Mittwoch, 19. September 2018
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Klassik-Open-Air am Wochenende im Klenzepark

Klassik, Klenze, Kult!

Ingolstadt
erstellt am 11.07.2018 um 20:56 Uhr
aktualisiert am 15.07.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Trotz Wimbledon- und WM-Finale: Das wichtigste Ereignis auf Rasen findet an diesem Wochenende natürlich im Klenzepark statt. Zum Klassik-Open-Air werden wieder 20000 Besucher erwartet. Sie werden andächtig der Musik lauschen, Picknickkörbe leeren und den warmen Sommerabend genießen. Elf Fakten zur Kultveranstaltung.
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An der Bühne wurde gestern noch gearbeitet. Morgen muss dann alles fertig sein ? damit die Besucher wieder zwei unvergessliche Abende erleben können, so wie diese Leute (unten rechts) im Vorjahr. Auch dieses Jahr sind viele Sicherheitsmänner im Einsatz (unten links).
An der Bühne wurde gestern noch gearbeitet.
Fotos: Hauser, Hammer
Ingolstadt

DAS JUBILÄUMS-OPEN-AIR


Audi veranstaltet das zweitägige Klassik-Open-Air dieses Jahr nun schon zum zehnten Mal. Seit 2009 gibt es klassische Musik mit Picknickcharakter im Rahmen der Audi-Sommerkonzerte. Zunächst fanden die Konzerte näher an der Donaubühne statt, inzwischen haben sie sich auf der großen Tillywiese des Klenzeparks etabliert. Erstmals allerdings bildet das Open Air den Auftakt der Sommerkonzerte - eine sinnvolle Aufwertung. Am Freitagabend um 20.30 Uhr geht es los, mit dem renommierten Mahler Chamber Orchestra und dem Finnen Pekka Kuusisto (Leitung und Violine). Der zweite Abend am Samstag beginnt ebenfalls um 20.30 Uhr. Auf der Bühne treten dann das Georgische Kammerorchester (Dirigent Ruben Gazarian) sowie die Audi-Bläserphilharmonie (Dirigent Pietro Sarno) auf. Am Klavier wird der international bekannte türkische Pianist und Komponist Fazil Say zu hören sein. Die Konzerte enden jeweils um 23 Uhr.

GROßER ANDRANG

Zum zehnten Mal findet jetzt das Klassik-Open-Air statt. Wieder werden Tausende auf Campingstühlen hocken oder auf Picknickdecken liegen und der Musik lauschen.
Zum zehnten Mal findet jetzt das Klassik-Open-Air statt. Wieder werden Tausende auf Campingstühlen hocken oder auf Picknickdecken liegen und der Musik lauschen.
Foto: Hauser
Ingolstadt
Auf der Tillywiese im Klenzepark ist viel Platz, es empfiehlt sich dennoch, frühzeitig zu kommen. Denn an den beiden Tagen rechnet Audi wieder mit insgesamt 20000 Besuchern. Sollte das Gelände irgendwann überfüllt sein, würde zumindest zeitweise der Einlass gestoppt werden. Und wie schnell gibt es einfach kein Fleckchen mit freiem Blick auf die Bühne mehr, auf dem man seine Decke unterbringen kann! Unser Tipp: Gegen 18 Uhr kommen und ganz entspannt in den Abend starten. Für Rollstuhlfahrer gibt es übrigens ein Podest inklusive Zugang zu einer rollstuhlgerechten Toilette.

AM BESTEN OHNE AUTO


Sogar der Veranstalter Audi rät den Besuchern, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß zu kommen. In der Tilly-Tiefgarage gibt es zwar 440 Stellplätze - aber die sind bei Tausenden Besuchern schnell belegt. Und auch im Umfeld gibt es eher wenig Parkplätze.


FREIER EINTRITT


Bei allen Sparprogrammen, die der Automobilkonzern zuletzt gestartet hat - der Eintritt an beiden Tagen des Klassik-Open-Airs bleibt frei. Das versöhnt vielleicht auch ein paar Klassik-Fans, die das Zusammenstreichen des Sommerkonzerte-Programms dieses Jahr (von etwa einem Monat auf gute zwei Wochen) bedauern.

FESTIVALGEFÜHL


Wie bei einem richtigen Festival gibt es nichts, was die Besucher nicht mitbringen (wollen). Und erlaubt ist auch so einiges: Zum Beispiel Picknickdecken und Campingstühle, und natürlich gekaufte oder selbstgemachte Speisen und Getränke. Verboten sind allerdings Zelte oder Pavillons - da können die Hintermänner und -frauen eher nicht so gut hindurchschauen.
 Morgen muss dann alles fertig sein - damit die Besucher wieder zwei unvergessliche Abende erleben können, so wie diese Leute im Vorjahr.
Fotos: Hauser, Hammer
Ingolstadt

 

BESTENS VERSORGT


Wer keine Verpflegung mitbringen will oder seine Vorräte schon frühzeitig aufgebraucht hat, für den gibt es zahlreiche Stände mit Speisen und Getränken, die von 17 bis 23.30 Uhr geöffnet haben. Erhältlich sind Bier, Wasser, Spezi, Limonade, Apfelschorle, Wein, Sekt und Longdrinks sowie Grillwurst, Steaksemmeln, Rahmfleckerl, Kaiserschmarrn, Crêpes und Eis. Wer zwischendurch etwas loswerden muss, für den gibt es auch hoffentlich genug Toiletten.

GUTE AUSSICHTEN


Der Wetterbericht verspricht zwei warme Konzerttage. Das Thermometer soll sich Richtung 30 Grad bewegen. Also: Sonnenschutz nicht vergessen - und genug (Nichtalkoholisches) trinken. Die Musiker würden sich auf jeden Fall über das eine oder andere Wölkchen freuen - denn die Bühne befindet sich sonst voll in der Sonne.

ALLES SICHER

Auch dieses Jahr sind viele Sicherheitsmänner im Einsatz.
Fotos: Hauser, Hammer
Ingolstadt

So mancher wird sich noch an die merkwürdige Stimmung beim Auftaktkonzert vor zwei Jahren erinnern, als in München gerade der 18-jährige David S. einen Anschlag verübte, der die Sicherheitskräfte in ganz Bayern in Atem hielt und zehn Menschen das Leben kostete. Zumindest zeitweise stand eine Absage im Raum - Audi entschied sich, nachdem die Lage klar war, dagegen. Seitdem wird aber auch beim Klassik-Open-Air noch mehr auf die Sicherheit geachtet. Die bei solchen Veranstaltungen obligatorischen Betonpoller sollen Amokfahrten abbremsen, dazu kontrollieren mehr als 30 Sicherheitsleute während der zwei Tage das Gelände und die Besucher.

NEUE TECHNIK


Dass man die feinen Klänge von der Bühne auch im hintersten Eck der Tillywiese hören kann, liegt natürlich auch an der Anlage, die Audi verwendet - ohne Mikrofone und Lautsprecher wäre dieser Sound nicht möglich. Dieses Jahr wird die Firma Showem, die das Open Air technisch betreut, zum ersten Mal auch LED-Wände und Kameras einsetzen - damit die Veranstaltung auch optisch noch mehr hermacht.

 

KEIN FEUERWERK


Nach dem schrecklichen Attentat in München 2016 (siehe Punkt 8) hatte man auf das Feuerwerk aus Pietätsgründen verzichtet, danach beendete das Spardiktat nach Bekanntwerden des Dieselskandals diese liebgewonnene Tradition am Ende eines jeden Konzertabends. Wie viel Geld damit eingespart wurde, darüber hüllt sich Audi in Schweigen - es dürften angesichts der Qualität des Feuerwerks aber Zigtausende Euro gewesen sein.


IN DIE INNENSTADT


Nach dem Ende der Konzerte strömen jedes Jahr Tausende in die Innenstadt - und besetzen im Nu die freien Plätze vor den Kneipen und Cafés. In früheren Jahren hatten die Wirte das Problem, dass sie eigentlich gemäß der Sommer-Regelung um 23.30 Uhr das letzte Getränk ausschenken mussten - also genau zu der Zeit, als die Klassik-Open-Air-Besucher ankamen. Das gab immer wieder Ärger. Der Stadtrat passte schließlich die Regelung an die Realität an, "um die positiven Eindrücke des Audi-Sommerkonzertes der Besucher zu erhalten und den Druck von den Wirten zu nehmen", wie es im Beschluss heißt. Die Sperrzeit im Außenbereich beginnt an beiden Abenden daher erst um 1 Uhr, das letzte Getränk darf so um 0.30 Uhr ausgeschenkt werden. Na denn Prost!
Thorsten Stark
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