Dienstag, 11. Dezember 2018
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Pförringer Puppenspielerinnen mit "Kasperl und der Nikolaus" am Leonhardimarkt

Vorhang auf für Larifari

Pförring
erstellt am 14.11.2018 um 15:07 Uhr
aktualisiert am 17.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pförring (DK) Seit drei Jahren hat die Pförringer Bücherei ihre eigene Puppenbühne. Gabi Sammiller und Martina Nemec verfügen inzwischen nicht nur über ein beachtliches Puppenensemble, sondern auch eine große Gemeinde kleiner und großer Fans. Zum Leonhardimarkt haben sie ein neues Stück einstudiert: "Kasperl und der Nikolaus".
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Die Pförringer Puppenspielerinnen bringen in ihrem neuen Stück, das sie im Zuge des Leonhardimarkts aufführen, den Nikolaus mit.
Die Pförringer Puppenspielerinnen bringen in ihrem neuen Stück, das sie im Zuge des Leonhardimarkts aufführen, den Nikolaus mit.
Kügel
Pförring
"Ich will auch mal den Kristall halten, ich auch, ich auch!" Groß ist das Gedränge, als die Puppenspielerinnen nach dem Stück und einer kleinen Brotzeit ihr Publikum einladen, einen Blick hinter die Puppenbühne zu werfen und mal selbst, eine Puppe oder ein Requisit in der Hand zu halten. Gerade noch haben die Kinder die Welt um sich vergessen. Haben mit dem Kasperl begeistert "Seppl, Seppl!" gerufen und brav seine Fragen beantwortet, sind vor dem Krokodil erschrocken und haben mit offenem Mund und glänzenden Augen den leuchtenden Kristall bestaunt und den Wassergeist um dieses Geburtstagsgeschenk fast beneidet. Jetzt entdecken sie mit derselben Begeisterung, dass der funkelnde Kristall nur ein blinkender Lutscher ist, oder versuchen sich selbst als Puppenspieler.

"Wenn man die Kinder vom Fernseher und vom Handy weglocken will, braucht man ein spannendes Stück", sagt Gabi Sammiller. Gemeinsam mit ihrer Partnerin Martina Nemec sucht sie die Geschichten aus und schreibt sie dann für ihre Bühne um. Aber länger als 25 Minuten dürfe auch das spannendste Stück nicht dauern, so Sammillers Erfahrung. Sonst würden die Kinder unruhig. Der freche Kasperl und der immer hungrige Seppl sind bei jedem Stück dabei. Außerdem stehen noch etwa 30 Puppen zur Wahl. Und wenn mal ein Charakter fehlt, dann wird auch mal eine Puppe gebastelt, wie der Wassergeist mit seinem Kopf aus einem leuchtenden Gummiball und seinem Gewand aus einem alten Bettbezug. Martina Nemec sei da nicht nur eine tolle Partnerin, sondern auch eine fantasievolle Requisiteurin, die in den Spielsachen ihrer drei Kinder oft fündig wird.

Dann wird geprobt. Bis zu 15-mal treffen sich die beiden Frauen, um ihr Stück einzustudieren. Sie haben viel Spaß dabei. "Manchmal müssen wir über unsere Pannen so lachen, dass wir erst nach zehn Minuten weiterspielen können", sagt Gabi Sammiller. "Schon dieses Lachen ist den Zeitaufwand wert", pflichtet ihr Martina Nemec bei. Perfektionisten, die sie sind, lassen sie sich bei den Proben von Sammillers Tochter filmen. "Patricia ist nicht nur unsere strengste Kritikerin, sondern auch eine perfekte Bühnentechnikerin", sagt die Mama. Dank Lautsprecher und Headset sei auch nicht die Stimme das Problem, schon eher, dass man ständig die Arme nach oben halten müsse. "Das ist immer dann besonders anstrengend, wenn ich als Rechtshänderin die Kasperlpuppe in der linken Hand halten muss", sagt Samiller.

Den Text müssen die Pförringer Puppenspielerinnen übrigens nicht auswendig lernen, denn sie haben "Spicker" hinter der Bühne, die Sammillers Schwiegersohn Andreas gebaut hat. "Aber man muss schon mit dem Stück vertraut sein", betont das Puppenspielerduo unisono. Denn alles sei durchgeplant, nichts Zufall. Und wenn man mal improvisieren muss, weil die Kinder so mitfiebern, dass sie mit den Puppen sprechen, wie bei "Kasperl Larifari und der Kristall", dann müsse man trotzdem wieder rasch in in seine Rolle zurückfinden.

Zum Leonhardimarkt heißt es wieder: Vorhang auf für Kasperl Larifari und seinen Freund, den Seppl. Vorstellungen sind am morgigen Freitag, 16., und Montag, 19. November, jeweils ab 15.30 Uhr im Pförringer Rathaussaal. Das neue Stück heißt "Kasperl und der Nikolaus". Der Erlös kommt der Bücherei zugute.
Sebastian Kügel
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