Freitag, 18. Januar 2019
Lade Login-Box.

Kulinarischer Rundgang auf dem Christkindlmarkt: Lange Würstl und Glühwein als Renner

Neue Gaumenfreuden locken Massen an

Ingolstadt
erstellt am 16.12.2018 um 16:27 Uhr
aktualisiert am 20.12.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Immer, wenn es Wochenende wird - dann herrscht Hochbetrieb auf dem Christkindlmarkt vor dem Stadttheater. Und so schoben sich auch am Samstag und Sonntag Menschenmassen durch die Budenstraßen. Vor allem dort, wo es heiße Getränke und Würstl gibt, bildeten sich Schlangen. Ein kulinarischer Rundgang am Samstag zeigte aber auch: Neue Kreationen finden durchaus ihre Klientel.
Textgröße
Drucken
Fast wie eine Feuershow: An diesem Stand auf dem Ingolstädter Christkindlmarkt wird Lachs geflammt. Die meisten Besucher setzen dagegen auf Fleisch.
Fast wie eine Feuershow: An diesem Stand auf dem Ingolstädter Christkindlmarkt wird Lachs geflammt. Die meisten Besucher setzen dagegen auf Fleisch.
Hammer
Ingolstadt
"Essen und Trinken geht hier immer", sagt Sigi Schön. Der Pörnbacher muss es wissen: Seit 42 Jahren ist er mit seinem Imbissstand beim Ingolstädter Adventszauber vertreten. "Unser Aushängeschild ist seit Jahren die Feuerwurst", verrät er. Sie ist 40 Zentimeter lang und extra scharf. Sehr gut kommen nach seinen Worten heuer auch die erstmals angebotenen, frisch gemachten Kartoffelchips an. Schön: "Man muss sich halt immer wieder was Neues einfallen lassen, sonst bleibt man auf der Strecke." Die Zahlen geben dem Pörnbacher jedenfalls recht: Der Umsatz sei bislang besser als im vorigen Jahr. Und noch etwas freut den langjährigen Marktbeschicker: "Unter der Woche kommen mehr Gäste als in den vergangenen Jahren."

Dasselbe Bild beim Stand der Ingolstädter Familie Pfafflinger: "Bei uns gehen die XXL-Scharfe weg wie die warmen Semmeln. Die riesige und scharfe Wurst kommt ins Baguette", erzählt Sarah Pfafflinger, die Chefin an der Pfanne. Nach wie vor ein Renner sind aber auch die Klassiker - die Würstlsemmel und die Schupfnudeln. "Die gibt es nur beim Christkindlmarkt."

Ganz andere Gaumenfreuden locken bei der Holzhütte der französischen Partnerstadt Grasse: Crêpes in allen Variationen backt Gilbert Monnier. Und was ist hier besonders gefragt? "Crêpes mit Karamell und Salzbutter", berichtet der Maître.

Fisch wird ein paar Meter weiter angeboten. Auf offenem Feuer flammen Edmund Endres und seine Mitarbeiter Lachs aus Norwegen. Das Ganze mutet wie eine Feuershow an."Das Geschäft läuft ganz gut", freut sich Denis Metahysa. Die Spezialität geht dann unter den Namen "Matrosenbrötchen" oder "Kapitänsteller" über die Theke.

Der Duft nach frisch gebrannten Mandeln steigt um die Ecke in die Nase. Im "süßen Paradies" von Dora Hörmandinger stehen traditionelle Mandeln nach wie vor hoch im Kurs. "Aber auch exotische Nüsse wie Macadamia und Cashew werden immer beliebter", meint die Ingolstädter Süßwarenhändlerin und fügt an: "Gerne gekauft werden auch die Glühweinbonbons." Hörmandinger hat in den vergangenen Jahren die Angebotspalette an Süßwaren ständig erweitert - und so gibt es alles Mögliche vom Kräuterbonbons bis hin zum Magenbrot. Was die 66-Jährige in den ersten zwei Wochen des Christkindlmarktes festgestellt hat: "Die Kunden legen mehr Wert auf Qualität."

Wie beim Essen, so setzen die Besucher auch beim Trinken eher auf Altbewährtes. Insbesondere Glühwein (auch in der Bio-Variante), Kinderpunsch und Jagertee lassen sich die Gäste in der "Schanzer Glühweinhütte" von Fritz Kreis junior schmecken. Und nicht nur das: "Seit zwei Jahren verkaufen wir als Spezialität einen Dornfelder-und einen Chardonnay-Glühwein", erzählt der 46-jährige Ingolstädter. Der Clou an den Insider-Getränken: Sie werden in einem Glas ausgeschenkt. "Da kann sich das Aroma besser entfalten." Auch an die vielen Besucher, die mit dem Auto nach Hause fahren müssen, hat der langjährige Hüttenbetreiber gedacht: Für sie gebe es einen alkoholfreien Glühwein. Kreis, dessen Familie seit 45 Jahren auf dem Christkindlmarkt vertreten ist, hat sein Getränke-Angebot immer mehr erweitert. Er hat festgestellt: "Wenn es trocken bleibt,ist es auf dem Platz voll."

Anna Menzel bringt den Geschmack der meisten Besucher auf den Punkt: "Glühwein geht immer." Im Glühweinstadl der Münchnerin kämen aber auch die Kenner auf ihre Kosten, sagt die Juniorchefin und nennt den Glühkirsch (eine eingelegte Rumkirsche mit Glühweinaufguss) oder den Heidelbeeer-Glühwein. "Den trinken vor allem Frauen, die auf ihre schlanke Linie achten." Und wem der Kinderpunsch zu süß ist, der kann auf den alkoholfreien Blutorangenpunsch zurückgreifen. "Hauptsache es schmeckt", sagt Menzel.
Karlheinz Heimisch
Kommentare
Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!