Mittwoch, 12. Dezember 2018
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Ingolstädter Triathlon lockt rund 10000 Zuschauer an - Hunderte Helfer unterstützen Veranstalter

Sportliches Spektakel am Baggersee

Ingolstadt
erstellt am 10.06.2018 um 19:35 Uhr
aktualisiert am 14.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Zwei Frauen stehen am Sonntagvormittag in ihren Badeanzügen sowie lachsfarbenen Kappen am Schwimmeinstieg und wünschen sich Kraft für den heutigen Tag.
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Ohne die Unterstützung der Fans geht?s nicht: Kristina Freymadl (oben, vorne) ist mit Roswitha Licklederer gekommen, um deren Sohn Josef anzufeuern. Der Köschinger nimmt an seinem Geburtstag zum vierten Mal am Ingolstädter Triathlon teil.
Ohne die Unterstützung der Fans geht's nicht: Kristina Freymadl (oben, vorne) ist mit Roswitha Licklederer gekommen, um deren Sohn Josef anzufeuern. Der Köschinger nimmt an seinem Geburtstag zum vierten Mal am Ingolstädter Triathlon teil.
Fotos: Eberl
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Für sie geht es gleich in das 24 Grad warme Wasser des Baggersees, um den ersten Teil der Olympischen Distanz beim 9. Ingolstädter Triathlon zu absolvieren. "Genieß es, have fun", sagt die eine Athletin zur anderen, bevor sie darauf hingewiesen werden, dass es bis zum Start noch zehn Sekunden sind.

Fotostrecke: Triathlon Ingolstadt
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Ähnliche Szenen spielen sich regelmäßig seit 7.30 Uhr ab - eine halbe Stunde, bevor die ersten Triathleten für die Mitteldistanz ins Wasser gesprungen sind. "Perfektes Triathlon-Wetter hier in dieser schönen bayerischen Stadt Ingolstadt", stellt der Moderator in der Früh fest, während die Sportler sich für ein Erinnerungsfoto aufstellen oder ein letztes Mal umarmt werden. Manche wirken hochkonzentriert, manche entspannt, manche aufgeregt. "Diese blöde Nervosität", ist da zu hören, ehe "Sportbürgermeister" Sepp Mißlbeck das Wort ergreift: "Die Stadt kann stolz auf den Triathlon sein, die Resonanz der Sportler aus ganz Deutschland zeigt es. "
 
Fotos: Eberl
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Nicht nur aus Deutschland - ein Rekordteilnehmerfeld mit über 2600 Athleten aus über 40 Nationen wird erwartet. Die ersten, die an den Start gehen, stammen aus der Elite-Gruppe rund um Lokalmatador Sebastian Mahr. Motivierender, aber zu dieser Uhrzeit noch verhaltener Beifall begleitet sie nach dem Startschuss in den Baggersee. Im Laufe des Tages wird es mit der wachsenden Zuschauermenge hier immer lauter werden, als die Besucher mit Tröten, Rasseln oder Kuhglocken die Musik aus den Lautsprechern übertönen.

Video: Impressionen vom Triathlon

 



Kristina Freymadl aus München und Roswitha Licklederer aus Kösching haben eine Ratsche dabei, um Josef Licklederer am späteren Vormittag lautstark zu unterstützen. Sein vierter Start - und das auch noch an seinem Geburtstag. Da wäre es doch ein schönes Geschenk, wenn er es bis ins Ziel schaffen würde? "Er läuft tatsächlich mehr zum Spaß mit", sagt Freymadl. "Aber weil er echt gut ist, macht's sogar noch mehr Spaß. " Und zur Belohnung gibt's Mama Roswithas selbstgebackenen Erdbeerkuchen.
Der Massenstart am Schwimmeinstieg ist jedes Jahr ein großes Spektakel. Vor allem an der Laufstrecke stehen viele Zuschauer mit ungewöhnlichen Utensilien wie einer Kuhglocke, um die Triathleten lautstark zu unterstützen, ehe sie sich im Ziel eine Medaille und das verdiente Lob der Angehörigen abholen können. Rund 650 Helfer gewährleisten einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung.
Der Massenstart am Schwimmeinstieg ist jedes Jahr ein großes Spektakel. Vor allem an der Laufstrecke stehen viele Zuschauer mit ungewöhnlichen Utensilien wie einer Kuhglocke, um die Triathleten lautstark zu unterstützen, ehe sie sich im Ziel eine Medaille und das verdiente Lob der Angehörigen abholen können. Rund 650 Helfer gewährleisten einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung.
Fotos: Eberl
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Während sich der Triathlon neben der Strecke mit etwa 10000 Zuschauern zu einer großen Familienfeier mit Picknicks und Entspannungseinheiten auf Liegestühlen entwickelt, laufen die Athleten aus dem ersten Startblock schon aus dem Wasser. Über einen roten Teppich geht es zwischen den Zuschauern hindurch zur Wechselzone. Kaum zu glauben, aber nach 1900 Metern durch den Baggersee lachen die meisten noch und winken ihren Fans zu. "Mich wundert's, dass man nach dem Schwimmen noch so laufen kann, da fühlt man sich doch so schwer", bemerkt eine Frau.

Als ein großer Teil der Mitteldistanz-Starter die Schwimmstrecke absolviert hat, wird es erst einmal ruhig am Baggersee. Viele Zuschauer sind zur Radstrecke aufgebrochen. Vorbei an den Ordnern, die Passanten freundlich den Weg weisen, geht es in Richtung Gerolfing. Die für den Verkehr gesperrte Gerolfinger Straße ist wie ausgestorben, ab und an fährt ein Triathlet auf seinem surrenden Profibike vorbei. Anwohner haben es sich im Schatten bequem gemacht. Ein größeres Publikum steht erst wieder am Kreisel. "Sag' mir, wenn du den Sebi siehst", bittet eine Helferin einen Mann. "Das ist ja der Funk", stellt dieser überrascht fest, als der erste Elite-Sportler in seine zweite Radrunde startet, und fügt bezüglich des späteren Deutschen Meisters Frederic Funk, der aus einer Triathlon-begeisterten Familie stammt, an: "Ganz wie der Papa. "
 
Fotos: Eberl
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In Gerolfing ist noch nicht viel los. Vor der Feuerwehr hat ein kleines Grüppchen eine Bierbank zum Frühschoppen besetzt. Daneben steht ein Paar aus Augsburg, das zu Fuß vom Baggersee hergelaufen ist und den Vorbeifahrenden applaudiert. "Wir feuern meinen Sohn und seinen Kumpel an", erzählt die Frau. Ihr Begleiter wundert sich, dass es hier kein Stimmungsnest gibt. "Das ist nicht zu vergleichen mit dem Challenge in Roth", sagt er.

Fotostrecke: Triathlon 2018
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Die "Hot Spots" des Ingolstädter Triathtlons liegen eben am Baggersee. Auf dem Weg dorthin zurück freut sich auch der Normalo-Radfahrer zwischen den Feldern über nicht ganz ernst gemeinte Motivationsrufe. Das Schild "Go, Papi, go", darf sich dagegen aber wohl jeder Vater zu Herzen nehmen. Zurück am See erfährt der Zuschauer gegen 10.45 Uhr, dass der erst 20-jährige Funk als Erster die Laufstrecke betreten hat - mit über vier Minuten Vorsprung. Als er auf der Brücke über dem Schwimmausstieg in Sicht kommt, könnte der Jubel kaum ausgelassener sein.
 
Fotos: Eberl
Ingolstadt



Auch nicht, als der Nürnberger noch vor Mittag ins Ziel läuft - und dabei nicht aussieht, als hätte er gerade unter vier Stunden einen Triathlon absolviert. Da ist sogar ein großer Schluck aus dem Bierglas und ein Kuss mit der Liebsten drin. "Süß ist er schon", stellt ein Mädchen fest, ehe die nächsten Triathleten eintreffen und sich eine Wasserdusche von einem zufriedenen Veranstalter Gerhard Budy abholen. Der dankt neben den Teilnehmern vor allem den 650 Helfern, die unter anderem 360 Kilo Bananen an die Sportler verteilt und einen reibungslosen Ablauf gewährleistet haben: "Sie sorgen dafür, dass die Sportler und Zuschauer einen unvergesslichen Tag erleben durften. "

Fotostrecke: 9.Triathlon 2018
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Tanja Stephan
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