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Zahl der Milchviehbetriebe im Landkreis nimmt weiter ab Tierwohl und Ökonomie im Fokus

"Es geht ans Eingemachte"

Pietenfeld
erstellt am 14.02.2018 um 18:39 Uhr
aktualisiert am 18.02.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pietenfeld (DK) Die Zahl der Milchviehbetriebe im Landkreis Eichstätt und in der Stadt Ingolstadt nimmt weiter ab. Wie Josef Schnell vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bei einer Versammlung im Walkwirt in Pietenfeld sagte, gehe es jetzt ans "Eingemachte".
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Pietenfeld: "Es geht ans Eingemachte"
Ein Blick in den Laufstall des Biobetriebes Hutter in Adelschlag, der für seine Kühe je Tier 18 Quadratmeter Platzangebot und neun Quadratmeter Liegefläche in einem offenen Stall bietet. - Foto: Funk
Pietenfeld

Schnell berichtete bei der Informationsveranstaltung über die Entwicklung für den Landkreis Eichstätt und das Stadtgebiet Ingolstadt. 39 Kühe stünden nun in einem Durchschnittsbetrieb. Die Zahl der Tiere ginge leicht nach oben, die der Betriebe nehme dagegen weiter ab. Jetzt seien auch langsam die größeren Betriebe betroffen. 220 Milcherzeuger gibt es laut Schnell noch im genannten Gebiet. Im Vorjahr waren es noch 235. Steigend ist nach Schnells Aussagen aber die Zahl der Laufstallbetriebe. Höfe, die ihre Kühe noch in Anbindung haben, gingen "rasant" zurück. Vier Molkereien holen im Dienstgebiet die Milch ab.

Probleme treten bei Betriebsumstellungen auf, da wegen der Platzanforderungen fast nur noch im Außenbereich in Betriebsverlagerungen gebaut werden kann. Eine Umstellungsberatung mit zugehöriger Investitionsförderung werde derzeit nicht in Anspruch genommen. Schnell zufolge gibt es im Amtsbereich 0,47 Großvieheinheiten je Hektar Fläche. Darum gebe es in diesem "grünen Bereich" auch bei der Gülleausbringung und der Lagerung keine großen Daumenschrauben.

Das Platzangebot im Rinderstall und die damit verbundenen Auswirkungen auf das Tierwohl und die Ökonomie standen anschließend im Mittelpunkt der Ausführungen von Ulla Scheibke vom Fachzentrum Rinderhaltung aus Erding. Sie konnte dazu auch Untersuchungen vorlegen. Die Fachfrau erläuterte viele Details, die die Haltung der Tiere optimieren könnten. Dies sei auch notwendig, weil die Tierkörper selbst durch Züchtungen immer voluminöser würden. Scheibke plädierte auch dafür, genetisch hornlose Tiere zu züchten: Da falle der Stressfaktor Enthornung weg. Wie er erläuterte, sei es ein Gebot der Stunde, Tierwohl und Ökonomie in Einklang zu bringen. Dies müsse auch weiterverfolgt werden. Nach Scheibkes Aussagen wird beim Siegel Qualität und Sicherheit (QS) der Buchstabe "A" bei einem Tierzahl-Liegeplatzverhältnis von 1 : 1 vergeben. Diese Empfehlung sei bereits 1988 in einem europäischen Übereinkommen festgelegt. "Überbelegung kostet Leistung" ,so Scheibke.

David Pfisterer, Energieberater im Programm "LandSchafftEnergie" ermittelt auf Anforderung Energiebilanzen von Betrieben und stellte diese Option vor. Hier stehe die Kostensenkung durch Reduktion von Verbräuchen im Fokus. In den Betrieben Brems (Ziegelhof bei Eichstätt) und Bauernfeind (Mantlach) wurden dazu Analysen gemacht und entsprechende Vorschläge erarbeitet. Laut Pfisterer sind die Einsparungen "eklatant". Bei der Frequenzsteuerung der Melkanlagen habe man Potenziale aufgedeckt, die eine Stromverbrauchsminimierung um bis zu 60 Prozent ermöglichten. Bei den eingebauten Vorkühlungen bei der Milchgewinnung gebe es ähnliche Auswirkungen. Die Umstellung auf LED-Leuchten bringe bis zu 50 Prozent Gewinn. Der Richtwert, der je Kuh und Jahr bei 661 Kilowattstunden lag, wird nun bei 400 kWh berechnet.

Von Wendelin Funk
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