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Unternehmer-Initiative möchte 1000 spanische Fachkräfte anwerben

"Europabrücke" zum neuen Job

Ingolstadt
erstellt am 25.10.2013 um 21:34 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:25 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Rund 1000 arbeitslose spanische Fachkräfte aus der Region Katalonien sollen in den nächsten zwei bis drei Jahren in den Arbeitsmarkt der Region Zehn integriert werden. Das ist das Ziel der regionalen Unternehmer-Initiative „Europabrücke“, die unter anderem von der Industrie- und Handelskammer (IHK) München und Oberbayern und der Bertelsmann-Stiftung unterstützt wird.
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Sie möchte dem Mangel an Fachkräften im Raum Ingolstadt entgegenwirken und soll im Erfolgsfall Modellcharakter für andere Städte und Regionen haben. Am Freitag fiel, nach gut einjähriger Vorbereitungszeit, im Existenzgründerzentrum der Startschuss für das Projekt. Anwesend waren unter anderem Peter Martin von der Europäischen Kommission, Pfaffenhofens Landrat Martin Wolf, sowie Ingolstadts Oberbürgermeister Alfred Lehmann.

Eigentlich ist die Idee nicht neu: gut ausgebildete Arbeitskräfte ohne feste Stelle aus dem wirtschaftlich schwachen südeuropäischen Raum dorthin zu holen, wo derzeit Fachkräftemangel herrscht – nach Deutschland. Derlei Konzepte gab es in der Vergangenheit bereits, so Mitinitiator Eduard Kastner aus Wolnzach bei der Vorstellung der „Europabrücke“. Aber nicht alle seien erfolgreich gewesen. Auf diesen Erfahrungswerten baut nun das Konzept der „Europabrücke“, das von der Europäischen Union (EU) gefördert wird, auf.

So legt das Projekt besonderen Wert auf die soziale Integration der zukünftigen Arbeitnehmer aus Spanien. Dafür wurde auch eigens der Bereich „Willkommensstruktur“ ins Leben gerufen, der unter anderem eine rasche und fundierte sprachliche Integration ermöglichen soll. „Die Sprache ist das Allerwichtigste“, so Kastner.

Basis der „Europabrücke“ sind zwei Internetportale in deutscher und spanischer Sprache. Hier können Arbeitgeber aus Bayern für 150 Euro eine Stellenanzeige schalten, die dann ins Spanische übersetzt wird. Ein Partner-Büro in Barcelona sammelt die Bewerbungen und trifft eine Vorauswahl, so dass zwischen drei und fünf Bewerber pro offener Stelle übrig bleiben. Die Bewerbungsgespräche führt der Unternehmer dann in Barcelona. Dort wird der ausgewählte Kandidat dann innerhalb von vier Monaten in der deutschen Sprache unterrichtet.

Die Region Katalonien habe man sich nicht ohne Grund für das Pilotprojekt ausgesucht, heißt es bei der „Europabrücke“. So sei sie von allen spanischen Gemeinschaften wirtschaftlich am erfolgreichsten. Man erhoffe sich außerdem, dass Menschen aus Katalonien sich in Bayern besonders leicht einleben.

In Barcelona soll die offizielle Einweihung der „Europabrücke“ stattfinden, sobald die ersten 50 Stellenanzeigen online sind. Die Organisatoren rechnen damit Anfang Dezember.

Von Michael Brandl
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