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Linke Gruppierungen demonstrieren für Friedenspolitik

"Gewitter brechen aus, Kriege nicht"

Ingolstadt
erstellt am 06.09.2015 um 20:09 Uhr
aktualisiert am 06.12.2018 um 12:21 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) 120 Demonstranten haben am Samstagnachmittag in der Innenstadt gegen den Krieg protestiert. Sie zogen vom Open-Flair-Gelände über den Rathausplatz zur Mauthstraße.
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Ingolstadt: "Gewitter brechen aus, Kriege nicht"
Gegen den Krieg, Flüchtlinge sind willkommen: So in etwa lautet die Botschaft der Demonstration von Linkspartei, Linksjugend und Lara, die am Samstagnachmittag stattfand - Foto: Abels
Ingolstadt

Angelehnt an die Optik der „Star-Wars“-Filme war das Logo der Demonstration, zu der Die Linke, Die Linksjugend und Lara aufgerufen hatten. „Stop Wars“ stand auf mehreren Bannern, die die zum größten Teil jüngeren Demonstranten während ihres Marsches hochhielten. Und genau darum ging es ihnen, wie man in mehreren Reden hören konnte: weltweit die Kriege zu stoppen – und gleichzeitig die Flüchtlinge willkommen zu heißen.

„Gewitter brechen aus, Kriege brechen niemals aus“, sagte die Linke-Bundestagsabgeordnete Eva Bulling-Schröter (kleines Foto) bei der Hauptkundgebung am Rathausplatz. „Sie sind menschengemacht, aus knallharten Interessen heraus.“ Faschismus, Kolonialismus, Kapitalismus – Europa habe ganze Kontinente und Völker unter jahrhundertelange Zwangsherrschaft gestellt und bekomme dafür nun die Quittung. „Es ist kein Zufall, dass die meisten Flüchtlinge zu uns kommen“, sagte sie. Allein in Deutschland gebe es 6,7 Billionen Euro Privatvermögen, die Schere zwischen Arm und Reich gehe immer weiter auf.



EU sei nur eine neue Bezeichnung für den deutschen Imperialismus, sagte Sebastian Schuller von der Linksjugend. Und wenn Bundespräsident Joachim Gauck von der deutschen Verantwortung in der Welt spreche, meine er nicht, die Grenzen für die Flüchtlinge zu öffnen, sondern deutsche Waffen möglichst in jedem Konflikt auf der Welt einzusetzen, sagte Schuller. „Entgegen der Propaganda unseres Staates verteidigen deutsche Soldaten nur die Interessen des Kapitals“, erklärte er. Schuller kritisierte außerdem die Werbung der Bundeswehr an deutschen Schulen und in der Öffentlichkeit, beispielsweise das alljährliche „Bundeswehr-Beachen“ in der Pionier-Kaserne. „Nein zu deutschen Großmachtsfantasien, Nein zur Militarisierung, Nein zum deutschen Imperialismus!“, rief er. „Lasst uns eine Welt des Friedens bilden.“

Ein Lara-Vertreter verurteilte die Einrichtung des Abschiebezentrums für Balkan-Flüchtlinge in Oberstimm, wo doch die Bundeswehr noch vor 20 Jahren Bomben über Jugoslawien abgeworfen habe. Er forderte: „Nie wieder eine militärische Intervention aus diesem Land.“

Von Thorsten Stark
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