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Knedl & Kraut begeistern das Publikum im voll besetzten Bürgersaal in Münchsmünster

Das Wirtshaus immer mit dabei

Münchsmünster
erstellt am 11.03.2018 um 18:56 Uhr
aktualisiert am 15.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Münchsmünster (DK) Lachlederne Wirtshausmusik der ganz besonderen Art. So hatten sich Knedl & Kraut für ihr Konzert am Freitagabend in Münchsmünster angekündigt. Und die drei Musiker Toni Bartl, Daniel Neuner und Juri Lex hielten, was sie versprochen hatten.
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Münchsmünster: Das Wirtshaus immer mit dabei
Grandiose Stimmung herrschte bei Knedl und Kraut. - Foto: Lamprecht
Münchsmünster

Mehr noch: Mit klassisch bayerischen aber auch modernen Wirtshausklängen, die sie virtuos und bisweilen auf äußerst ungewöhnlichen Instrumenten vortrugen, und mit einer ordentlichen Prise ebenso typisch bayerischen Humors würzten, begeisterten sie die Zuschauer im voll besetzten Haus.

Ein Wunder war das freilich nicht, denn mit Bartl und Lex standen immerhin "einer der besten Musiker Bayerns" und der Weltmeister der diatonischen Harmonika aus dem Jahr 1996 auf der Bühne. Trotzdem, einfach nur auf gewöhnlichen Instrumenten klassische Wirtshauslieder spielen - seien es auch drei Melodien gleichzeitig auf einem Instrument - das ist den drei Musikern viel zu langweilig.

Bei Knedl & Kraut kommen deshalb nicht nur ungewöhnliche Instrumente, von winzigen Harmonikas über Schweizer Kastagnetten bis hin zu Handbesen, Rechen und Champagnerflaschen zum Einsatz. Sie würzten ihr Programm auch mit ordentlich Humor und bisweilen fast schon philosophischen Ansichten: Früher zum Beispiel wären in einem bayerischen Dorf Depressionen überhaupt nicht möglich gewesen, und auch Scheidungen gab es nicht.

Die Lösung in beiden Fällen: das Wirtshaus. Warum? Ganz einfach: "Der Mann fand seine Heimat im Wirtshaus. Da hat man zu Hause nicht streiten können, und wenn man beim Reingehen gesagt hätte: ,Mei heid bin i aber depri', dann hätte man sofort ein Paar Debrecziner bekommen."

Das Wirtshaus als Lösung aller gesellschaftlichen Probleme also. Da ist es freilich kein Wunder, dass sich das Trio auch eben dort am allerwohlsten fühlt und deshalb ihr persönliches Wirtshaus im Miniformat zu jedem Auftritt mitbringt. Auf der Bühne stand so auch in Münchsmünster ein Ausschnitt einer Wirtsstube, in der Bartl, Neuner und Lex Platz nahmen.

Und von da aus unterhielten sie ihr Publikum schlicht phänomenal: So wie es sich für einen klassischen Stammtisch gehört, wurde da gesungen und gelacht, musiziert und philosophiert und natürlich auch die eine oder andere Geschichte erzählt. Darüber zum Beispiel, dass es möglich ist, dass ein Garmischer (Neuner) und ein Patenkirchener (Bartl), die doch eigentlich von Geburt an Feinde sein müssten, zusammen Musik machen. Darüber, dass Juri, obschon es die Abkürzung für Jürgen ist, fast aus Osteuropa - Straubing - kommt. Und darüber, dass Neuner großes Glück mit seinem Vornamen hatte, seine Eltern hätten schließlich anstelle des Berges Daniel auch den Nachbarberg Esel besteigen können.

Am Ende jedenfalls waren im Bürgersaal alle glücklich. Die Gäste, weil sie hervorragend unterhalten wurden und die Musiker, weil sie wieder einmal einen Abend in ihrer ganz persönlichen Wirtsstube verbringen konnten.

Von Susanne Lamprecht
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