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Im Museum mobile präsentiert Audi sonst außergewöhnliche Autos morgen gibt es dort die Bilanzzahlen

Eine Bühne für den Vorstand

Ingolstadt
erstellt am 13.03.2018 um 21:29 Uhr
aktualisiert am 17.03.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Der morgige Donnerstag ist für Audi einer der wichtigsten Termine des Jahres: Der Vorstand präsentiert seine Bilanz vor Gästen aus der ganzen Welt. Erstmals nutzt man dazu die Sonderausstellungsfläche im Museum mobile, auf der sonst ganz außergewöhnliche Autos zu sehen sind.
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Ingolstadt: Eine Bühne für den Vorstand
Foto: Cornelia Hammer
Ingolstadt

Was haben James Bond, Nikita Chruschtschow, John F. Kennedy, Grace Kelly und andere Prominenz gemeinsam? Sie kamen alle schon in den Plänen von Stefan Felber vor, der sich intensiv um ihre fahrbaren Untersätze bemühte. Herausgekommen sind dabei über die Jahre fast 50 Sonderausstellungen im Museum mobile, das sich heuer im Sommer mit einer dem Namen nach perfekt passenden Schau "Urlaub" in dieses Jubiläum stürzt.

Zunächst aber steht ein ganz anderes Projekt an, in das Kurator Felber von Audi-Tradition nur insofern eingebunden ist, als dass seine Ausstellungsfläche betroffen ist. "Wir sehen uns ein bisschen als das Herz des Audi-Forums", sagt Felber. Deshalb freue er sich sehr, dass der gesamte Vorstand zu diesem so zentralen Termin das Haus beehre.

Aus elf Ländern reisen heute und morgen die rund 150 Journalisten und andere Gäste an, die dann am Donnerstag aus dem Mund von Audi-Chef Rupert Stadler, Finanzvorstand Alexander Seitz und den anderen Vorständen die Geschäftszahlen präsentiert bekommen. Online sind zudem Pressevertreter aus zwölf Ländern angemeldet und zugeschaltet. Besonders stark vertreten seien tatsächlich Zuseher aus Paraguay, St. Lucia und Panama, wie es gestern im Museum hieß.

Seit Freitag wurde die Bühne für die Jahrespressekonferenz in diesen Räumen bereitet - allerdings nur nachts, um den Museumsbetrieb nicht zu stören. Alles lief hier quasi so, als würde Felber eine seiner viel beachteten Ausstellungen einrichten (lassen). Er sah in den vergangenen Tagen die Überbleibsel seiner jüngsten Schau "Aluminium" verschwinden. Als letztes kamen die sehenswerten Grafiken ab, die in Alufolie künstlerisch verpackte Gegenstände zeigten: iPhone, Fußballschuh, Besteck, Zeppelin, Auto Union Avus, Dose, Leberkäsesemmel.

120 Stühle und entsprechend die Tische dazu sind für die Journalisten schon aufgebaut. Davor sitzt der Vorstand auf einem großen weißen Podium. Umgeben wird alles von einigen hochaktuellen Autos: als Highlights dem Audi e-tron, der gerade erst in Genf präsentiert wurde, und dem Audi Aicon (Showcar von der IAA).

Normalerweise stehen hier die Fahrzeuge im Mittelpunkt, die Felber immer wieder aus der halben Welt organisiert. Die erfolgreichste Schau war im Herbst 2005 eine mit Filmautos: Hier kam neben einem DeLorean (Zurück in die Zukunft), "Kitt" (Knight Rider), Herbie auch Bond, James Bond mit seinem Aston Martin DB 5 zum Einsatz - und die Erkenntnis für die Audianer: "Es tat uns gut, auch Fremdmodelle einzubauen ", sagt Felber.

Seine zweiterfolgreichste Schau hatte hohes politisches Gewicht: Staatskarossen (Frühjahr/Sommer 2008), als er einen Lincoln-Continental-Nachbau von JFK organisierte, dazu Autos, in denen die Queen, Papst Johannes Paul II. oder eben auch Chruschtschow kutschiert wurden. "Das ist gar nicht so schwer, wie man denkt. Manchmal reicht ein freundlicher Anruf", erzählt Felber über die Anbahnung einer Leihe bei Museen, Sammlungen oder Privatpersonen. Dazu braucht es aber das Versprechen (und die Absicherung per Versicherung), dass den Sammlerstücken auch nichts passiert.

Manchmal stoße man aber auch auf harte Brocken. Wie bei der Familie von Max Reisch, der 1936 eine Transasien-Expedition mit einem Steyr 100 realisierte. Der Wagen gehöre zentral zur Familie - so bekam es Felber zu hören. Erst nach einem intensiven Besuch vor Ort in Südtirol erhielt er doch das grüne Licht für das Leihgeschäft zur Ausstellung im Herbst 2008.

Über die Jahre hat sich Felber einige Wünsche erfüllt, was er außerhalb des reichhaltigen Fuhrparks von Audi, NSU und Auto Union (Rallyeautos und viele andere Legenden) zeigen möchte. Einen hat er schon wieder im Sinn: Ein Schwede soll den "313", den roten Kleinwagen Donald Ducks, nachgebaut haben. Fahrzeuge in Comics? Das wäre eine Überlegung. Aber zunächst hat der Audi-Vorstand die Bühne ganz für sich allein.

Von Christian Rehberger
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