: Die Saustoimusi aus Hepberg ist auf den Bühnen in der Region zuhause. Foto: Krammer

Energiegeladener, barfüßiger Tuba-Pop im Zusammenspiel mit Bläsersätzen, E-Gitarre und Quetschn – so beschreiben die acht Burschen der Hepberger Saustoimusi ihren Sound. Nun probieren sich die Musiker auch im Songwriting und haben schon die ersten selbst geschriebenen Songs veröffentlicht.

Michael und Maximilian Sauter, Stefan Winkler, Dominik Krieglmeier sowie Tobias Bayerlein, Michael Bachschneider, Stefan Lindner und Kilian Hiermeier wollen mit ihren neu interpretierten Klassikern und Hits nicht nur die Bühne, sondern vor allem das Publikum zum Beben bringen.

Das Equipment steht, der Soundcheck passt, der Teppich ist ausgerollt: Jetzt kann es losgehen mit der Saustoimusi. Die Burschen stürmen in Lederhosen und teils barfuß das Bierzelt. Frontmann Michi heizt sofort die Stimmung an. Es dauert nicht lange, dann stehen die Feierwütigen in den ersten Reihen auf den Bierbänken. Die Mädels tanzen ausgelassen vorne am Bühnenrand und grölen die Texte mit. Mit Trompeten, Waldhorn, Posaune und Tuba sorgen Stefan Winkler alias Jumbo, Domi, Tobi und Kilian für den fetten Bläsersound, den die Saustoimusi überall bekannt gemacht hat. Zwischendurch begleitet Jumbo auch mit der Quetschn oder gibt gesanglich sein Bestes. Michael Bachschneider, genannt Miba, und Steff liefern dazu mit dem Schlagzeug und der großen Trommel wummernde Beats. Max verleiht dem Ganzen mit seiner E-Gitarre einen modernen Touch. Mit ganz viel Spaß und einer energiegeladenen Setlist mit bayerischen Einflüssen reißen die Vollblutmusiker das Publikum mit.

Im Mai haben die Hepberger Burschen nun ihre ersten eigenen Songs mit Musikvideo veröffentlicht. „Klischee“ wurde auf Spotify mittlerweile schon über 3000-mal aufgerufen, „Naus“ knackt bald die 5000- Klicks-Marke. „Wir wollen uns jetzt noch auf keinen bestimmten Stil festlegen, sondern sind noch in der Findungsphase und wollen uns ausprobieren“, meint Michi. „Wir wollen es locker, bayerisch, aber auch modern“, bestätigt Tobi. Um sich vor allem in der Festivalszene zu etablieren, seien eigene Songs gefordert. Die Lieder wurden in drei bis vier Monaten geschrieben, da neben dem Musikerberuf an den Wochenenden unter der Woche die normale Arbeit auf die Männer wartet. „Wir haben auch früher schon Lieder geschrieben, aber das war nie das Wahre. Ein selbst geschriebener Song muss jedem von uns acht gefallen“, sagt Michi.

Noten werden registerweise ausgearbeitet

Tobi gibt einen Einblick, wie das Komponieren bei der Saustoimusi abläuft: „Die Grundidee für ‚Naus’ kam vom Jumbo. Es geht um einen Typ, der immer unzufrieden ist und gerne schon weiter wäre im Leben. Aber das Leben besteht ja nicht nur aus Warten.“ Gefällt die Idee allen, wird sie weiter verfolgt. Die Noten werden dann registerweise ausgearbeitet und einstudiert.

Passt alles, wird der Song aufgenommen. Dazu hat sich Max im Keller seines Hauses ein eigenes kleines Studio eingerichtet. Dort wird dann jede Instrumentalstimme und der Gesang einzeln aufgenommen und schlussendlich zusammengesetzt. „So eine Aufnahme einer einzelnen Stimme kann pro Person gute vier Stunden dauern, bis alles perfekt eingespielt ist“, setzt Michi hinterher.

Domi hat als Einziger der Kapelle eine Ausbildung in Musiktheorie, die zum Komponieren oder Arrangieren sehr wichtig ist. „Ich für meinen Teil habe mir viel selbst beigebracht“, verrät der Frontmann.

Die aktuelle Besetzung der Saustoimusi gibt es so seit 2018. Viele haben schon früher zusammen in der Hepberger Blaskapelle gespielt, andere wie Kilian wurden extra gecastet. Miba ist spontan auf einer Geburtstagsfeier eingesprungen, als gerade ein Schlagzeuger fehlte. Und Tobi hat sogar extra Posaune gelernt, um mitspielen zu können. „Es war halt blöd für mich, wenn meine Spezln am Wochenende immer unterwegs waren und ich alleine zuhause bleiben musste. Dann haben wir uns zusammengesetzt und überlegt was man dagegen machen könnte. Naja und es wurde noch eine Posaune gebraucht.“ Seither sind die Burschen zu engen Freunden geworden.

Im Song „Klischee“ wird das Thema überspitzt dargestellt

Michi erklärt, um was sich der zweite Song „Klischee“ dreht: „Darin geht es um die typische Vorstellung, dass man es als Gspusi eines Musikers nie leicht hat und vor allem die Schwiegereltern davon nie begeistert sind. Das haben wir auch schon erleben müssen.“ Im Song wird das Thema etwas überspitzt dargestellt. „Als Musiker ist man ja immer unterwegs, säuft zu viel und hat ständig die Gelegenheit, eine andere Frau aufzureißen – so das Klischee. Aber das stimmt so natürlich nicht“, stellt der Sänger klar.