Mittwoch, 14. November 2018
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Ickstatt-Realschüler bekleben eine Couch-Skulptur mit 20 000 Mosaiksteinen

Kunst auf dem Betonsofa

Ingolstadt
erstellt am 12.07.2018 um 20:14 Uhr
aktualisiert am 16.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Endspurt an der Ickstatt-Realschule: Nicht nur die Sommerferien stehen dort kurz bevor, sondern auch der Abschluss eines besonderen Kunstprojekts, das bis Ferienbeginn vollendet werden soll. Die Rede ist vom Social Sofa - einer Betonskulptur in Form einer Couch, die mit 20 000 Mosaiksteinen beklebt wird.
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Kunstprojekt mit sozialen Aspekten: Schüler der Ickstatt-Realschule bekleben derzeit ein Betonsofa mit 20000 Mosaiksteinen. Unterstützt werden sie dabei von der Künstlerin Caroline Jung sowie Lehrkräften und Betreuern der Schule. Magdalena Kappner (3. v. l.) hat den Entwurf gestaltet.
Kunstprojekt mit sozialen Aspekten: Schüler der Ickstatt-Realschule bekleben derzeit ein Betonsofa mit 20000 Mosaiksteinen. Unterstützt werden sie dabei von der Künstlerin Caroline Jung sowie Lehrkräften und Betreuern der Schule. Magdalena Kappner (3. v. l.) hat den Entwurf gestaltet.
Fotos: Brandl
Ingolstadt
Das 1,5 Tonnen schwere Kunstobjekt (der Rohling stammt aus den Niederlanden) steht derzeit auf dem Pausenhof der Schule unter einem Zeltdach. Mehrmals in der Woche lassen insgesamt rund 60 Schülerinnen und Schüler der 5. bis 9. Klassen dort abwechselnd im Rahmen der Offenen Ganztagsbetreuung ihrer künstlerischen Ader freien Lauf und bekleben das Betonsofa mit Mosaiksteinen in Gelb- und Rottönen. Wenn der Zweisitzer fertig gestaltet ist, wird er einen Platz vor dem Stadtmuseum, das die Aktion gemeinsam mit dem BZA Mitte unterstützt, einnehmen. Dann werden rund 200 Arbeitsstunden in dem Kunstprojekt stecken.

"Es ist das zweite Social Sofa in Bayern", sagt Caroline Jung aus Reichertshofen, die die künstlerische Leitung übernommen hat. Hintergrund der Aktion: "Die Kinder sollen über den offenen Kunstunterricht über alle Jahrgangsstufen hinweg miteinander ins Gespräch kommen", erklärt Bianca Hoffmann, Kunsterzieherin an der Ickstatt-Realschule, den sozialen Aspekt. Zugleich vermittelt das Projekt den Teilnehmern Wissen und Kenntnisse, beispielsweise aus der Konkreten Kunst, dem Kunsthandwerk und der Farbenlehre. "Die jungen Leute bringen außerdem eigene Ideen ein und machen sich Gedanken über die Umsetzung", so Jung. Sie lobt zugleich die Disziplin und den Eifer, mit dem die Kinder und Jugendlichen ans Werk gehen.
Bei der Gestaltung ist auch handwerkliches Geschick gefragt. So müssen einige Steine vor dem Setzen zurechtgeschnitten werden. Außerdem sind das Muster, das sich an Konkreter Kunst orientiert, und die Farbgebung zu beachten.
Bei der Gestaltung ist auch handwerkliches Geschick gefragt. So müssen einige Steine vor dem Setzen zurechtgeschnitten werden. Außerdem sind das Muster, das sich an Konkreter Kunst orientiert, und die Farbgebung zu beachten.
Fotos: Brandl
Ingolstadt



Dem Projekt voraus ging ein Gestaltungswettbewerb in der Kreativ AG der Schule. Dort erarbeiteten die Schüler Designs für das Sofa, die durch ihre Farbgebung und Verwendung des Schullogos eine Verbindung von der Schule zum endgültigen Standort, vor dem Stadtmuseum und zur Konkreten Kunst schaffen sollten. Die Skizze von Magdalena Kappner aus der Klasse 9 b wurde schließlich ausgewählt. "Wir fanden es spannend, dass Magdalena das Logo der Schule, ein Quadrat in Bewegung, variiert hat", sagt Hoffmann. Schließlich seien auch die Schule und das Leben ständiger Bewegung ausgesetzt. Ein weiteres bedeutendes Detail im Design: Treppenstufen, die aus schwarzen Mosaiksteinen gesetzt sind. "Sie symbolisieren, dass die Schule ihren Schülern hilft und dass es auf den Stufen dabei immer weiter geht", so Hoffmann.
Damit das Sofa nun rechtzeitig fertig wird, können sich ab der kommenden Woche alle Schüler der Ickstatt-Realschule an der Gestaltung beteiligen. "Die Mosaiksteine werden uns nicht ausgehen", versichert Jung.

Michael Brandl
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