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Zur Verbesserung des Verkehrsflusses will die Stadt 66 Ampeln umrüsten

Ein Netz für die Grüne Welle

Ingolstadt
erstellt am 05.10.2018 um 20:49 Uhr
aktualisiert am 10.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Die Stadt will alle Ampeln im Stadtgebiet miteinander vernetzen, damit in Zukunft der Verkehr besser gelenkt werden kann. Zunächst aber bedeutet das: weitere Baustellen. Denn 66 Ampeln müssen dafür umgerüstet werden. Die Maßnahme, die in den kommenden vier Jahren umgesetzt werden soll, ist auch nicht ganz billig: 2,2 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Am Dienstag kommt das Thema in den Stadtentwicklungsausschuss des Stadtrates.
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Der Umbau der Kreuzung Münchener Straße/Südliche Ringstraße steht nach wie vor auf der Agenda der Stadt. Allerdings verspricht sich die Stadtverwaltung auch eine Verbesserung durch die Umrüstung etlicher Ampeln ? um sie miteinander zu vernetzen.
Der Umbau der Kreuzung Münchener Straße/Südliche Ringstraße steht nach wie vor auf der Agenda der Stadt. Allerdings verspricht sich die Stadtverwaltung auch eine Verbesserung durch die Umrüstung etlicher Ampeln - um sie miteinander zu vernetzen.
Hauser
Ingolstadt
160 Ampeln gibt es laut Stadt derzeit im Stadtgebiet. Sie werden zentral über zwei Rechner gesteuert: einer aus dem Jahr 2006 und einer von 1998. Während der jüngere Rechner bereits das Sammeln (und damit auch den Austausch) von Daten ermöglicht, ist der ältere komplett aus der Zeit gefallen. Die 66 Ampeln, die an ihm hängen, sind salopp formuliert nicht mehr anschlussfähig. Peu à peu sollen sie deshalb umgerüstet werden. Es handelt sich dabei um 34 Ampeln an Kreuzungen und Einmündungen und 32 Fußgängerampeln, die während des schrittweisen Umbaus jeweils für ein bis zwei Tage abgeschaltet werden müssen. Kommendes Jahr soll es losgehen - falls der Stadtrat zustimmt. 2022 könnten dann alle Ampeln vernetzt sein.

"Soweit wir wissen, hat noch keine Stadt komplett umgestellt", sagte am Freitag Ingolstadts OB Christian Lösel auf Anfrage. Ingolstadt könnte dementsprechend Vorreiter sein. "Keiner steht gerne im Stau", sagt Lösel. Und mit einem vernetzten Ampelsystem, das die Daten allen Automobilherstellern zur Verfügung stellt, ließen sich Staus deutlich reduzieren, davon ist er überzeugt. Der Oberbürgermeister rechnet damit, dass schon bald in größerer Zahl Autos unterwegs sein werden, die mit dem Ampelsystem kommunizieren können. In der vernetzten Zukunft könnte das System etwa feststellen, dass sich von der Neuburger Straße etliche Fahrzeuge Richtung Westliche Ringstraße bewegen, während auf dem Ring gerade kein Verkehr herrscht, und entsprechend die Grünphase in der einen Richtung verlängern. "Das ist nichts, was in fünf Jahren sein wird, das wird bereits ab 2019 hochlaufen", sagt Lösel. Dementsprechend dränge die Zeit, in der Stadt flächendeckend die technischen Voraussetzungen zu schaffen.

Natürlich werde die Stadt auch die nichtdigitalen Projekte weiterverfolgen, um den Verkehrsfluss zu verbessern. Der Oberbürgermeister erwähnte den Ausbau der Fahrradinfrastruktur, die Verbesserung an der Kreuzung Münchener Straße/Südliche Ringstraße, die Ostumgehung Etting, die Ortsumgehung Unsernherrn, den Ausbau des Schneller Wegs, den Audi-Bahnhalt und den Ausbau der regionalen Vernetzung des ÖPNV - Busse sollen übrigens auch in Zukunft an vielen Kreuzungen Vorrang haben.

Mehr als zehn Jahre ist es her, dass im Rahmen des Forschungsprojektes Travolution 46 Ampeln an Knotenpunkten miteinander vernetzt wurden - ebenfalls mit dem Ziel, die Zahl der Staus zu verringern. Allerdings spürte man - genau wie beim Nachfolgeprojekt mit dem Namen VinstaR - keine großen Veränderungen im Vergleich zu davor. Lösel sieht das anders: Die Zahl der Fahrzeuge im Straßenverkehr sei einfach so schnell angewachsen, dass die Effekte der Projekte überlagert worden seien. "Ohne die wäre es noch stärker gewesen", sagt er. Lösel versichert: "Wir stehen an einer technologischen Schwelle." In der Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses am Dienstag um 14 Uhr wird Lösel das Vorhaben erstmals öffentlich vorstellen.
 
 
Thorsten Stark
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