Montag, 10. Dezember 2018
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Gärtner Andreas Bertl führt rund 40 Besucher durch den Arzneipflanzengarten der Alten Anatomie

Wissenswertes über Buchs & Co.

Ingolstadt
erstellt am 10.08.2016 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:58 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Eine Führung quasi aus der Praxis heraus erhielten gestern Nachmittag rund 40 Besucher im Arzneipflanzengarten des Deutschen Medizinhistorischen Museums. Zum ersten Mal erläuterte dabei der langjährige Gärtner Andreas Bertl Interessierten das Kleinod hinter der Alten Anatomie.
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Ingolstadt: Wissenswertes über Buchs & Co.
Großes Interesse: Zahlreiche Gartenfreunde kamen gestern zu dem Rundgang durch den Arzneipflanzengarten mit Andreas Bertl. - Foto: Brandl
Ingolstadt

Wie oft gießen? Wann und wie schneiden? Das seien Fragen, wie sie von Leuten oft nach herkömmlichen Begehungen des Gartens gestellt würden, sagte Museumsleiterin Marion Ruisinger eingangs des rund einstündigen Rundgangs. Deshalb habe man sich dieses Mal entschlossen, einen Termin mit dem Gärtner Andreas Bertl ins Programm zu nehmen. Denn dieser kennt den Garten wie kein anderer, ist er doch seit Jahren für die Pflege der Anlage zuständig. Und das Interesse war groß. Bertl war schon lange vor Beginn der Veranstaltung von Gartenfreunden umringt und musste viele Fragen beantworten.

Zum offiziellen Start der Führung gab Bertl einen Einblick in die Arbeiten des Jahreslaufs, die im März mit dem Rückschnitt beginnen. Im Mai folge die Vorbereitung der Pflanzenbeete für die ein- bis zweijährigen Pflanzen. Über die Pflege wie das Jäten und Schneiden war dann schnell der Übergang gefunden zum Thema Buchs, dessen Schnitt im Juli erfolge, so Bertl. Schnell war klar: Dieses Thema fesselt die Anwesenden. Es folgten viele Fragen über Technik und Vorgehensweise beim Schnitt der Buchsbaumkugeln mit Schablone. Bertl berichtete, dass er die Kugeln bislang immer mit der Heckenschere geschnitten habe und erst heuer das erste Mal einen Akkuschneider benutzt hätte. Um alle Kugeln zu schneiden, brauche er gut einen Tag. Wie alt die Buchshecke sei, wollte jemand wissen. Sie gebe es seit 1992, seit der Landesgartenschau, so Bertl. Es folgten weitere interessante Stationen auf dem Rundgang durch den Garten, so bei der Abteilung mit Kräuterpflanzen, als auch bei den sogenannten Alkaloiden, zu denen teils hochgiftige Pflanzen wie Herbstzeitlose und Seidelbast gehören.

Der Rosmarin habe nun das zweite Mal den Winter überlebt, berichtete Bertl und deutete an, dass dies auch dem Klimawandel geschuldet sein könnte, denn normalerweise ist die aus dem Mittelmeerraum stammende Gewürzpflanze hierzulande nicht frostsicher. Der Eukalyptus hingegen habe die kalte Jahreszeit bislang nicht durchgestanden. Zum Schluss dann die obligatorische Frage, die wohl jeder Gärtner einmal zu hören bekommt: Was tun gegen Schnecken? "Absammeln und ein bisschen Schneckenkorn streuen", antwortete Bertl und führte seine Zuhörer - trotz der abgelaufenen Zeit - auf eine Extrarunde durch den Arzneipflanzengarten.

Von Michael Brandl
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