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BMX-Fahrer werden eine Wettkampfbahn bauen Talente bei der WM dabei

Für die großen Sprünge

Ingolstadt
erstellt am 23.05.2016 um 21:48 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:55 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Sie träumen schon länger davon. Jetzt soll der große Wunsch der Ingolstädter BMX-Fahrer endlich Wirklichkeit werden. Ab Herbst soll eine fast 400 Meter lange neue Trainings- und Wettkampfstrecke entstehen. Der BLSV, die Stadt und andere Förderer unterstützen dabei.
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Ingolstadt: Für die großen Sprünge
Hoch hinaus geht es auf der kleinen Ingolstädter Bahn, die vom Verein Radhaus e. V. in Eigenregie bei der Saturn-Arena errichtet worden ist. Für größere Trainingseinheiten oder für eine Wettkampfserie ist sie aber ungeeignet.Deshalb soll eine neue Strecke her. ‹ŒArch - foto: Hauser
Ingolstadt

Es waren unzählige Fahrten durchs Stadtgebiet. Wo auch immer sie freie Flächen vermuteten, notierten die engagierten Vereinsmitglieder des Radhaus e. V. den Standort. Fast immer wurden sie aber enttäuscht, weil Ingolstadt bekanntlich wie verrückt wächst. Das bekommt auch jemand zu spüren, der gerne ein paar Quadratmeter für eine neue BMX-Bahn erschließen möchte, lieber gestern als morgen. Denn die Zeit drängt einigermaßen, um nicht den aktuellen Boom der Trendsportart komplett ins Leere laufen zu lassen. "Wenn wir noch fünf Jahre warten, ist der Verein wieder tot", sagt Uli Amberger, einer von vielen engagierten Eltern, die das Projekt und den Radhaus e. V. vorantreiben möchten. Deshalb können und wollen sie auch nicht auf das Ende der Landegartenschau 2020 warten, wo vielleicht ein schöner Platz im Ingolstädter Nordwesten frei würde. Oder am Stadion des FCI im Südosten, wo es Platz für einen Sportpark mit mehr als Fußball geben sollte, aber Audi das Raffinerie-Gelände natürlich auch erst nach und nach entwickelt.

Somit landeten die BMX-Fanatiker wieder da, wo sie starteten: An ihrer eigenen Bahn, die damals 2010 beim namensgebenden Radgeschäft und der Saturn-Arena entstand. Die aber "leider viel zu klein ist", um den großartigen Nachwuchsfahrern langfristig eine Perspektive zu geben. Uli Ambergers Sohn Alexander (kleines Foto) ist das beste Beispiel dafür. Der Elfjährige fährt erst seit dreieinhalb Jahren BMX und gehört schon zur deutschen Spitze in seiner Altersklasse. Bei der letztjährigen WM (in den Niederlanden) schaffte er es ins Sechzehntelfinale. Auch bei den nächste Woche startenden Welttitelkämpfen in Medellin/ Kolumbien (25. bis 29. Mai) tritt Alexander an. Papa Uli unterstützt, wo es geht.

Amberger und andere Eltern aus Ingolstadt fahren einige Kinder auch zweimal pro Woche nach Erlangen, wo auf einer langen und wettkampftauglichen Bahn trainiert werden kann. "Seit der Alex dort ist, hat er noch einmal einen riesigen Leistungssprung gemacht. Hier in Ingolstadt, sagt er, kann er auf der kurzen Bahn nichts mehr lernen", berichtet der Vater, der aber natürlich auch weiß, dass nicht alle Eltern diesen Aufwand betreiben können.

Um den vielen ganz jungen Talenten im Verein eine Perspektive zu geben, "ist eine schnelle Lösung gefragt", sagt auch Tobias Nixdorf, der Kreisvorsitzende des Bayerischen Landessportverbandes (BLSV). Der Kreisverband engagiert sich seit mehr als einem Jahr für eine Bahn und bereitete die Gespräche mit der Stadt vor. Kürzlich waren die Aktivisten bei OB Christian Lösel, der große Sympathie für die Bahn gezeigt habe. Lösel selbst sagte kürzlich: "Wir schauen, dass wir für die BMX-Fahrer was tun." Das städtische Gartenamt ist schon eingeschaltet.

Auf 50 000 Euro schätzt der Verein den kompletten Neubau der Bahn, die von rund 150 einfachen auf dann 400 perfekt befestigte Streckenmeter wachsen soll. "Viel Eigenleistung und einige Sponsoren", verspricht und erhofft sich Uli Amberger. "Wir werden alle Fördertöpfe anzapfen", sagt BLSV-Kreischef Nixdorf. Auf alle Fälle ist Hilfe von außen nötig, "die Bahn können wir nicht selbst bauen", sagt Papa Amberger. Größter Posten ist das Startgitter, das sich aber als Werbefläche vermarkten lassen könnte. "Alle schauen dorthin", weiß der Athletenvater aus eigener Erfahrung.

Im Herbst soll der Neubau losgehen. Schon jetzt ist der Radhaus e. V., obwohl keine zehn Jahre alt, auf Rang vier unter den bayerischen Vereinen. Mit neuer Trainingsanlage könnte es noch einmal einen Schub für den Klub mit derzeit knapp 200 Mitgliedern geben. Kooperationen mit Schulen sind dann angedacht. An Aufmerksamkeit sollte es nicht mangeln: BMX ist seit 2008 auch olympische Sportart.

Von Christian Rehberger
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