Donnerstag, 13. Dezember 2018
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Ursprünglich vor der Sebastianikirche geplanter Brunnen würde Statik des Bauwerks gefährden

Römersteine zieren bald den Marktplatz

Pförring
erstellt am 26.01.2012 um 18:51 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:08 Uhr | x gelesen
Pförring (DK) Im Zuge der Marktplatzgestaltung wird vor der Sebastianikirche kein Brunnen entstehen. Als Attraktion sollen nun an dieser Stelle die Römersteine aufgestellt werden, die bislang hinter der Barockkirche versteckt waren.
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Pförring: Römersteine zieren bald den Marktplatz
Zum Schlittenfahren trafen sich einst die Pförringer Kinder auf dem Marktplatz. Damals wie heute prägten die barocke Sebastianikirche (links) und die romanische Pfarrkirche das Gesicht der Ortsmitte. Nur die Bäume sind längst gefällt worden. Repro: Kügel
Pförring
Die Baugrunduntersuchung hat ergeben, dass ein Brunnen unmittelbar an der Nordseite der Sebastianikirche die Statik des Bauwerks gefährden würde. „Die Fundamente des Kirchleins müssen geschützt werden“, sagte Uwe Schmidt bei der Gemeinderatssitzung mit dem Schwerpunktthema Marktplatz. Als Alternative griff der Architekt einen Vorschlag auf, den schon Marktrat Helmut Ferstl seinen Kollegen gemacht hatte. Wenn die Steine aus der Werkstätte zurückkommen, wo derzeit Abgüsse für die Inwertsetzung des Kastells Celeusum angefertigt werden, sollen die Originale gut sichtbar am Marktplatz aufgestellt werden. Als Fundament für die Steine wird die Stützmauer der Kapelle dienen, die mit Marchinger Drosselfels verkleidet wird. Einen Brunnen wird es dennoch geben und zwar vis-à-vis vom Rathaus. Die Gestaltung ist noch offen. Einig ist man sich aber, dass die Brunnentechnik so beschaffen sein muss, dass sie von Bauhof und Wasserwart gewartet werden kann. Der neue Marktplatz wird viel Platz bieten. Um das zu zeigen, hatte Schmidt zwei Veranstaltungszelte eingezeichnet mit den Maßen 20 Meter auf 17 Meter oder elf Meter mal 29 Meter.

Schmidt lobte noch mal die „erfolgreiche Arbeit der Bürgerwerkstätten“. Weil der Markt Mittel aus der Städtebauförderung locker machen will, redet inzwischen auch die Regierung von Oberbayern mit. Schmidt ließ durchblicken, dass das Treffen mit Regierungsvertretern „nicht so toll gelaufen“ sei. Deren Vorschläge seien inzwischen in die Pläne eingearbeitet worden. Ob allerdings die Mauer des Pfarrhofs geöffnet werde, wie es die Regierungsvertreter fordern, liegt nach Schmidts Meinung im Ermessen von Pfarrer und Kirchenverwaltung.

Bürgermeister Bernhard Sammiller gab bekannt, dass noch nicht entschieden sei, ob die Marktplatzgestaltung im Rahmen des Städtebauförderprogramms des Bundes „Stadtumbau West“ oder des kleineren bayerischen Programms gefördert werde. Er geht aber davon aus, dass die vorzeitige Baufreigabe erteilt wird, so dass der Zeitplan nicht verändert werden muss. Deswegen wird sich schon am heute der Gemeinderat treffen, um die Details zu festzulegen, vom Pflasterbelag bis zu einzelnen Pollern. Schmidt will dabei eine Vorauswahl präsentieren, damit sich das Gremium „nicht in Einzelheiten zerfieselt“.

Die Bürgerinnen und Bürger von Wackerstein sind bei Dorferneuerung und Flurbereinigung gefragt. Der Markt Pförring beantragt für den Ortsteil Wackerstein die Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm. Um mögliche Ansatzsatzpunkte auszuloten, wird im Mai ein so genannter Ortsspaziergang mit dem Architekten Otto Kurz stattfinden. Danach müssen Bürgerinnen und Bürger in Arbeitskreisen über die Neugestaltung entscheiden. „Wenn keine Arbeitskreise zustande kommen, müssen wir das Projekt begraben“, sagte Sammiller, um klar zu machen, wie wichtig das Engagement der Wackersteiner ist. Parallel dazu läuft die Flurneuordnung für Wackerstein an. Hier liegt die Durchführung in der Hand der Teilnehmergemeinschaft. Der Markt Pförring ist bereit, sich mit den Flächen zu beteiligen, die in seinem Besitz sind. Schon am Mittwoch, 1. Februar, wird dazu um 9 Uhr eine Flurbegehung stattfinden, gab Sammiller bekannt.

Der Gemeinderat beschloss die Aufnahme eines KfW-Darlehens in Höhe von 140 000 Euro, um das Nahwärmenetz für Kindergarten, Bauhof und Feuerwehr zu finanzieren. Bei Bewilligung winkt laut Berechnung von Marktrat Wilhelm Häring ein Tilgungszuschuss von 28 800 Euro.

Von Sebastian Kügel
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