Mittwoch, 26. September 2018
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Handgreifliche Auseinandersetzung in Straubing hat wohl auch für weitere 35 ERC-Anhänger strafrechtliche Konsequenzen

Anklagen gegen 14 Ingolstädter Eishockeyfans

Ingolstadt
erstellt am 14.09.2018 um 20:07 Uhr
aktualisiert am 19.09.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Die neue Spielzeit in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hat für den ERC Ingolstadt am Freitagabend mit dem Auswärtsspiel in Straubing begonnen, doch die alte Saison lässt den Anhang der Panther noch nicht los. Eine massive körperliche Auseinandersetzung im vergangenen Oktober ebenfalls in Straubing hat wohl größere strafrechtliche Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft Regensburg erhebt Anklage gegen 14 ERC-Fans, gegen 35 wurde ein Strafbefehl beantragt.
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Einen Übergriff auf einen Gästefan am Rande eines ERC-Heimspiels im Januar 2017 nahmen viele Anhänger der Panther kurz darauf zum Anlass, um gegen Gewalt unter Fans zu protestieren. Sie zeigten sinnbildlich die Rote Karte. Im Oktober 2017 kam es dann zu einem folgenschweren Vorfall in Straubing.
Einen Übergriff auf einen Gästefan am Rande eines ERC-Heimspiels im Januar 2017 nahmen viele Anhänger der Panther kurz darauf zum Anlass, um gegen Gewalt unter Fans zu protestieren. Sie zeigten sinnbildlich die Rote Karte. Im Oktober 2017 kam es dann zu einem folgenschweren Vorfall in Straubing.
Meyer
Ingolstadt
Am 29. Oktober 2017 waren mitten in der Straubinger Innenstadt zwei rivalisierende (Ultra-) Gruppen aus dem Lager der heimischen Tigers und der an diesem Tag im Stadion am Pulverturm gastierenden Panther aus Ingolstadt aneinander geraten. Die Polizei eilte nach einem Notruf herbei und konnte laut ihrem damaligen Bericht noch etwa 35 Personen feststellen, die an der handfesten Auseinandersetzung beteiligt gewesen sein sollen. Weitere mutmaßliche Schläger hatten offenbar schon das Weite gesucht. Die Polizei bilanzierte mehrere Verletzte, setzte die Kripo Straubing auf den Fall an und startete einen Zeugenaufruf.

Das Ergebnis der Ermittlungen liegt nun vor: Wie die Zweigstelle Straubing der Regensburger Staatsanwaltschaft auf DK-Anfrage bestätigt, hat sie Ermittlungsverfahren gegen letztlich 62 Personen aus dem Ingolstädter Lager im Alter zwischen 15 und 34 Jahren geführt. Der Vorwurf lautete und lautet jeweils auf Landfriedensbruch, also Gewalt oder Bedrohungen aus einer Menschenmenge heraus. Das Strafgesetzbuch sieht dafür eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe vor. Die Staatsanwaltschaft hat laut Behördensprecher Klaus Dieter Fiedler Anklage gegen 14 mutmaßlich massiver beteiligte Ingolstädter erhoben und beantragte Strafbefehle gegen 35 weitere Personen aus dem ERC-Anhang. Sechs Verfahren (gegen Jugendliche) wurden an die zuständige Staatsanwaltschaft nach Ingolstadt abgegeben, vier Verfahren mangels Tatnachweises eingestellt. Drei Verfahren seien noch nicht abgeschlossen.

Die 14 Anklagen und die 35 Anträge auf Strafbefehle liegen inzwischen beim Straubinger Amtsgericht. Dessen Sprecherin Elfriede Schütz sagte dem DK, dass nächste Woche eine hausinterne Abstimmung unter den zuständigen Richtern erfolgen werde, um die Verfahren gebündelt anzugehen.

Neben den Konsequenzen aus der strafrechtlichen Aufarbeitung droht den ERC-Fans mehr denn je ein Ausschluss von den Spielen. Teils wohl mehrjährige bundesweite Stadionverbote stehen im Raum. Nach den üblichen Gepflogenheiten im Spielbetrieb und mit Blick auf die Spielordnung der DEL wäre die Verhängung durch den Ligabetreiber schon bei Einleitung eines Ermittlungsverfahrens zu erwarten gewesen. Allerdings hatte sich im Lauf des Jahres eine auf Initiative der Ingolstädter Polizei im Umfeld des ERCI eingerichtete Stadionverbotskommission mit dem Straubinger Fall beschäftigt. Die an der Kommission beteiligten Fanbeauftragten und der ERC selbst warben nach DK-Informationen im Anschluss bei der DEL dafür, die Entscheidungen über Stadionverbote für Ingolstädter anders als sonst üblich bis zum Ausgang der Ermittlungsverfahren zurückzustellen.

Zu dem Fall wollte sich der Ligabetreiber auf DK-Anfrage jetzt inhaltlich nicht äußern; das dürfe er nicht, wie der Leiter des Spielbetriebs, Jörg von Ameln, mitteilt. Grundsätzlich sei aber festzuhalten, dass die DEL keine ermittelnde Behörde sei, sondern sich auf die Ergebnisse/Informationen der Polizei und Staatsanwaltschaften stütze.
 

FANMARSCH ZUM ERSTEN HEIMSPIEL

Das erste Heimspiel des ERC Ingolstadt in der neuen Saison am Sonntag (ab 19 Uhr gegen Krefeld) nimmt die Ultra-Szene des ERC Ingolstadt wieder zum Anlass, um den „Schanzer Eröffnungsmarsch“ zu organisieren. Gemeinsam ziehen Fans durch die  Innenstadt zur Saturn-Arena. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr am Münster, der Abmarsch ist für 15.30 Uhr geplant. An der Halle steht dann ein Bierstand bereit, teilen die Organisatoren mit.  Ein limitiertes Marsch-T-Shirt kann für zehn Euro erworben werden.
 
Christian Rehberger
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