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Aus drei Landkreisen kommen Feuerwehren in Münchsmünster zusammen, um den Ernstfall zu proben

"Schnell, gut und reibungslos"

Münchsmünster
erstellt am 02.10.2017 um 20:27 Uhr
aktualisiert am 07.10.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Münchsmünster (DK) "Achtung, hier spricht die Feuerwehr! Durch einen Unfall kommt es zu Schadstofffreisetzung", tönt es aus den Lautsprechern auf den Dächern der Feuerwehrfahrzeugen. Der Grund: Im Anlieferungsbereich eines Großbetriebes ist es zu einem Zusammenstoß gekommen.
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Münchsmünster: "Schnell, gut und reibungslos"
Foto: Susanne Lamprecht
Münchsmünster

Ein Stückgutlastwagen und ein Shuttlebus sind kollidiert. Der Bus wurde gegen die Verladestelle geschleudert. Es tritt eine wässrige Ammoniak Lösung aus. Die Arbeiter im Bus sind zwar nur leicht verletzt, wurden beim Aussteigen aber kontaminiert.

Soweit das Szenario, das sich Kreisbrandinspektor Franz Waltl für die Großübung der Feuerwehren der Region 10 am vergangenen Wochenende in Münchsmünster ausgedacht hatte. Geübt wurde hier vor allem der Einsatz der Dekon P-Ausrüstung (Personendekontamination), die seit etwa zwei Jahren eine Komponente des Katastrophenschutzes in den Landkreisen darstellt.

"Im Falle eines echten Einsatzes dieser Ausrüstung macht es natürlich oft Sinn, das Landkreis übergreifend zu machen, weil man dann sehr schnell sehr viele Personen dekontaminieren könnte", erklärt Waltl. Entsprechend waren in Münchsmünster auch die Dekon P-Einheiten der Wehren aus Großmehring (Landkreis Eichstätt), Reichertshofen und Schweitenkirchen (Landkreis Pfaffenhofen), Ingolstadt und Ehekirchen (Landkreis Neuburg-Schrobenhausen) vertreten. Ebenso mit von der Partie waren die CSA-Träger (Chemikalienschutzanzug-Träger) von elf anderen freiwilligen Feuerwehren aus der Region 10.

Und was dort gezeigt wurde, war durchaus beeindruckend: Rund 250 Aktive der Wehren übten genauso, wie sie im Ernstfall auch verfahren würden. Ein potenziell kontaminierter Bereich wurde definiert, der nur mit entsprechender Ausrüstung betreten werden durfte. Dort galt es, die Schadstelle abzudichten, das Gefahrgut aufzufangen, den Kanaleinlauf zu sichern und am abschüssigen Gelände eine Sperre einzurichten. Außerdem mussten die aus dem Lkw geschleuderten Päckchen aufgesammelt und eines mit - laut Szenario - leicht radioaktivem Material für den medizinischen Gebrauch abgeschirmt werden.

Einsatzkräfte, die einmal im Gefahrenbereich waren, durften ihn nur nach entsprechender Dekontaminierung in einer der bereitstehenden Spezialduschen wieder verlassen, um sich und andere Personen nicht zu gefährden. Gleiches galt für die fiktiven Unfallopfer.

"Hier kommt", so erklärten es die Mitglieder der Feuerwehr, "Wasser mit entsprechenden Zusatzstoffen zum Einsatz". Welche Zusätze das im Ernstfall genau wären, richtet sich nach der Art der Kontaminierung. Die Ausrüstung kann nämlich unter anderem nach einer Freisetzung von chemischen, biologischen oder radioaktiven Gefahrstoffen eingesetzt werden.

Ein konkretes Beispiel, das auch schon praktisch aufgetreten ist, war, so sagt Waltl, der Einsatz bei Tierseuchen. Da habe man natürlich einen relativ langen Vorlauf und könne das Problem gut handhaben. Weil das freilich nicht immer so ist - das zeigt auch das Übungsszenario - "ist es gut, das zu üben und zu wissen, wie man im Ernstfall schnell und effektiv arbeiten kann."

Eine Überlegung, die aufzugehen scheint, denn schon bei der Übung erwies sich die Arbeit der Einsatzkräfte als äußerst effektiv: "Ich war beeindruckt, wie schnell, gut und reibungslos hier gearbeitet wurde", sagt Waltl und fügt hinzu: "Ich glaube wir sind gerüstet, auch wenn wir natürlich hoffen, dass wir die Ausrüstung nie brauchen."

Von Susanne Lamprecht
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