Schätzchen in der Schublade
Aspekte der Menschheitsgeschichte: Sammlung Heinz offiziell dem Stadtmuseum übergeben

19.06.2024 | Stand 19.06.2024, 8:03 Uhr |

Zahlreiche archäologische und geologische Funde hat der Sammler Gerhard Heinz im Beisein von Kulturreferent Gabriel Engert und Archäologe Gerd Riedel dem Zentrum für Stadtgeschichte übergeben. Foto: Rössle, Stadt Ingolstadt

Die archäologische und geologische Sammlung Heinz ist vor Kurzem offiziell dem Zentrum Stadtgeschichte im Kavalier Hepp übergeben worden. Gerhard Heinz ist dem Stadtmuseum seit vielen Jahren verbunden, Im Juli 2003 zeigte er hier eine Ausstellung mit dem Titel „Pioniere der Archäologie – Der Forscher und Künstler Konrad Heinz“. Schon damals gingen große Teile der umfangreichen Sammlung von ihm und seinem Vater an das Museum über.

Die Sammlung umfasst Funde vom Raum Ingolstadt bis in den Raum Nürnberg, darüber hinaus aber vorgeschichtliche und antike Funde aus aller Welt. Sie steht beispielhaft für die Entstehungsgeschichte des Stadtmuseums. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts werden dem Museum Geschichtszeugnisse aus Stadt und Region, aber auch aus Bayern und Europa übereignet. Dieser reiche Fundus ermöglicht es, den Platz der Stadt in der Geschichte zu veranschaulichen. Dabei geht der Name Ingolstadts durchaus um die Welt, nicht erst heute durch die Industrie, sondern schon vor Jahrhunderten durch die Gelehrten der Universität.

Deswegen wird die Sammlung Heinz am Anfang des Museums in einem möglichst breiten Querschnitt vorgestellt. Dabei wurde versucht, ihren privaten Charakter zu erhalten. Diese Art der Präsentation, die nur bei Bedarf sichtbar, aber immer verfügbar ist, kann beispielhaft sein für künftige Präsentation bürgerlicher Schenkungen.

Funde aus Pompeji und ein Stück ägyptische Mumienhaut

Eine ganze Reihe der Sammlungen des Stadtmuseums wurden von Bürgerinnen und Bürgern zusammengetragen und dem Museum übereignet. Und die sammelten natürlich alles, was für sie interessant war. So gehörten zur heutigen Museumssammlung schon im 19. Jahrhundert archäologische Funde aus Pompeji, Gewehre aus aller Herren Länder von Frankreich bis Japan und sogar ein Stück ägyptische Mumienhaut. Vieles davon ist in den Wirren der Kriegszeiten verloren gegangen. So schließt die Sammlung von Gerhard Heinz, die jetzt dem Stadtmuseum offiziell übergeben wurde, eine Lücke. Denn sie umfasst archäologische Funde aus der Region, aber auch von allen Kontinenten, vom ägyptischen Skarabäus bis zum mittelamerikanischen Feuersteindolch. In gewisser Weise ist die Sammlung beispielhaft für die Entstehungsgeschichte der Museumssammlung. Einige Faustkeile sind schon in den Museumsvitrinen ausgestellt.

Schrank mit neun großen Schubladen

Damit aber die Sammlung möglichst vollständig bewundert werden kann und nicht nur in einer kleinen Auswahl, hat das Stadtmuseum einen Schrank mit neun großen Schubladen in den ersten Raum der Archäologischen Abteilung integriert. So kann die Sammlung jederzeit zugänglich gemacht und die unterschiedlichsten Aspekte der Menschheitsgeschichte thematisiert werden.

DK