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Pfaffenhofener Paradiesspiele: Freilichtinszenierung des Brandner Kaspar mit Profis aus Ingolstadt

"Das ist ein tolles Miteinander"

Pfaffenhofen
erstellt am 13.06.2018 um 21:04 Uhr
aktualisiert am 17.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Pfaffenhofen/Ingolstadt (DK) Die Proben sind in der heißen Phase: Ab dem kommenden Samstag führen Ingolstädter Profis und örtliche Laien Seite an Seite das Stück "Der Brandner Kaspar schaut ins Paradies" von Joseph Maria Lutz am oberen Hauptplatz in Pfaffenhofen auf. Mit dem bekanntesten Stück des Schriftstellers beteiligt sich der Theaterspielkreis Pfaffenhofen (TSK) an den Paradiesspielen.
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Es wurde fleißig geprobt: Inge Stadler, Anna Hirschberg, Marion Lindemann, Ludwig Diepold und Manuel André vom Theaterspielkreis Pfaffenhofen sind ab dem 16. Juni zusammen mit den Profis auf dem Hauptplatz zu sehen.
Es wurde fleißig geprobt: Inge Stadler, Anna Hirschberg, Marion Lindemann, Ludwig Diepold und Manuel André vom Theaterspielkreis Pfaffenhofen sind ab dem 16. Juni zusammen mit den Profis auf dem Hauptplatz zu sehen.
Foto: TSK
Pfaffenhofen
Eine besondere Herausforderung müssen die Verantwortlichen heuer meistern, erzählt der Vorsitzende des TSK, Steffen Wagner. Nachdem 2013 das Rathaus als Kulisse für die Produktion diente, wird heuer die Bühne direkt vor dem Haus der Begegnung aufgebaut. Allerdings: "Die Kirche wird ja zur Aufführung eingerüstet sein", so Wagner. "Wie wir damit umgehen, das ist bisher noch nicht ganz klar." Natürlich gibt es schon einige Ideen. Zum Beispiel wird überlegt, ob die Schauspieler das Gerüst nicht einfach mit in die Handlung einbinden können - Wagner muss das noch abklären.

Als Vermittler zwischen Stadt und Verein kümmert sich der TSK-Vorsitzende um alles, was für die Aufführungen noch geklärt werden muss. Zum Beispiel, ob die Kutsche, die für eine Szene gebraucht wird, auf dem Gelände des Pfarramts abgestellt werden darf. Oder die Termine für die Proben, die heuer vollkommen anders sind. Denn schließlich hat sich die Stadt Pfaffenhofen, die das Stück in Kooperation mit dem TSK verwirklicht, heuer entschlossen, Profi-Schauspieler einzusetzen. Und die proben nun seit rund zwei Monaten mit den TSK-Schauspielern. "Das ist wirklich toll", schwärmt Wagner. Er bekomme nur positive Rückmeldungen von den Vereinsmitgliedern, die sich schon seit insgesamt vier Monaten mit dem Stück beschäftigen.

"Es gibt da keine Berührungsängste", so Wagner. "Die Profis und die Laien schauen sich gegenseitig einiges ab, das ist ein tolles Miteinander." Momentan läuft gerade die heiße Phase an, fast täglich wird geprobt. Besonders gut gefällt dem TSK, dass der Regisseur Falco Blome, künstlerischer Leiter des Altstadttheaters in Ingolstadt, engagiert wurde. Schließlich ist Blome Mitglied des Vereins und hat früher häufig mit dem TSK zusammengearbeitet. "Wir haben ihn immer mal wieder gefragt, ob er nicht etwas mit uns machen will. Dass es jetzt klappt, freut uns sehr." Für das Bühnenbild wurde außerdem der Ingolstädter Lichtkünstler Markus Jordan engagiert. Aber natürlich wirken bei dem Stück auch wieder viele bekannte Gesichter vom TSK mit: Manuel André spielt unter anderem den Jagersepp, Ludwig Diepold gibt den Wirt, Marion Linnemann die Wirtin und Josef Kainz den Petrus. Die Regieassistenz übernehmen Sylvia Ott, Stefanie Ott und Marion Simon.

Insgesamt sind neben der Premiere am 16. Juni acht Aufführungen geplant: Am Freitag, 22. Juni, Samstag, 23. Juni, Samstag, 30. Juni, Sonntag, 1. Juli, Freitag, 6. Juli, Sonntag, 8. Juli, Freitag, 13. Juli, Samstag, 14. Juli. Ausweichtermine bei schlechter Witterung finden am Freitag, 20. Juli, Samstag, 21. Juli und Samstag, 28. Juli, statt. Beginn ist jeweils um 20.15 Uhr.

Tickets gibt es beim Pfaffenhofener Kurier und bei Elektro Steib in Pfaffenhofen.


Diese Profis sind dabei

Nik Neureiter spielt die Titelrolle in Pfaffenhofen.
Nik Neureiter spielt die Titelrolle in Pfaffenhofen.
Foto: Pöhlmann
Pfaffenhofen
Nik Neureiter startete seine Laufbahn am Stadttheater Ingolstadt.Es folgten Engagements am Bayerischen Staatsschauspiel, den Ruhrfestspielen in Recklinghausen, bei den Wiener Festwochen, am Nationaltheater Weimar, Schlossparktheater Berlin und am Volkstheater in Wien. Nach mehreren Jahren bei Film und Fernsehen, etwa Serienhauptrollen bei "Hinter Gittern", erwachte die Sehnsucht nach der Bühne neu. Kürzlich produzierte er unter anderem mit dem von ihm gegründeten soziokulturellen Verein "Theater konkret" die Performance "heart 2 art".
Adelheid Bräu spielt den Boanlkramer.
Adelheid Bräu spielt den Boanlkramer.
Foto: Stellten
Pfaffenhofen



Adelheid Bräu hatte ihr erstes Engagement am Münchner Volkstheater, an das sie immer wieder unter der Intendanz von Ruth Drexel zurückkehrte. Danach folgten Engagements am Staatstheater Braunschweig, Bayerisches Staatsschauspiel, Staatstheater Wiesbaden, Theater der Stadt Koblenz, Schauspielhaus Wien und am Theater Ingolstadt. Seit 2011 ist sie freischaffend tätig am Theater Erlangen, Theater Bregenz und am Altstadttheater Ingolstadt. Am Altstadttheater spielt die Schauspielerin zurzeit im Karl-Valentin-Solo "Warten auf Karl" und in "Hinterkaifeck".
Katrin Wunderlich spielt eine Doppelrolle.
Katrin Wunderlich spielt eine Doppelrolle.
Foto: Wunderlich
Pfaffenhofen



Katrin Wunderlich absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Zunächst spielte sie sechs Jahre am Theater Magdeburg, wechselte schließlich 2008 als festes Ensemblemitglied ans Theater Ingolstadt. Ab 2010 lebte und arbeitete Katrin Wunderlich freischaffend in München. Sie arbeitet neben Auftritten in Fernsehserien auch regelmäßig als Synchronsprecherin, zum Beispiel für die Serien "Game of Thrones" und "Outlander". Heuer führte sie ihr Weg auch wieder ins Ingolstädter Ensemble des Stadtheaters.
Falco Blome absolvierte sein Abitur am Schyren-Gymnasium in Pfaffenhofen. Während des Studiums der Germanistik, Linguistik und Theaterwissenschaft an der LMU München arbeitete er als Regieassistent am Bayerischen Staatsschauspiel. 2001 bis 2011 war er Regieassistent und Hausregisseur am Theater Ingolstadt. Dort baute er mit Julia Mayr die Experimentierreihe "Kleines Haus extra" auf. Unter anderem inszenierte er "Die fetten Jahren sind vorbei". Blome ist einer der beiden künstlerischen Leiter des Ingolstädter Altstadttheaters in der Kanalstraße.

Falco Blome ist als Regisseur engagiert.
Falco Blome ist als Regisseur engagiert.
Foto: Hartmann
Pfaffenhofen






 
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