Montag, 19. November 2018
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Literarische Nacht des Autorenkreises in der Harderbastei

Lieder und Leser

Ingolstadt
erstellt am 25.05.2014 um 21:32 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:32 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Die Gedanken eines Computerhackers, die skurrilen Erlebnisse eines Touristen in einer Sauna in Finnland oder die Selbstreflexionen der Farbe Rot – bei der literarischen Nacht des Autorenkreises in der Harderbastei am Samstag boten die vorgelesenen Texte ein buntes Sammelsurium. Zusätzliche Abwechslung bescherten die Musik von Organisator Michael von Benkel mit Tamara und David Pientka sowie die Auftritte der Theater-Improvisationsgruppe G’Scheiterhaufen.
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Ingolstadt: Lieder und Leser
Alles Rot: Susanne Feiner nahm bei ihrer Kurzgeschichte die Perspektive der Farbe Rot ein und unterhielt das Publikum nicht nur mit ihrem Text, sondern auch ihrem lebhaften Vortrag - Foto: Hauser
Ingolstadt

Und so wechselten sie sich ab, die Leser, die Musiker sowie die Schauspieler. Die beiden Frauen der Improvisationsgruppe nahmen manchmal nur ein Stichwort einer Geschichte, eine Überschrift auf und sponnen – zur Erheiterung der zahlreichen Gäste – ihre eigene Erzählung daraus. Einmal sprangen sie auf Stühle, fliegend und flatternd wie Raben, herum, ein andermal schwitzten sie in der Sauna und machten Verständigungsschwierigkeiten durch überbordende Gesten wett.

Die Saunaszene basierte auf der unterhaltsamen Geschichte, die Jens Rohrer vorgetragen hatte. Er berichtete von kuriosen Erlebnissen eines Touristen in Finnland, von allerhand Sprachschwierigkeiten und eben einem denkwürdigen Saunabesuch. Während das Publikum bei Rohrer lachte, blieb es anschließend bei Claus Sporer still. Mit tiefer, kräftiger Stimme trug er kurze Gedichte vor. Schon der Titel seiner Lesung ließ erahnen, was die Zuhörer erwarten sollte: „Versuch einer Annäherung an Marieluise Fleißer“. Von Benkel unterstrich einzelne Passagen musikalisch mit der Gitarre. Als Susanne Feiner auf das Podium stieg, auf dem lediglich ein einfacher Tisch mit einer Lampe und einem Mikrofon stand, band sie sich erst einmal einen roten Schal um. „Ich bin Rot“, begann sie ihre Kurzgeschichte und erzählte von den Befindlichkeiten, den Ängsten und Hoffnungen dieser Farbe. Von den Leiden in der Waschmaschine und dem Bemühen, die Farbpigmente ohne Feinwaschmittel beisammenzuhalten.

Etwa ein Dutzend Autoren präsentierten an diesem Abend ihre Texte. Das Konzept von Michael von Benkel, „wie in einer Revue“ Text, Musik und Spiel unter einen Hut zu bringen, funktionierte hervorragend, gerade weil die einzelnen Elemente nicht isoliert blieben, sondern immer wieder ineinandergriffen.

Von Markus Meßner
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