Donnerstag, 19. Juli 2018
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Arbeitsplatz von über 4000 Airbus- und WTD-61-Mitarbeitern evakuiert

Entwarnung in Manching: Fliegerbombe um 21.55 Uhr entschärft

Manching
erstellt am 19.06.2018 um 13:29 Uhr
aktualisiert am 23.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Manching (DK) Am Dienstagmittag ist in Manching eine Fliegerbombe gefunden worden. Fundort war die Baustelle für das neue Logistikzentrum von Airbus. Die Vorbereitungen begannen um 16.15 Uhr. Mit der eigentlichen Entschärfung begannen die Experten um 18.30 Uhr. Erst um 21.55 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden.
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Fliegerbombe
Die Alte Geisenfelder Straße wurde bereits gesperrt.
Schmidtner
Manching

Die Nachricht verbreitete sich auch außerhalb des Werksgeländes wie ein Lauffeuer: Bombenfund auf der Baustelle östlich des Parkplatzes am Manchinger Flugplatz. Es wird evakuiert. Die betroffenen Mitarbeiter von Airbus und von der WTD61 wurden per Lautsprecherdurchsage zum Verlassen des Arbeitsplatzes und des Geländes aufgefordert. Rund 4000 Mitarbeiter von Airbus stellten ihre Arbeit ein, bei der WTD 61 waren es – in der Berufsausbildung und im Objektmanagement – noch einmal rund 150.

Bombenfund in Manching
Die Polizei sperrte die Straßen.
Heinz Reiß
Manching

Erste Folge: Der Verkehr brach zusammen, auf der am Flugplatz vorbeiführenden B 16 gab es ein Verkehrschaos – nach Angaben einer Polizeisprecherin „vor allem an der Autobahnauffahrt Manching“. Die Polizei sperrte die Zufahrtstraße zum Airbus- und WTD-Werksgelände an der großen Kreuzung ab, Autos durften nur Richtung Geisenfeld weiterfahren. Ebenfalls dicht war der „Schleichweg“ entlang der B 16, die alte Geisenfelder Straße. Diese Wege durften nur von den Mitarbeitern auf dem verfrühten Heimweg mit Rad oder Auto nutzen. Für die Pendler kamen die Busse früher als üblich. Als der Sprengmeister mit seiner diffizilen Arbeit begann, waren die meisten Mitarbeiter schon zu Hause.

Fliegerbombe in Manching gefunden

 

„Es läuft alles ganz ruhig ab“, beruhigte Airbus-Pressesprecher Florian Taitsch. „Gut, dass keine Wohnhäuser in der Sicherheitszone stehen. Ein Vorteil ist auch, dass wir unsere eigene Feuerwehr haben.“ Taitsch sagte am frühen Nachmittag: „Ich glaube, wir haben alles unter Kontrolle.“ Die Standortleitung hatte laut Taitsch schnell entschieden, alle Mitarbeiter zu evakuieren. „Sicherheit steht bei uns an erster Stelle“, betonte Taitsch. „Nur so kann man sicherstellen, dass niemand versehentlich in die Sperrzone läuft.“ Bei der WTD 61 wurden „nur“ rund 150 Mitarbeiter evakuiert. Sprecherin Petra Klinker sagte auch, dass der Flugbetrieb „komplett eingestellt“ worden sei – natürlich auch bei der Gesellschaft zur zivilen Mitbenutzung des Flugplatzes Ingolstadt-Manching (IMA). Am Morgen, so ein Augenzeuge, landete nur noch eine Maschine, weil sich offenbar bereits im Anflug auf den Flugplatz befand. Der Tower blieb während des Tages durchgehend besetzt – er lag deutlich außerhalb der vom Sprengmeister ausgegebenen Sperrzone.

Ausgrabungen Manching/Airbusparkplatz
Ausgrabungen am Airbusparkplatz in Manching: Auf diesem Areal soll die Bombe gefunden worden sein.
Schalles
Manching

Polizeisprecher Peter Grießer sprach von einem üblichen Ablauf bei einem Bombenfund. Seit Jahrzehnten würden ja immer wieder Fliegerbomben gefunden, würden die Menschen in einem bestimmten Sicherheitsradius dann evakuiert und würde der Sprengmeister zum Schluss seine Arbeit angehen. Grießer ahnte gestern Nachmittag aber auch: „Das kann dauern.“

Obwohl die Bombenfund bereits um kurz nach 10 Uhr gemeldet wurde und die Evakuierung rasch ins Rollen kam, dauerte es bis 18.30 Uhr, ehe der Sprengmeister mit seiner Arbeit beginnen konnte. Am Nachmittag wurde die Freiwillige Feuerwehr Manching in Alarmbereitschaft versetzt, sie wäre bis zum glücklichen Ende sofort einsatzbereit gewesen. Die Sprengmittelbeseitiger machten ihre Sache gut. Kurz vor 22 Uhr gab die Polizei schließlich Entwarnung: Dann war die Gefahr endgültig gebannt. Damit hatte sich auch die Frage eines manchen Mitarbeiters auf dem frühen Heimweg – „Müssen wir morgen eigentlich wieder ins Büro?“ – Gott sei Dank erledigt.

Oliver Konze
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