Donnerstag, 20. September 2018
Lade Login-Box.

Landesamt für Denkmalpflege kritisiert den Stadtrat: Neues Schloss durch Kongresshotel "gravierend beeinträchtigt"

Vergebliche Warnung

Ingolstadt
erstellt am 06.06.2012 um 20:40 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:12 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (rh) Das Landesamt für Denkmalpflege sieht durch das geplante Hotel- und Kongresszentrum das Neue Schloss als Wahrzeichen Ingolstadts „in gravierender Weise in seiner historischen Erscheinung beeinträchtigt“. Die Behörde erneuert in einer Stellungnahme zum jüngsten Stadtratsbeschluss ihre Kritik an dem Vorgehen der Stadt.
Textgröße
Drucken
Ingolstadt: Vergebliche Warnung
In Gefahr? Die Wirkung des Neuen Schlosses sehen die Denkmalschützer durch die Hotelpläne beeinträchtigt - Foto: Rössle
Ingolstadt
Die Interessen des Denkmalschutzes seien im Bebauungsplan „nicht berücksichtigt“ worden.

Die Ingolstädter Altstadt sei ein „geschichtlich hochbedeutendes Ensemble“ und müsse in ihrem Erscheinungsbild auch erhalten bleiben. Das Einzelbaudenkmal Neues Schloss, so geben die Kritiker aus München zu bedenken, sei „wesentlicher Träger örtlicher Identität, städtebaulicher Fixpunkt und eines der prägendsten Elemente der Stadtsilhouette“. Die Denkmalschützer warnen davor, dass durch das Neubauprojekt die östliche Ansicht des Schlosses „verdeckt“ werde.

Auch um das benachbarte Kavalier Dallwigk macht das Landesamt für Denkmalpflege sich große Sorgen. „Die authentische Wirkung des Solitärbaus wird durch die angestrebte Höhe des Hotels nachhaltig beeinträchtigt.“ Um die „bauliche Identität“ dieses Denkmals zu wahren, müsse ein Neubauvorhaben „im unmittelbaren Nahbereich des Kavaliers an der Traufkante des Wasserturms orientiert“ sein.

Für die Gießereihalle, in der das neue Kunst- und Designmuseum untergebracht werden soll, fordert die Behörde „die Einhaltung eines angemessenen Abstands“. Das Gebäude biete „als letztes Beispiel die Möglichkeit, den historischen Industriestandort Ingolstadt als Geschichtsdokument greifbar werden zu lassen“.

Der vom Landesamt kritisierte Bebauungsplan für das Gießereigelände wurde kürzlich gegen sieben Stimmen vom Stadtrat beschlossen. Demnächst soll der Bauantrag für das Hotel im Gestaltungsbeirat vorgelegt werden. Das endgültig letzte Wort hat der Stadtentwicklungsausschuss. Das Stadtratsgremium soll im Juli die Genehmigung absegnen.

 

Von Reimund Herbst
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!