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Offizieller Baubeginn für das Museum für Konkrete Kunst und Design in der früheren Gießereihalle

"Ein großes Werk für die Zukunft"

Ingolstadt
erstellt am 07.06.2016 um 21:13 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:55 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Der Startschuss ist gefallen. Eine in die Wand eingemauerte Zeitkapsel soll den Beginn des Umbaus der ehemaligen Gießereihalle zum Museum für Konkrete Kunst und Design (MKKD) für die Nachwelt markieren. Das neue Kunstmuseum soll 2019 eröffnet werden.
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Ingolstadt: "Ein großes Werk für die Zukunft"
Foto: DK
Ingolstadt

20 Jahre ist über den Neubau, diverse Standorte und mehr oder weniger konkrete Entwürfe debattiert worden. Seit gestern geht es auf der langjährigen Industriebrache konkret zur Sache. Rund 25 Millionen Euro investiert die Stadt nach bisherigem Planungsstand in das Museum, etwa sieben Millionen Euro öffentliche Fördergelder kommen noch dazu. Mit einer Ausstellungsfläche von 2000 Quadratmetern wird die Fläche des bisherigen MKK in der Tränktorstraße hier verdoppelt.

Fotostrecke: Baubeginn Museum für Konkrete Kunst und Design
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Beim offiziellen Baubeginn lobten die Redner vor zahlreichen Vertretern aus Politik und Verwaltung die Gießereihalle als "idealen Standort" für das Museum für Konkrete Kunst und Design. Mit baulicher Historie, Museen und öffentlichen Einrichtungen könnten Städte im gegenseitigen Wettbewerb punkten, meinte Oberbürgermeister Christian Lösel. Das neue Kunstmuseum verbinde beides, moderne Kunst und wertige Historie. Ingolstadt erhalte somit nicht nur ein in Deutschland einzigartiges Kunst- und Designmuseum, sondern bewahre zudem eines der wichtigsten Zeugnisse Ingolstädter Industriegeschichte. Das MKKD, das sich mit diesem Bauwerk neu positioniere, habe große Ausstrahlung und einen Mehrwert für Stadtgesellschaft und Tourismus.

Überhaupt entstehe auf dem ehemaligen Gießereigelände eine "einzigartige Mischung aus Wissenschaft, Technik, Kultur und Tourismus". 2014 war bereits der Erweiterungsbau der Technischen Hochschule in Betrieb genommen worden, im vergangenen Jahr die Audi-Akademie. Erst am Montag wurde auf dem Campus das neue Carissma-Forschungszentrum der Technischen Hochschule Ingolstadt eingeweiht (DK berichtete). Nunmehr sei der Umbau der Gießereihalle in ein MKKD "die größte städtische Baustelle", sie lasse symbolisch erkennen, wie dynamisch die Stadt sich entwickele, so Lösel weiter.

Die Zeitkapsel beinhaltet neben einer Urkunde und der Ausführungsplanung auch eine signierte Fotografie der Münchner Künstlerin Katharina Gaenssler, die die Baustelle regelmäßig seit Herbst 2014 von einem festen Standpunkt aus fotografiert, und eine aktuelle Ausgabe des DONAUKURIER.

Nicht nur zum Einmauern der Zeitkapsel war das Tragen eines Bauhelmes vonnöten. Ohne Helm durften die Gäste die frühere Gießereihalle erst gar nicht betreten. So hielt denn auch die Landtagsabgeordnete Christine Haderthauer ihr "erstes Grußwort mit Helm", lobte dabei die museale Verbindung von Konkreter Kunst und Design, die es "so noch nicht so oft gibt" und die Einstellung der Stadt, ein solches Museum auch zu bauen, wenn "die Gelder mal nicht wie gewohnt sprudeln". Die öffentlichen Mittel, mit denen das Projekt bezuschusst werden, lägen bei knapp sieben Millionen Euro.

Stefan Dembinski, Grabungstechniker bei Pro Arch, hob die Bedeutung der Grabungen auf solchen historischen Industriebauten hervor. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war das Gießereigelände das Industrielle Rüstungszentrum Bayerns. Der Untergrund hier, so Dembinski, berge sicher noch die eine oder andere Überraschung.

Kulturreferent Gabriel Engert bezeichnete den Museumsbau als "ganz wichtigen Schritt für diese Stadt". Das Museum sei "ein Ort für Bürger, für Kommunikation, für Begegnung und Reflexion". Der Entwurf sieht vor, dass die 2000 Quadratmeter große Ausstellungsfläche einschließlich Technikräume unterhalb der Halle entsteht. Das Untergeschoss ist durch eine Öffnung unterhalb der noch erhaltenen historischen Kranbahn vom Erdgeschoss aus zu sehen. Ebenerdig entsteht eine öffentlich zugängliche Halle, die neben Kasse und Shop eine weitere Ausstellungsfläche im Nordflügel bereithält. Im Westen wird ein großer Gastronomiebereich mit Bar, Lounge und Außenterrasse auch außerhalb der Öffnungszeiten des Museums zugänglich sein.

Die historische Gießereihalle wird zunächst statisch abgestützt. Erst danach können die Stützen ausgebaut und der Aushub für den unterirdischen Museumsteil begonnen werden. Die enorme Komplexität des Projekts sei "eine große Herausforderung für das gesamte Planungsteam, technischer und finanzieller Natur", sagte der Architekt, Prof. Peter Sapp (kleines Foto) vom Wiener Büro Querkraft, einer der Preisträger des Wettbewerbes, das den Zuschlag für den Bau des MKKD schließlich bekommen hat. Eine Grundsteinlegung, meinte er, sei "der Beginn eines intensiven Umsetzungsprozesses, der uns alle herausfordern wird". Nötig sei dazu intensive Kooperation - und die Fähigkeit aller, bei Schwierigkeiten über ihren Schatten zu springen. Dann, so Sapp, könne "ein großes Werk für die Zukunft entstehen, das wir mit Stolz unseren Nachkommen hinterlassen".

Von Ruth Stückle
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