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Musikalisches Kabarett, Comedy und Zauberei

erstellt am 08.12.2003 um 17:50 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 12:10 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (peh) Alle Jahre wieder, immer wenn die Adventszeit beginnt, laden die "Comedy Hirten" zu ihrem Weihnachtskonzert ein. Und weil sich das in Ingolstadt ziemlich herumgesprochen hat, mussten sie nach dem Auftakt am Sonntagabend im "Diagonal" gestern gleich noch ein Zusatzkonzert anhängen. Dabei sind die "Comedy Hirten" seit Jahrzehnten in Ingolstadt bekannt. Hinter dem Wortspiel auf das Weihnachtslied "Kommet ihr Hirten" verbirgt sich die "Zahnfleisch GmbH".
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Der Name "Comedy Hirten" selber ist programmatisch für das ganze Konzept der ältesten Ingolstädter Band. Denn der musikalische Teil des Weihnachtskonzerts der "Zahnfleisch GmbH" lebt von Wortspielen, Andeutungen und mehr oder weniger feiner Ironie. Das zeigte sich schon am Beginn, als der Abend mit feierlichem Glockengeläut eröffnet wurde. Das sollte es dann aber auch schon gewesen sein: Die "Jingle Bells", ein Lied, das derzeit in fast jedem Kaufhaus gespielt wird, mutierten bei der "Zahnfleisch GmbH" zu den "Hells Bells" von "AC/DC".

In diesem Stil ging es dann lustig den ganzen Abend weiter. Die "Zahnfleisch GmbH" stellte dabei unter Beweis, dass man den · leicht veränderten · Text von "O, Tannenbaum" durchaus auf die Melodie von "Yesterday" von den "Beatles" singen kann. Und auch andere bekannte Weihnachtslieder wie etwa "Süßer die Glocken nie klingen" oder "Es ist ein Ros entsprungen" erlebten zum Teil noch nie gehörte Neuinterpretationen.

Die Musik ist aber nur die eine Seite der "Zahnfleisch GmbH". Die andere Seite, das sind Comedy und Zauberei, stets für das Publikum, manchmal aber auch mit dem Gästen. Vor allem Markus Knoll in seiner Rolle als Weihnachtsmann schießt zielgerichtet seine Spitzen ab, wenn er beispielsweise seinem armen Patenkind in Afrika einen Brief schreibt, worin er sich über die Auswüchse der weihnachtlichen Völlerei hier zu Lande beklagt, oder den Leuten hautnah auf die Pelle rückt.

Eine gewichtige Rolle spielt das Publikum aber auch bei den Auftritten von Sven Catello. Seine Kartentricks sorgen immer wieder für Verblüffung, seine zerrissenen und eingeforenen Geldscheine für Erstaunen. Der Ingolstädter Zauberkünstler bewies darüber hinaus auch Sinn für Humor, als er einen Zuschauer aufforderte, sich mit einem gefüllten Glas Wasser auf dem Kopf zu drehen und dieses anschließend über die Haare zu gießen. Der Ärmste fügte sich in sein Schicksal, nicht ahnend, dass Catello das Wasser vorher natürlich aus dem Glas "gezaubert" hatte. Nahezu unschlagbar sind freilich Markus Knoll und Sven Catello im Duett, vor allem, wenn Knoll einen Umschlag mit einem Geldschein darin verbrennt und leider den falschen erwischt.

Bernhard Pehl
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