Donnerstag, 13. Dezember 2018
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Baut der Konzern nach der Insolvenz noch das Kongresszentrum? Stadt und Audi hegen offenbar Zweifel

Druck auf Alpine

Ingolstadt
erstellt am 25.06.2013 um 20:39 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:22 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Die Pleite des österreichischen Bauunternehmens Alpine könnte nun auch Auswirkungen auf den Bau des Kongresszentrums und des Hotels auf dem Gießereigelände haben. Die Stadt will jetzt einen Beweis für die „Leistungsfähigkeit“ des Konzerns – und der dürfte schwer zu erbringen sein.
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Ingolstadt: Druck auf Alpine
Eingebunden in das historische Ensemble? So soll das Kongresshotel nach den bisherigen Planungen aussehen. Ob Alpine es nun bauen wird, ist nach seiner Insolvenz mehr als fraglich.
Kuehn-Malvezzi
Ingolstadt
„Sachstandsbericht zum wettbewerblichen Dialogverfahren zum Hotel und Kongresszentrum vor dem Hintergrund des Insolvenzantrags der Alpine Bau Deutschland AG“ – unter diesem sperrigen Titel fasste Oberbürgermeister Alfred Lehmann im gestrigen Stadtplanungsausschuss zusammen, was in den vergangenen Tagen für viel Aufruhr rund um die Baupläne auf dem Gießereigelände gesorgt hat: die Pleite des österreichischen Bauunternehmens und deren Auswirkungen für Ingolstadt.
 

Denn Alpine ist der Vertragspartner der städtischen Tochtergesellschaft IFG für den Bau des Kongresszentrums samt Hotel auf dem Gießereigelände. Und die IFG hat bereits einen Planungsauftrag in Höhe von 1,4 Millionen Euro an den Baukonzern vergeben. „Soweit derzeit beurteilbar“, sagte der OB im Ausschuss, seien diese vertraglich vereinbarten Leistungen von Alpine erbracht. Ein sechsstelliger Betrag werde allerdings derzeit noch einbehalten und sei noch nicht an Alpine ausgezahlt worden – „wegen unter Umständen bestehender Mängel“. Die Stadt hegt offenbar deutliche Zweifel daran, dass Alpine nun noch der richtige Vertragspartner ist – und auch Audi habe da Bedenken, sagt der OB. Der Autobauer hat bekanntlich großes Interesse an dem Kongresshotel und bereits feste Belegungszusagen gemacht.

 

Alpine soll nun bis Ende nächster Woche ein konkretes Angebot für das Hotel sowie dessen Betrieb und das Kongresszentrum vorlegen – und gleichzeitig einen „Beweis für seine Leistungsfähigkeit“ erbringen. Bis zum Ende der Wirtschaftsprüfung des Unternehmens in etwa drei Monaten will die Stadt nicht warten. Denn dadurch könnte der Zeitplan (Baubeginn Mitte 2014, Ende 2016) in Gefahr geraten. Und es scheint, als wolle die Stadt Druck machen – um sich eben im Ernstfall möglichst schnell nach einem neuen Partner umsehen zu können. Denn wenn das Unternehmen den Beweis für seine Leistungsfähigkeit nicht innerhalb dieser knappen Frist erbringt, erwägt die IFG eine „Beendigung des Dialogs“ – was nicht viel mehr heißt, als dass Alpine weder das Kongresszentrum noch das Hotel bauen wird, sondern eben ein anderes Unternehmen den Zuschlag bekommt. Die bisherigen Alpine-Planungen könnten dann von dem neuen Partner genutzt werden, da die Rechte an diesen Planungen bei der IFG liegen. „Wenn die erforderlichen Entscheidungen zeitnah erfolgen, können die Termine noch eingehalten werden“, sagte Lehmann.

Öffentlich diskutiert wurde die neue Situation nicht. Die Räte hatten zuvor hinter verschlossenen Türen darüber gesprochen – in der öffentlichen Sitzung verlas der OB lediglich die Erklärung. „Wir wollen nicht alles öffentlich diskutieren“, sagt er – „und in diesem wettbewerbsrechtlichen Verfahren dürfen wir das auch nicht.“

Von Katja Tölle
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