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Wuna und Richard: Eltern im Schatten berühmter Kinder

erstellt am 06.02.2003 um 21:30 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 11:22 Uhr | x gelesen
(kh) Oft stehen die Eltern im Schatten ihrer berühmten Kinder. Dies gilt auch für die "heilige Familie" der Eichstätter Bistumspatrone: Willibald, Wunibald und Walburga genießen seit mehr als 1200 Jahren die Verehrung durch die Gläubigen. Ihre Eltern Wuna und Richard, die ebenfalls als Heilige verehrt werden, stehen im Hintergrund, fast im Schatten, und nicht einmal ihre Namen sind historisch durch Urkunden belegbar. Der 7. Februar ist beiden als gemeinsamer Gedenktag gewidmet.
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Während der Name Wuna ("Wonne, Freude") ziemlich in Vergessenheit geraten ist, wird immerhin der Name Richard ("kühner Herrscher") auch heute noch als Taufname gewählt, und es gibt einige sehr berühmte Träger dieses Namens: Richard Löwenherz, Richard Wagner, Richard Strauss, der Tenor Richard Tauber oder Richard von Weizsäcker beispielsweise. Schon im Mittelalter war dieser Name sehr gebräuchlich, kam dann aber aus der Übung und bürgerte sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von England her wieder ein.

Wuna war nach der Überlieferung eine Schwester des heiligen Bonifatius und gehörte einem alten berühmten Geschlecht in Wessex an. Sie wurde schon im 15. Jahrhundert in der Diözese Eichstätt verehrt. Auch Richard stammte aus Wessex in Südengland; er war Besitzer eines Herrenhofes und ließ sich von Willibald für die "Pilgerschaft um Christi willen" gewinnen. 720 brach er mit seinen beiden Söhnen Wunibald und Willibald zur Reise nach Rom auf. starb aber schon im Herbst 720 in Lucca und wurde dort in der Kirche San Frediano beigesetzt. Um das Jahr 1150 wurden seine Gebeine erhoben. Bei dieser Gelegenheit wurden wohl auch Reliquien entnommen, die später · möglicherweise 1154 · nach Eichstätt kamen. Der Gedenktag am 7. Februar erinnert übrigens an die Übertragung seiner Reliquien.

Ohne dass es historisch zu rechtfertigen wäre, wurde Richard im zehnten Jahrhundert mit dem Titel "König der Angelsachsen" bedacht. Daran knüpften sich im 14. Jahrhundert weitere Legenden. Diese "Königs-Legende" hat auch dazu geführt, dass das Wappen der Könige von England, näherhin das des seit 1154 regierenden Geschlechts Anjou-Plantagenet, im 14. Jahrhundert auf Richard und seine Kinder, später dann auch auf seine geistigen Söhne und Töchter übertragen wurde.

So wurden die drei schreitenden goldenen Löwen auf rotem Grund auch zu den Wappentieren des Domkapitels von Eichstätt, der Abtei Heidenheim und der Abtei St. Walburg in Eichstätt.

Konrad Held
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