Montag, 21. Mai 2018
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Der in jeder Hinsicht legendäre Gastronomenball lockt die Ingolstädter ins Stadttheater

Feiern wie die Filmstars

Ingolstadt
erstellt am 25.01.2016 um 21:52 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:49 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Prunkvolle Frisuren, atemberaubende Roben: Glamour und Glitzer sind beim "Ball der Bälle" von jeher unverzichtbar. Zurechtgemacht wie Filmstars betreten die Gäste das Stadttheater - oft nach stundenlanger Vorbereitung.
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Ingolstadt: Feiern wie die Filmstars
Foto: DK
Ingolstadt

SAMSTAGMITTAG

 

Noch zwei Tage bis zum Ball. Vanessa Teschauer und Thomas Prauschke sind in der Innenstadt unterwegs. Für den großen Auftritt fehlt noch ein Anzug. "Wenn ich jetzt nichts finde, gucke ich am Montag" - ihr Freund sei da tiefenentspannt, erzählt Vanessa Teschauer. Sie selbst ist ein gutes Stück nervöser. Ohne Anzug kein Ballbesuch. Ihr eigenes Kleid hängt schon seit Wochen bereit - im Schrank der Mutter. Natürlich besitzt Vanessa Teschauer als langjährige Ballgängerin auch zwei eigene Roben, heuer sollte es aber etwas Neues sein und für den Kleiderkauf fehlte die Zeit. In dunkelrot mit schwarzen Pailletten wird die 26-Jährige nun gehen, bodenlang und im Rücken ausgeschnitten. Ob der Anzug dazu passt, ist egal. Hauptsache, er sitzt gut. Ein grauer Dreiteiler soll es sein, schmal geschnitten. In einer der Filialen in der Ludwigstraße wird das Paar - sie Exportsachbearbeiterin, er Kfz-Mechatroniker - fündig. "Er muss es tragen und bezahlen, also hat er auch das letzte Wort", stellt die 26-Jährige klar. Zum Glück gefällt das ausgewählte Stück auch ihrem 25-jährigen Freund gut. Sein Outfit ist damit gesichert.

 

 

MONTAGNACHMITTAG

 

Noch wenige Stunden bis zum Ball. "Ich würde hinten ein bisschen was hängenlassen und hier was stecken", sagt Petra Wintermayr, Friseurin in Buxheim. Extra für Vanessa Teschauer hat sie am Montag ihren Salon aufgesperrt, die beiden kennen sich seit Jahren. Aus einem geflochtenen Zopf entsteht innerhalb von Minuten eine Schnecke am Hinterkopf. Mit einem kleinen Gerät ringelt die Friseurin das blonde Haar darunter zu Locken.

Vor zehn Jahren sei sie das erste Mal beim Gastroball gewesen, erzählt Vanessa Teschauer. Sie hat viele Freunde in der Gastronomie, die abends arbeiten mussten: "Da konnte man endlich mal einen Abend mit denen gemeinsam verbringen." Sie ist dem Ball treu geblieben und genießt es, sich schick zu machen: "Wie oft macht man das schon" Musik für junge Leute und tanzen auch ohne Partner: Das gäbe es bei anderen Bällen nicht. Die letzten beiden Jahre seien allerdings nicht schön gewesen: "Da lagen Männer auf den Tresen und leicht bekleidete Damen gossen ihnen Alkohol in den Mund. Das war niveaulos." Umso mehr freut sich die Ballgängerin, dass das Motto dieses Jahr "Back to the roots" heißt - zurück zu den Wurzeln. " Ich bin sehr gespannt, wie das wird", sagt sie, während Petra Wintermayr ihr die letzte Strähne nach oben steckt. Noch ein paar funkelnde Blumen ins Haar und schon ist die Frisur fertig. Zum Schminken muss Vanessa Teschauer jetzt noch einmal nach Hause flitzen.

 

 

MONTAGABEND

 

Ballbeginn. Das Ingolstädter Stadttheater füllt sich mit Damen in langen Kleidern, Herren in Anzügen und knisternder Vorfreude. Auf dem roten Teppich im Foyer glitzern Pailletten im Licht heller Scheinwerfer. Wenig später drehen sich im großen Saal die ersten Paare zum Eröffnungswalzer. Auch Vanessa Teschauer und Thomas Prauschke sind schon eingetroffen, voller Vorfreude auf den Abend. Sie haben am nächsten Tag zumindest vormittags freigenommen. Lasset die Ballnacht beginnen.

Von Annika Schneider
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