Dienstag, 16. Oktober 2018
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Vor dem Benefizkonzert: Fünf Audi-Bläser erzählen von ihren Erfahrungen im Ausland

Ferne Welten

Ingolstadt
erstellt am 12.10.2018 um 20:59 Uhr
aktualisiert am 15.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) "Ferne Welten" - so lautet der Titel des diesjährigen Benefizkonzerts der Audi-Bläserphilharmonie zu Gunsten der DK-Spendenaktion "Vorweihnacht der guten Herzen", das am 25. Oktober um 19.30 Uhr im Stadttheater Ingolstadt aufgeführt wird. Auch die Mitglieder des Ensembles sind international unterwegs - sei es nun beruflich oder weil sie selbst ausländische Wurzeln haben. Fünf Orchestermitglieder erzählen, was sie im Ausland erlebt haben und welche "Ferne Welten" sie gerne noch bereisen würden.
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Kaczynski
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Paul Gowling, 45, Waldhorn
Der gebürtige Brite kam vor zwölf Jahren nach Ingolstadt - von Bentley zu Audi. "Ein bisschen vermisse ich den schwarzen Humor meiner Landsleute", meint Paul Gowling, der noch regelmäßig seine alte Heimat besucht. "Aber der bayerische Humor kommt dem noch am nächsten." Dafür sei die bayerische Landschaft mit den Bergen vor der Haustüre unschlagbar. "Beide Länder haben ihre Vorteile, Heimweh habe ich daher nicht", so der Audianer, der in Liverpool aufgewachsen ist und zu Hause mit seiner Frau und den beiden Kindern nur Englisch spricht. "Wenn ich dann zur Arbeit gehe, schalte ich wieder auf Deutsch um." Mit seiner Familie war Paul Gowling für Audi auch schon ein Jahr in China: "Das ist schon eine völlig andere Kultur. In England und Deutschland ticken die Leute doch sehr ähnlich, aber China war für mich eine fremde Welt, auch wenn wir die Zeit als Familie dort sehr genossen haben. Mein Herz hängt auch an Neuseeland, weil meine Oma, meine Tante und meine Cousinen dort aufgewachsen sind und es ein wunderschönes Land ist."



 
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Jürgen Bauer, 51, Trompete
Es ist zwar schon einige Zeit her, aber Jürgen Bauer hat gute Erinnerungen an seine diversen Auslands-Einsätze für Audi. Brüssel, Martorell und Györ waren die Orte, in denen er schon gearbeitet hat. Knapp zwei Jahre war er dabei in der belgischen Hauptstadt tätig. "Lustig war, dass im August in der sonst ständig pulsierenden Stadt überhaupt nichts los war - absolut tote Hose", sagt der Trompeter, "denn da sind alle Politiker und Parlamentarier weg." Eine große Herausforderung war auch die Kommunikation: "Wir hatten Kollegen, die in einem Satz Deutsch, Englisch, Französisch und Flämisch gesprochen haben, das ist schon witzig. Man hört dann angestrengt zu und versucht, alles zu verstehen." Für die weltoffenen Brüsseler sei dagegen der multikulturelle Mix in Sprache und Kultur völlig normal. Privat ist er derzeit eher in heimischen Gefilden unterwegs: "Weil meine Kinder noch klein sind, ist seit einigen Jahren der Bayerische Wald als Urlaubsziel in den Vordergrund gerückt. Früher habe ich Asien, Australien, Amerika und Südafrika bereist, aber wie heißt es doch so schön: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah liegt?"



 
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Ingolstadt
Theresa Fitzinger, 22, Klarinette
Für ihr duales Studium bei Audi hat Theresa Fitzinger 2017 bei Seat ein Auslandspraktikum absolviert. "Barcelona ist eine wunderschöne Stadt", schwärmt die Klarinettistin. "Meine Arbeitskollegen waren super-nett, haben mich richtig integriert und überall mit hingenommen", meint die Studentin, die nun auch die Sprache beherrscht: "Ich habe vor Ort einen Sprachkurs belegt. Zudem wird man ja täglich mit der Sprache konfrontiert, da fällt es noch leichter zu kommunizieren und kommt schneller rein." Am meisten beeindruckt hat die Studentin die Mentalität der Spanier, die auch in schwierigen Situationen ruhig bleiben: "Deutsche würden in der gleichen Lage schon in Panik ausbrechen und unruhig werden. Die Spanier sind da viel entspannter", meint Fitzinger, deren Urlaubs-Traumziel Russland ist. "Meine Schwester hat ein Auslands-Semester in St. Petersburg gemacht und ist mit der Transsibirischen Eisenbahn durchs Land gefahren. Ihre Fotos haben mich so begeistert, dass ich das unbedingt einmal erleben will."

Eingespieltes Team: Josef Streller (Mitte, im Uhrzeigersinn), Theresa Fitzinger, Jürgen Bauer, Paul Gowling und Michaela Seitz harmonisieren miteinander ? nicht zuletzt durch ihre Auslandsaufenthalte können sich die Audi-Bläser auch gut auf andere einstellen.
Eingespieltes Team: Josef Streller (Mitte, im Uhrzeigersinn), Theresa Fitzinger, Jürgen Bauer, Paul Gowling und Michaela Seitz harmonisieren miteinander - nicht zuletzt durch ihre Auslandsaufenthalte können sich die Audi-Bläser auch gut auf andere einstellen.
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Ingolstadt
Josef Streller, 56, Tuba
Josef Streller betreut seit etwa 20 Jahren das Motorenwerk in Ungarn. Dabei ist er jeden Monat mehrere Tage vor Ort und kennt daher die Stadt Györ sehr gut. "Meine ungarischen Kollegen sind sehr aufgeschlossene Menschen, die untereinander auch privat sehr freundschaftlich verbunden sind. Das ist ihnen sehr wichtig. Ein weiterer schöner Charakterzug ist die Gastfreundschaft. Man wird häufig eingeladen, beispielsweise zum Essen." Vom Hinterland hat der 56-Jährige zwar noch nicht viel gesehen, aber die Stadt Györ habe sich enorm entwickelt. Früher war es ein recht einfacher Ort, sei aber - auch durch die Arbeitsplätze - inzwischen richtig aufgeblüht. Mit seinen ca. 120 000 Einwohnern sei Györ mittlerweile sehr modern, viele westeuropäische Unternehmen hätten sich dort angesiedelt, Infrastruktur und Verkehr seien top. Privat war der Audianer im letzten Urlaub in Ägypten, auch Afrika würde ihn reizen: "Die Natur und die Tierwelt dort würde ich gerne einmal kennenlernen."



 
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Ingolstadt
Michaela Seitz, 36, Klarinette
Südafrika und Finnland waren die Ziele von Erprobungsfahrten von Michaela Seitz für Audi. "Wir fahren dabei mit Prototypen oder Vor-Serienfahrzeugen auf Hitze- oder Kälteerprobung", erklärt die 36-Jährige. Bevorzugt hat sie dabei Südafrika: "Das ist eine ganz andere Kultur und ich liebe nun mal die Sonne", sagt Seitz. "Die Prüfgelände sind zwar eingedeutscht, aber das landestypische Essen nehme ich natürlich gerne mit", erzählt die Audianerin. "Ich habe in Südafrika die besten Steaks meines Lebens gegessen. Dazu einen schönen Wein, das ist schon ein Highlight. Die Menschen dort sind auch längst nicht so gestresst wie wir Deutschen." Das krasse Gegenteil - was das Wetter betrifft - hat Michaela Seitz in Finnland erlebt: "Da muss man sich in Schichten anziehen, wenn die Temperatur von morgens -30 Grad auf nachmittags -5 Grad steigt." Privat zieht es die Klarinettistin eher in warme Gefilde: "Am liebsten würde ich eine Reise nach Kapstadt unternehmen, denn das soll die schönste Stadt der Welt sein."

Konzertkarten sind in den Vorverkaufsstellen zu 25, 22 oder 19 Euro erhältlich. Abonnenten unserer Zeitung erhalten beim Kauf in den Geschäftsstellen wieder einen Rabatt von drei Euro pro Karte. Wer zugunsten der Vorweihnacht der guten Herzen, die soziale Einrichtungen und Bedürftige vor Ort unterstützt, spenden will, kann das an mit einer Überweisung an: Vorweihnacht der guten Herzen, Sparkasse Ingolstadt, IBAN: DE80 7215 0000 0000 0505 00, BIC: BYLADEM1ING.
Sabine Kaczynski
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