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Alternativen zum Theaterfestsaal gesucht: Kulturreferent ist am Zug

Konzerte im Kongresssaal illusorisch

Ingolstadt
erstellt am 18.06.2018 um 20:19 Uhr
aktualisiert am 22.06.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Der möglicherweise lange Ausfall des Theaterfestsaals für Veranstaltungen aller Art im Zuge der bevorstehenden Sanierung hat gestern auf Vorstoß der Grünen hin abermals den IFG-Verwaltungsrat beschäftigt. Allerdings wurde dabei klar, dass im von der IFG verantworteten künftigen Kongresszentrum kaum die Lösung für die Misere gefunden werden kann. OB Lösel sieht nun vor allem seinen Kulturreferenten gefragt.
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Eberl, Stefan, Ingolstadt
Ingolstadt
Referent Gabriel Engert hatte schon vor Wochen den Auftrag aus der Politik bekommen, mit Blick auf die drohende Verknappung an Veranstaltungsfläche Anfang der kommenden 20er-Jahre (es muss überhaupt erst einmal eine Ersatzspielstätte für die Kammerspiele stehen) eine Matrix für Bedarf und mögliche alternative Veranstaltungsorte zu erstellen. Quasi durch ein Raster oder Koordinatensystem möchten Stadtspitze und Kulturpolitiker so zumindest auf den zweiten Blick erkennen, wo sich Lösungen auftun könnten, wenn der Festsaal erst einmal länger - wie lange, weiß noch keiner so genau - von Handwerkern belegt wird.

Der DK hatte das drohende Szenario Mitte Mai in einem viel beachteten Artikel im Lokalteil auf den Punkt gebracht. Andererseits hatte Gabriel Engert sich zuletzt für die große Zusammenschau des Geforderten und Machbaren etwas mehr Zeit erbeten - am liebsten bis zum Herbst, wenn schon möglichst viele Termine für den Kulturbetrieb des übernächsten Jahres (oder noch später) erkennbar sind. Bekanntlich werden Terminverträge mit renommierten Künstlern oft schon weit im Voraus geschlossen.

Im IFG-Beirat hatte Grünen-Fraktionschefin Petra Kleine das Thema nochmals behandelt wissen wollen, weil die städtische Tochtergesellschaft als Bauherr des Kongresszentrums bei allen Ausstattungsdetails für einen eventuellen Konzertbetrieb (ihm gilt die größte Sorge der entsprechenden Kulturschaffenden) sozusagen am Drücker sitzt.

Doch IFG-Vorstand Norbert Forster (das kleine Foto zeigt ihn bei einer Baustellenbesichtigung) konnte in der gestrigen Sitzung nur nochmals referieren, was auch schon im Sommer 2017 an gleicher Stelle erörtert worden war: Der künftige Kongresszentrums- und Hotelbetreiber Maritim, so hieß es abermals, habe voraussichtlich ein so enges zeitliches Korsett für den Veranstaltungssaal geschnürt, dass für Veranstaltungen aus dem städtischen Raum kaum hinreichend Termine bereitstünden.

Hinzu kommen noch die unzureichenden baulichen Voraussetzungen, denn der Kongresssaal müsste für eine konzerttaugliche Akustik drei Meter höher sein und dürfte nicht über Teppichboden verfügen. Doch daran ist nicht mehr zu rütteln.

Für die nachträgliche Installation einer Verstärker- und Lautsprecheranlage, die auch Musikgenuss garantieren würde, wären laut Forster nach wie vor allein 40000 Euro an Planungskosten aufzubringen. Das war den Kontrolleuren im Verwaltungsrat schon im vorigen Jahr zu viel gewesen. Alternativ war noch Audis neue Halle B an der Ettinger Straße im Gespräch für größere Konzerte gewesen, doch auch hier gibt es, abgesehen von einer inzwischen wohl ganz guten Auslastung durch eine Betreibergesellschaft, Vorbehalte: Ob sich in einer Halle, die für 5000 Menschen (bei Audi-Betriebsversammlungen) konzipiert wurde, wirklich auch gediegene Konzerterlebnisse für kleineres Publikum garantieren ließen, das wird doch von etlichen Stadträten sehr bezweifelt.

OB Christian Lösel schwor die IFG-Verwaltungsräte gestern auf das bereits mit Referent Engert abgestimmte Matrix-Verfahren ein. Dann werde wohl ersichtlich, so Lösel, welche Alternativen zum Festsaal sich im Einzelfall auftun. Damit konnte sich auch Grünen-Sprecherin Kleine letztlich zufrieden geben. Bürgermeister Albert Wittmann merkte zudem an, dass die Sanierung des Theaterfestsaals nicht zwingend Jahre dauern müsse. Womöglich komme man sogar schon mit ein paar Monaten hin. Schließlich müsse hier vordringlich nur die Belüftungsanlage erneuert werden.
Bernd Heimerl
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