Samstag, 19. Januar 2019
Lade Login-Box.

Sparkasse und LBS sehen trotz hoher Preise keine Überhitzung des örtlichen Immobilienmarktes

"Gesunde Seitwärtsbewegung"

Ingolstadt
erstellt am 14.05.2014 um 21:29 Uhr
aktualisiert am 06.12.2018 um 12:24 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Die Preise für Wohneigentum sind fraglos hoch, doch der örtliche Immobilienmarkt ist nach Einschätzung der Sparkasse Ingolstadt nicht überhitzt. Angesichts der hohen Nachfrage warnt das führende Geldinstitut der Region allerdings vor zu gewagten Finanzierungen allein auf Basis niedriger Zinsen.
Textgröße
Drucken
 


Wenn es um die Beurteilung des Immobilienmarktes geht, haben die Sparkassen und ihre Landesbausparkasse (LBS) aufgrund ihres hohen Anteils am Privatkundengeschäft bzw. an Baufinanzierungen einen guten Überblick. Der Ingolstädter Sparkassenvorstand Anton Hirschberger ist sich sicher, dass sein Institut die Lage in der Region sehr gut beurteilen kann. Gestern hat er gemeinsam mit LBS-Vertretern aktuelle Zahlen zur Entwicklung bei Kauf und Finanzierung von Wohneigentum in Stadt und Umland bekannt gegeben.

Klarer Beleg für die Sonderkonjunktur im Großraum Ingolstadt: Mit einem Kreditvolumen von 245 Millionen Euro für den Erwerb von Häusern und Eigentumswohnungen hat die Sparkasse Ingolstadt im Jahr 2013 ein Plus von 14 Prozent gegenüber 2012 verzeichnet. Ihre Steigerungsrate lag somit fast doppelt so hoch wie der Schnitt aller bayerischen Sparkassen auf diesem Sektor (plus 7,3 Prozent).

Ingolstadt: "Gesunde Seitwärtsbewegung"
Analysten des Immobilienmarktes: Dominik Müller und Heinz-Peter Hungbaur von der LBS, Sparkassenvorstand Anton Hirschberger und der Gruppenleiter für Immobilienservice des Instituts, Stefan Winkler (von links), bei ihrer gestrigen Pressekonferenz - Foto: Rössle
Ingolstadt

Zwar sei die absolute Zahl der zustande gekommenen Verträge zuletzt etwas gesunken, erläuterte Stefan Winkler vom Immobilienservice der Sparkasse, doch seien die jeweiligen Kunden umso zielstrebiger auf der Suche gewesen. Deutlich zu verspüren war demnach, dass es sich häufig um Neubürger handelte, die aus beruflichen Gründen über die großen regionalen Arbeitgeber in den Raum Ingolstadt gekommen sind. Die positive Entwicklung bei Audi und hiesigen Automobilzulieferfirmen spiegele sich unverkennbar wider.

Die LBS sieht in ganz Bayern einen deutlichen Trend zur eigenen Immobilie. Im vergangenen Jahr wurden im Freistaat nach den Worten des stellvertretenden LBS-Vorstandsmitglieds Heinz-Peter Hungbaur Verträge über die gigantische Summe von 21,6 Milliarden Euro abgeschlossen – mehr als im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (20,6 Milliarden) und im traditionell eigenheimstarken Baden-Württemberg (18,9 Milliarden). Allein in Ingolstadt, wo die LBS laut Hungbaur rund 15 000 Kunden hat, wurde von ihr 2013 eine Bausparvertragssumme von fast 160 Millionen Euro generiert.

Nach Einschätzung von Sparkassenvorstand Hirschberger kann trotz der insgesamt hohen Preise am hiesigen Immobilienmarkt nicht von einem „Hype“ gesprochen werden. Er erwartet für die Zukunft zwar noch leichte Steigerungen der Quadratmeterpreise, jedoch keine exorbitanten Sprünge mehr. Der hiesige Markt befindet sich seiner Deutung nach in einer „gesunden Seitwärtsbewegung“; die Bauaktivitäten der jüngeren Zeit hätten bereits zu einem gewissen Entspannungseffekt geführt.

Ausdrücklich warnte Hirschberger vor zu blauäugigen Kalkulationen bei Immobilieninvestitionen aufgrund der schon länger sehr günstigen Zinsentwicklung. Weil solche Finanzierungen doch in der Regel über mehrere Jahrzehnte laufen müssten, sei auch immer an den nächsten „Zinswinter“ zu denken, der irgendwann kommen werde. Da könne es dann bei Häusern unterm Strich leicht mal um Mehrbelastungen von 100 000 Euro allein durch höhere Zinsen gehen – das müsse bei allen Verlockungen der Niedrigzinsphase immer einkalkuliert werden.

Die Sparkasse hat bei den von ihr mitfinanzierten Objekten in Ingolstadt und Umgebung 2013 folgende Preisspannen festgestellt: Bei Eigenheim-Neubauten 300 000 bis 490 000 Euro, bei gebrauchten Häusern 240 000 bis 420 000 Euro, bei neuen Eigentumswohnungen 2700 bis 4000 Euro pro Quadratmeter und bei gebrauchten Eigentumswohnungen 1200 bis 2900 Euro pro Quadratmeter.

Teuerste Lage ist nach wie vor die Ingolstädter Innenstadt, aber auch einige Ortsteile in der Peripherie halten offenbar gut mit. Zu den Landgemeinden hin gibt es nach den Beobachtungen der Sparkasse weiterhin ein Preisgefälle, das sich aber erst mit zunehmender Entfernung zur Stadt wirklich bemerkbar mache. Der „Speckgürtel“ um die Stadt weite sich beständig aus.

Von Bernd Heimerl
Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

Kommentare geben die Meinung des Verfassers wieder. Für die Inhalte übernimmt donaukurier.de keinerlei Verantwortung und Haftung. weitere Informationen
Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!