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Feuerwehren aus Pförring, Ettling und Neustadt erproben Ernstfall bei Brand in Entsorgungsunternehmen

Reicht das Wasser?

Pförring
erstellt am 11.10.2018 um 11:51 Uhr
aktualisiert am 14.10.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pförring (kue) Brand in einem Pförringer Entsorgungsunternehmen: So lautete das Szenario für eine gemeinsame Übung der Feuerwehren aus Pförring, Ettling und der Stadt Neustadt, bei der die Zusammenarbeit der Nachbarwehren und die Löschwasserversorgung im Gewerbegebiet getestet wurde.
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Ein Brand bei einer Pförringer Entsorgungsfirma war das Szenario für eine gemeinsame Einsatzübung von drei Feuerwehren aus der Region.
Ein Brand bei einer Pförringer Entsorgungsfirma war das Szenario für eine gemeinsame Einsatzübung von drei Feuerwehren aus der Region.
Kügel
Pförring
Nur kurz heulen die Martinshörner, dann haben die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Pförring den Einsatzort am Mittersteigweg erreicht, der nur einen Steinwurf vom Feuerwehrhaus entfernt ist. Im Nordwesten des Firmengeländes brennt ein Schrotthaufen, Personen werden nicht vermisst, heißt es in der Alarmmeldung. Während der Einsatzleiter kurz die Lage erkundet, treten die Feuerwehrleute in ihren Schutzanzügen hinter den Fahrzeugen an und nehmen die Befehle entgegen.

Dann geht alles im Laufschritt. Schläuche werden ausgerollt, Hydranten angeschlossen, Verteiler gesetzt. Nach kurzer Zeit heißt es "Wasser marsch!" und die sogenannte Widerstandslinie zum Nachbarbetrieb im Norden steht. Die Lage spitzt sich zu, als plötzlich doch zwei Personen als vermisst gemeldet werden. Atemschutzgeräteträger der Wehren aus Pförring und Ettling finden sie in einem verrauchten Gebäude und bringen die Verletzten aus dem Gefahrenbereich. Inzwischen ist die "Kavallerie" eingetroffen: Die Feuerwehr aus dem benachbarten Neustadt ist mit acht Fahrzeugen und 38 Mann angerückt. Die Niederbayern bauen eine zweite Widerstandslinie auf und bekämpfen den Brand von der Drehleiter aus. Am anderen Ende befreien sie mittels Lufthebekissen einen Arbeiter, der nach einem Unfall unter einem Stapler eingeklemmt ist.
Während die Feuerwehrleute aus Neustadt aus allen Rohren löschten, kümmerten sich die Atemschutzgeräteträger aus Pförring und Ettling um die Rettung der vermissten Personen.
Während die Feuerwehrleute aus Neustadt aus allen Rohren löschten, kümmerten sich die Atemschutzgeräteträger aus Pförring und Ettling um die Rettung der vermissten Personen.
Kügel
Pförring



"Die Einsatzübung wurde bereits im April mit den drei Feuerwehren ausgemacht, noch vor dem Brand bei einem Entsorgungsunternehmen in Beilngries", sagt Kommandant Christoph Bürzer bei der Abschlussbesprechung im Feuerwehrgerätehaus, wo die Feuerwehrleute als kleine Anerkennung eine Brotzeit bekommen. Das Übungsobjekt Oblinger sei von der Feuerwehr Pförring ausgesucht worden, da trotz der Nähe zum Feuerwehrhaus hier noch keine Einsatzübung abgehalten worden sei. Neben der Zusammenarbeit der Feuerwehren aus Pförring, Ettling und Neustadt sollte die Wasserversorgung auf die Probe gestellt werde, erläutert Bürzer den Zweck der Übung. Das Gewerbegebiet wird normalerweise über den Wasserzweckverband Altmannsteiner Gruppe versorgt, mit dem Pförring einen Notverbund unterhält, hatte Bürgermeister Bernhard Sammiller erklärt. Für die Übung wurde am Mittersteigweg die Verbindung zum Netz des Wasserzweckverbands Ingolstadt Ost geöffnet, der den Großteil des Gemeindegebiets versorgt.

Rund dreieinhalb Kubikmeter Wasser wurden bei der Übung nach Bürzers Schätzung aus dem Trinkwassernetz entnommen. Mit dem Neustädter Kommandanten Jürgen Bucher ist er sich einig, dass im Ernstfall mehr gebraucht würde. Dies würde nicht nur eine lange Schlauchstrecke aus dem Kelsbach oder aus einem nahen Weiher notwendig machen, sondern auch eine Löschwasserrückhaltung, wie sie die Pförringer beim Brand in Beilngries aufgebaut haben. Als weitere Aufgaben kämen die Schadstoffmessung und die Warnung der Bevölkerung hinzu, sagt Bürzer.

Bei der Übung sind 75 Feuerwehrmänner und -frauen - 40 aus Neustadt, 25 aus Pförring und zehn aus Ettling - mit 13 Fahrzeugen angerückt. "Bei einem echten Brand würden bestimmt doppelt so viele alarmiert", sagt Bürzer, der die Pförringer Wehr bis Jahresende führt (DK berichtete). Kreisbrandrat Martin Lackner war beeindruckt von der reibungslosen Zusammenarbeit und dankte den Feuerwehrleuten: "Ihr habt miteinander eure Freizeit geopfert."
 
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