Montag, 19. November 2018
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Beim 25. Azubisportfest lernen die Audi-Mitarbeiter mehr als nur neue Sportarten kennen

Von der Werkbank auf die Laufbahn

Ingolstadt
erstellt am 12.07.2018 um 20:01 Uhr
aktualisiert am 16.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Einen Tag lang Ausdauer statt Autos bauen: Zum 25. Mal hat Audi am Donnerstag für seine rund 1300 Auszubildenden ein Sportfest veranstaltet. Dabei ging es nicht nur darum, fit zu bleiben. Ziel war auch, die Kollegen beim gemeinsamen Schwitzen besser kennenzulernen. Ein paar ganz besondere Gäste sorgten dabei für Aufregung.
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Sonst bauen sie Autos, am Donnerstag joggten sie gemeinsam: die Auszubildenden von Audi, hier begleitet von Betriebsrat Jörg Schlagbauer (links) und dem Leiter des Ausbildungszentrums, Dieter Omert (Mitte). Wem nicht nach Laufen zumute war, der konnte sich auch im Karate oder Floorball versuchen ? dies unter Anleitung von einigen ganz besonderen Trainern.
Sonst bauen sie Autos, am Donnerstag joggten sie gemeinsam: die Auszubildenden von Audi, hier begleitet von Betriebsrat Jörg Schlagbauer (links) und dem Leiter des Ausbildungszentrums, Dieter Omert (Mitte).
Fotos: Bleiziffer/Schmidt
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So viel Trubel herrscht auf dem Gelände des TSV Nord selten: Das Stimmengewirr hunderter Jugendlicher, untermalt von Musik, hört man schon von Weitem. Immer mehr junge Menschen strömen auf den Sportplatz. Vor der Laufbahn tanzen etwa 20 junge Frauen zusammen unter der Anleitung einer Trainerin, auf dem Fußballplatz werden die ersten Pässe des Tages geschlagen.

Sportliche Azubis

 


Derweil wird es in der Turnhalle laut. Etwa 30 Jugendliche haben sich in mehrere Teams aufgeteilt, in den Händen halten sie etwas ungewöhnliche Schläger. Jetzt wird Floorball gespielt, auch als Unihockey bekannt. Ziel ist es, einen etwa Puck-großen Ball ins Tor zu bekommen. Zuvor muss der aber erst mit dem Schläger unter Kontrolle gebracht werden. Diffizile Angelegenheit? Das sieht Tiziano anders, der gerade ausgewechselt wurde. Er hat heute zum ersten Mal Floorball gespielt. "Man kommt leicht rein", sagt der Auszubildende zum Werkzeugmechaniker.
Wem nicht nach Laufen zumute war, der konnte sich auch im Karate oder Floorball versuchen - dies unter Anleitung von einigen ganz besonderen Trainern.
Fotos: Bleiziffer/Schmidt
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Fast unentdeckt steht im Tor einer, der sonst eher auf dem Eis zu sehen ist: Timo Pielmeier vom ERCI. Er zeigt den jungen Audi-Mitarbeitern gemeinsam mit drei anderen Spielern heute, wie Floorball, das schließlich ein paar Ähnlichkeiten zum Eishockey hat, funktioniert. Die Jugendlichen auf dem Feld gehen mit ihm um wie mit den anderen Mitspielern auch. Hat denn schon jemand ein Autogramm verlangt? "Nein", lacht Pielmeier, "aber einige Selfies".

Draußen auf der Laufbahn drehen einige unermüdlich Runde um Runde. Für jede von ihnen werden zwei Euro gespendet - doppelt so viel wie sonst, schließlich gibt es das Sportfest in diesem Jahr schon ein Vierteljahrhundert. 10000 Euro werden so am Ende zusammenkommen. Einer der fleißigen Läufer auf der Bahn ist Jörg Schlagbauer, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender bei Audi. Etwas außer Atem kommt er wieder am Start an. "Heute morgen bin ich eine dreiviertel Stunde gejoggt", sagt er ein wenig keuchend. "Das war vielleicht nicht so clever, das hätte ich auf jetzt verlegen können." Er erinnert sich an die Anfänge des Sportfestes, als er selbst noch Jugend- und Ausbildungsvertreter war. "In den Anfängen waren wir vielleicht 800 bis 900 Auszubildende, das ist mit heute nicht zu vergleichen", sagt er. Früher sei es einfach nur ein Sportfest gewesen, heute seien Sponsoren und Partner wie die Verkehrswacht an Bord. "Und ich freue mich, dass ich niemanden sehe"- er blickt prüfend über die Schulter - "der auf sein Handy schaut." Schließlich solle es um Teamgeist und das gegenseitige Kennenlernen gehen. "Und wie geht das besser als mit Sport?"
 
Fotos: Bleiziffer/Schmidt
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"Vorbild ist alles - bei der Ausbildung und auch hier", sagt Dieter Omert, Leiter des Audi-Bildungszentrums, bevor er selbst mit einigen Azubis eine Runde für den guten Zweck joggt. Zu Beginn des Sportfestes vor 25 Jahren sei noch der Wettbewerbsgedanke im Vordergrund gestanden - da habe man einfach Fußball gegeneinander gespielt. Heute stehe das Teambuilding im Vordergrund. Deshalb sei die Zahl der Angebote viel größer - "und es ist auch was für die dabei, die kein Fußball spielen möchten".

Gleich am Eingang beginnt gerade eine Partie Tennis. Die drei Auszubildenen Berna Fariz, Jaqueline Pajko und Feyza Gürbüz kommen derweil von einer Einheit Karate - das erste Mal mit dem Kampfsport für die drei angehenden Fertigungsmechanikerinnen. "Das hat gut geklappt",, sagt Fariz, "und es war gar nicht so anstrengend". Sonst bestehe der Tag aus Feilen und Schleifen, heute haben sie Schläge pariert - und ausgeteilt.

Für die Karate-Trainer Max Ries und Heidi Graßl beginnt gleich darauf schon der nächste Kurs. Ihnen macht es Spaß, den Jugendlichen heute "ihren" Sport zu zeigen. "Beim Karate geht es darum, Herausforderungen zu meisten, durchzuhalten und Biss zu beweisen - wie eben im Leben auch", sagt Ries. Spätestens heute können die Azubis dieses Wissen dann wieder in der Arbeit einsetzen.
Sophie Schmidt
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