Dienstag, 23. Oktober 2018
Lade Login-Box.

Bei der Bürgerversammlung im Bezirk Nordost standen Straßen und Stadtentwicklung im Mittelpunkt

Viele Verkehrsthemen, wenige Besucher

Ingolstadt
erstellt am 12.10.2018 um 18:39 Uhr
aktualisiert am 17.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Bei der Bürgerversammlung im Stadtbezirk Nordost am Donnerstag ging es zügig durchs Programm. Knapp zwei Stunden benötigten OB Christian Lösel und seine Referenten aus den Ämtern und städtischen Unternehmen, um die Zuhörer auf den aktuellen Stand von Themen aus der Stadtentwicklung zu bringen.
Textgröße
Drucken
Das Ziel: Ein Veranstaltungsort für die Bürger. Dieser Parkplatz an der Eichendorffstraße soll aufgewertet werden.
Das Ziel: Ein Veranstaltungsort für die Bürger. Dieser Parkplatz an der Eichendorffstraße soll aufgewertet werden.
Brandl
Ingolstadt
Bürger waren diesmal allerdings nur wenige unter den Besuchern. Dafür fanden sich umso mehr Vertreter aus der Politik im Nebensaal der Gaststätte des TSV Nord ein. Selbst die beiden Landtagskandidaten Alfred Grob (CSU) und Jakob Schäuble (FDP) ließen sich es nicht nehmen und stießen im Anschluss an eine Podiumsdiskussion noch zur Runde. Es lag offensichtlich an der geringen Bürgerbeteiligung, dass nach dem Ende der Referate zu den vereinbarten Themen wie Grünflächen, Fahrradvorrangrouten und ÖPNV vergleichsweise wenige Nachfragen folgten.

Einige gab es dann aber doch, und die bezogen sich zum Teil auf individuelle und standortgebundene Anliegen, sodass Lösel die Fragesteller auf den zuständigen Bezirksausschuss (BZA) Nordost verwies, der durch dessen zweiten Vorsitzenden Christian De Lapuente vertreten war.
Schilder schwer zu erkennen: Die Tempo-30-Zone an der Hebbelstraße sollte auch auf der Fahrbahn markiert werden, regen Bürger an.
Schilder schwer zu erkennen: Die Tempo-30-Zone an der Hebbelstraße sollte auch auf der Fahrbahn markiert werden, regen Bürger an.
Brandl
Ingolstadt



Ein größeres Thema: Die Verkehrssituation im Bereich der Hebbelstraße beim Nordpark. Bürger schlugen vor, dort die Kennzeichnung für die Tempo- 30-Zone großflächig als Markierung auf der Straße anzubringen. Die Schilder würden oft nicht gesehen oder beachtet, sagte ein Teilnehmer. Auch sogenannte Fahrbahnschwellen wurden als Lösung gegen zu schnelles Fahren vorgeschlagen. "Da ziehen Sie den Unmut der Anwohner auf sich", redete OB Lösel dem besorgten Vater ins Gewissen. Die Schwellen verursachten beim Überfahren Lärm, der vor allem nachts stark wahrgenommen werde, bestätigte auch De Lapuente. Markierungen auf der Straße wiederum seien im Winter bei Schneefall schlecht zu erkennen, lautete ein Einwand aus den Reihen der Stadtvertreter. Ob nun vielleicht als Lösung ein versetztes Parken gegen überhöhte Geschwindigkeit helfen könnte, wollen die betroffenen Bürger und der BZA demnächst klären.

Beklagt wurde in der Fragerunde auch die vermeintlich schlechte Busverbindung vom Norden zum Hauptbahnhof. Ein Teilnehmer berichtete, er müsse auf der Strecke im Berufsverkehr mehrmals umsteigen. Dass es im Nordosten beim Parken eng zugeht, ist bekannt. In bestimmten Straßen ein reines Bewohnerparken zu erlauben, wie vorgeschlagen, sei jedoch rechtlich schwierig und schwer zu dokumentieren, erläuterte Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle. Sie sicherte aber zu, die Problematik untersuchen zu lassen.

Lösels mehrfacher Verweis auf den BZA - das Bürgergremium ist für viele Anliegen von Quartiersbewohnern die erste Instanz - sorgte kurz vor Ende für einen kleinen Eklat. Wohl mangels Kenntnis darüber, welchen Weg Anträge, Vorschläge und Beschwerden aus den Stadtbezirken üblicherweise gehen, fragte ein Teilnehmer den Oberbürgermeister, ob er denn überhaupt regierungsfähig sei. Nachdem sich das Raunen und die kurzzeitige Sprachlosigkeit im Saal wieder gelegt hatten, erläuterte der Rathauschef erneut das Prozedere und bat um Verständnis dafür, dass er nicht jede Straße in Ingolstadt im Detail kennen könne. Alle Wünsche und Anregungen der Bürger wurden schriftlich festgehalten.

Weitere Themen der Bürgerversammlung

Die neue Begrünungs- und Gestaltungssatzung solle in den Rahmenplan und das Freiraumkonzept für die Goethestraße mit einfließen. Zudem wolle die Stadt verbesserte Zugangsmöglichkeiten für die Naherholung an der Donau schaffen. Das sei ein "klarer Bürgerwunsch", so Preßlein-Lehle.

ÖPNV-Anbindung "Nördlich der Römerstraße": Die favorisierte Lösung sei hier die Linie 20 von der Innenstadt zum Ingolstadt Village, informierte INVG-Geschäftsführer Robert Frank. Er erachte eine Verlängerung einzelner Fahrten ab der Haltestelle Gutenbergstraße für möglich. Eine konkrete Vorstellung der Planung erfolge in der BZA-Sitzung am 13. November.

Neugestaltung des Parkplatzes an der Eichendorffstraße: Der Entwurf hierzu sei beim BZA "nicht gut angekommen", informierte Tiefbaureferent Alexander Ring die versammelten Bürger. Der Wunsch des Ausschusses sei es, den Platz so herzurichten, dass dort auch Veranstaltungen mit vielen Besuchern wie etwa das Aufstellen eines Maibaums stattfinden können. Welche Veranstaltungen genau in Frage kommen, soll nun noch einmal ermittelt werden.

Fahrradvorrangrouten: Die Schillerstraße sei kein direktes Teilstück einer Vorrangroute. Daher seien keine Maßnahmen geplant, sagte Ring zu diesem Thema. An der Nürnberger Straße gebe es jedoch bauliche Maßnahmen im Bereich der sogenannten Marktkaufkreuzung im Zuge des Projekts "Anschluss Schneller Weg". Ring erläuterte weiter die Baumaßnahmen und Sanierungen im Bereich der Regensburger Straße, die Teil der Vorrangroute 04 ist.
 

Michael Brandl
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!