Dienstag, 11. Dezember 2018
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Mehrheit im Stadtrat: Das Sportbad wird auf dem Platz des alten ERC-Stadions an der Jahnstraße gebaut

Das Eis ist gebrochen

Ingolstadt
erstellt am 27.10.2011 um 21:58 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:05 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Seit gestern Abend steht fest: Schüler, Mitglieder des SC Delphin und alle anderen Wasserratten werden ihre Schwimmgewohnheiten kaum umstellen müssen. Das neue Sportbad mit 50-Meter-Becken kommt in unmittelbare Nähe des alten Hallenbades – auf die Fläche des Eisstadions.
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Ingolstadt: Das Eis ist gebrochen
Erfolgreich gekämpft: Dörte Maywald und Andrea Leister-Dittert (v. l.) warben stellvertretend für die Eltern der Innenstadtschüler bei den Stadträten um Unterstützung für den Standort Altstadt - Foto: Strisch
Ingolstadt
Im Ingolstädter Stadtrat gilt seit gestern eine neue Weisheit: Vor der Abstimmung ist die Abstimmung zur Abstimmung. Denn nach zwei Stunden Diskussion, in denen alles an Für und Wider der Standorte noch einmal durchgekaut wurde, musste man sich erst darauf einigen, wie denn überhaupt abgestimmt wird: Erst Innenstadt gegen Wonnemar? Oder doch für jeden Standort einzeln stimmen, damit eine eindeutige Mehrheit herauskommt? Nach intensiver Beratung vor der Tür durften die Stadträte die Hand für die vier Varianten einzeln heben – in dieser Reihenfolge: altes Hallenbad (bekam null Stimmen), am Freibad (elf), Wonnemar (zehn) und schließlich altes Eisstadion (mit 27 klarer Sieger).

Hinter den Stadträten lag damit, was SPD-Fraktionschef Achim Werner als „spannendste Abstimmung, seit ich im Stadtrat bin“ bezeichnete. Von ihm kam auch der Begriff „eine Sternstunde“, da jenseits des Fraktionszwangs „jeder mal abstimmen kann, wie er will“. Tatsächlich erhielten die Standorte quer durch alle Parteien Stimmen, weil auch die CSU ihren Vertretern freie Hand ließ. Was dem Umstand geschuldet war, wie Fraktionschef Joachim Genosko meinte, dass jeder Standort eben seine Vor- und Nachteile habe. Noch ein letztes Mal muss dazu Achim Werner zitiert werden: „Man könnte den Standort auch auslosen und würde nicht nur alles richtig oder falsch machen.“

Diese Sorge hatte im Endeffekt gar keiner mehr, dafür aber, in rechtliche Probleme zu geraten. Denn die Firma Interspa rührte als Betreiber des Wonnemar zuletzt ordentlich die Werbetrommel: Sie lud die Fraktionschefs am Montag sogar zur außerordentlichen Beiratssitzung ein. Neben Zahlen, was sich mit dem Neubau am Wonnemar angeblich durch Synergieeffekte einsparen ließe, stellte der Bäderbetrieb, wie zum Beispiel FW-Fraktionschef Peter Gietl andeutete, auch eventuelle rechtliche Kosequenzen in den Raum; falls das neue Bad woanders in einer bestimmten Form gebaut würde.

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Von Christian Rehberger
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