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Das Donaufest hatte viel zu bieten, aber am Nachmittag kamen nur wenige Besucher

Zu heiß für den Fluss

Ingolstadt
erstellt am 29.06.2012 um 22:00 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:12 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) So ein schönes Programm – aber leider so wenige Besucher. Es war am Freitagnachmittag einfach zu heiß, und so dümpelte das Fest zum Donautag im Klenzepark etwas vor sich hin. Nur die Zillen und Fähren waren ständig unterwegs auf dem Fluss.
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Fotostrecke: Danube Day - Donautag

Die Jungfernfahrt mit der motorisierten Fähre des Technischen Hilfswerks machen Bürgermeister Sepp Mißlbeck, Umweltreferent Wolfgang Scheuer und Karl Deindl, Leiter des Wasserwirtschaftsamts. Zwischen Nord- und Südufer wird fachgesimpelt über die Machbarkeit der Surfwelle, die FH-Studenten sich ausgedacht haben.
Ingolstadt: Zu heiß für den Fluss
 
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Deindl ist skeptisch: „Da ginge ein Sechstel der Energiegewinnung flöten.“ Mißlbeck gerät ins Schwärmen, als sich die Pontonfähre der Donaubühne nähert, wo das Hokum & Hilarity Jazz Orchestra Dixiemusik spielt. „Das müsste doch eine feste Einrichtung werden“, meint der Bürgermeister. „Jeden Sonntag im Sommer dort ein Frühschoppen– das wär’s.“

Den Fluss ganz nah erleben Besucher auf den Zillen. „Schön“, meint eine Ingolstädterin, „da hat man einen ganz anderen Blickwinkel.“ Ganz nah am Ufer geht es entlang, wo die Strömung nicht so stark ist. „Dort drüben vorm Brückenpfeiler kommt das Kehrwasser“, erklärt Rainer Till, der sich als Fischerstecher gut auskennt.

Ein schattiges Plätzchen unter einem Baum haben sich die Donau- und Sandrachfischer ausgesucht. „Wir sind die älteste Zunft“, erklärt Ignatz Münzhuber. Dann erzählt er von Nerfling und Güster, von Laube und Rußnase, von Hasl und Rotfeder. Alles Fische der Donau. Manche sind selten geworden. „Der Kormoran bringt viel Schaden“, sagt Münzhuber. Fischer Erwin Engel beherrscht noch die Kunst des Netzstrickens und zeigt Besuchern, wie er einen Kescher macht.

Am Stand der Donauschwaben erzählt Gunhild Burger, wie die Auswanderer 1712 in Ulm eingeschifft wurden und mit ihrer Schachtel in Ingolstadt Halt machten. „Damals herrschte eine Hungersnot, und die Donauschwaben haben alles Brot aufgekauft für die Reise. Daraufhin haben die Ingolstädter einen Beschwerdebrief an den Kurfürsten geschrieben.“

Schöne Spiele hat das Wasserwirtschaftsamt zum Donaufest mitgebracht: Zum Beispiel eine Wasserklangschale, bei der Töne als Wellen sichtbar werden. Mit am begehrtesten war bei der Hitze jedoch das köstliche kalte Ingolstädter Trinkwasser, das gratis verteilt wurde.

Am heutigen Samstag geht es weiter mit dem Donauschwimmen. Treffpunkt ist um 10.30 Uhr am Alten Pegelhäuschen.


 

Von Suzanne Schattenhofer
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