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Kelten- und Römermuseum Manching: Steinzeitliche Keramik im Experiment

Geboren aus Erde, Wasser und Feuer

Manching
erstellt am 20.04.2017 um 22:06 Uhr
aktualisiert am 24.04.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Manching (DK) Seit rund 7500 Jahren gehört Keramik zum Alltag der Menschen in Bayern. Dabei ist eine gewaltige Entwicklung von den frühen handgeformten Einzelstücken über die Massenware der Römerzeit bis hin zu den industriell erzeugten Hightech-Produkten des 21. Jahrhunderts zu erkennen. Auch wenn Keramik nur durch das Zusammenwirken der drei natürlichen Elemente Erde, Wasser und Feuer entsteht, handelt es sich doch um einen der frühesten "Kunststoffe".
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Manching: Geboren aus Erde, Wasser und Feuer
Töpferkurs im Kelten- und Römermuseum Manching unter Leitung des Archäologen Joachim Prechtl. An den kommenden Wochenenden haben Erwachsene die Gelegenheit, diese uralte Handwerkstechnik einmal auszuprobieren. - Foto: Wolfgang David
Manching

Das Kelten- und Römermuseum Manching kehrt in einem Kurs für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren zu den Anfängen dieser Technologie während der jüngeren Steinzeit zurück (5500 - 2200 vor Christus). Viele Abschnitte dieser Zeit werden in der archäologischen Forschung sogar nach charakteristischen Töpfereiprodukten benannt, etwa die Linienbandkeramische Kultur oder die Glockenbecherkultur. Gefäße wurden damals meist von den einzelnen Haushalten selbst hergestellt, sodass Kenntnisse der Töpferei weit verbreitet waren. Zeitweise reduzierte man sich auf ausgesprochen schlichte, doch technisch perfektionierte Gefäße, in anderen Phasen wieder schwang sich die Töpferei zu höchsten handwerklichen und ästhetischen Leistungen empor.

Begleitet von kurzen Einführungsvorträgen werden alle Schritte der Gefäßherstellung zusammen mit dem Archäologen Joachim Pechtl praktisch nachvollzogen. Die Teilnehmer fertigen nach steinzeitlichen Vorbildern jeweils ihr individuelles Werkstück, wobei es darauf ankommt, Material, Form und Technik möglichst nahe am Original aufeinander abzustimmen. Hier beginnt das Experiment, denn es wird weder der industriell gemischte "Schulton" verwendet noch kommt der moderne Elektrobrennofen zum Einsatz. Töpfern wird so zum Erlebnis - und auch wenn Scheitern zum Experiment gehören kann, kommen die Teilnehmer dem Erfolgsrezept der steinzeitlichen Keramik doch auf die Schliche.

Am ersten Tag werden die Töpfermasse aus Lehm und Zuschlagstoffen, der sogenannten Magerung, gemischt, das Gefäß geformt und gegebenenfalls die Oberfläche bearbeitet sowie verziert. Am zweiten Tag können die nun getrockneten Rohlinge nachbearbeitet werden, bevor der Brand im Holzfeuer erfolgt. Da für das Brennen gutes Wetter notwendig ist, muss der Termin notfalls kurzfristig verlegt werden. Termine sind Samstag, 22. April, 9.30 bis 17 Uhr, und Samstag, 6. Mai, 9.30 bis 16 Uhr (Alternativtermin 13. Mai).

Donaukurier
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