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Nach der Klausur: CSU-Fraktion will Naturraum und Erholungsgebiet mitten im Zentrum

Stadtpark an der Donau

Ingolstadt
erstellt am 12.03.2018 um 19:24 Uhr
aktualisiert am 19.04.2018 um 18:04 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Nach dem Willen der CSU-Fraktion soll im Herzen Ingolstadts an der Donau ein gut 500 Hektar großer Stadtpark entstehen. Weitere Parks sind geplant. Für die Millionenprojekte soll eine eigene GmbH gegründet werden, so das Ergebnis der jährlichen CSU-Klausur in Österreich.
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Ingolstadt: Stadtpark an der Donau
Pressekonferenz im CSU-Haus: Nach der Klausur im österreichischen Malta stellten (von links) die Stadträte Franz Wöhrl, Konrad Ettl und Dorothea Deneke-Stoll die Ideen der Fraktion vor. - Foto: Eberl
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"Landschaftsentwicklungs- und -pflege-GmbH": Der Name ist noch etwas sperrig, wie auch Dorothea Deneke-Stoll zugibt. "Vielleicht finden wir da noch was Besseres." Aber das Ziel ist klar: Angesichts der enormen Expansion in vielen Bereichen habe die stark wachsende Industriestadt Ingolstadt einen hohen Bedarf an Naherholungsgebieten bester Qualität. "Lebensqualität definiert sich nicht nur durch ökonomischen und sozialen, sondern auch durch ökologischen Wohlstand", so die CSU-Stadträte Deneke-Stoll, Franz Wöhrl und Fraktionsvorsitzender Konrad Ettl gegenüber der Presse.

Seit jeher sei es das Bestreben, die Donau stärker in die Stadt einzubeziehen. Beginnend mit der Landesgartenschau 1992, kamen im vergangenen Jahrzehnt mit dem Donaustrand im Konradviertel, der Aufwertung der Donaubühne und zusätzlicher Sitzstufen am Nordufer weitere Elemente hinzu. "Eine so stark wachsende Stadt wie Ingolstadt braucht aber weitere Naherholungsflächen", so die CSU. Dies gelte für die Landesgartenschau 2020, den Max-Emmanuel-Park im Süden Ettings, aber auch für einen Stadtpark Donau.

Zwischen den Hochwasserdämmen soll im Stadtzentrum die Lücke zwischen den Auwäldern geschlossen werden. Der geplante Donaupark umfasst gut 500 Hektar und soll in den nächsten sechs bis zehn Jahren entstehen. Die Kosten werden auf sieben bis zehn Millionen Euro geschätzt. Der Park soll naturverträgliche Einrichtungen für Besucher, Radfahrer und Bootswanderer bieten, die Ufer aufwerten und ein Naturerlebnis bieten. Auch ein Strand sei möglich. "Der Freizeit- und Siedlungsdruck ist groß, Naherholung wird immer wichtiger", betont Wöhrl. Wie Deneke-Stoll ergänzt, passe dies auch zur europäischen Donaustrategie. Sie sieht in dem Park ein enormes Entwicklungspotenzial und größere Chancen als durch die Landesgartenschau im Jahr 1992.

Die CSU-Stadtratsfraktion ist der Meinung, dass für ein solch großes Projekt mit diversen Teilabschnitten eine eigene Projektgesellschaft geschaffen werden sollte. Die Landesgartenschaugesellschaft sei ein gutes Beispiel für eine gelungene Umsetzung mit schlanken und effizienten Strukturen, so Ettl. Außerdem soll die Gesellschaft Fördermittel einwerben, so Deneke-Stoll. Ein Landschaftspflegeverband, wie er bekanntlich in vielen anderen Regionen Bayerns schon besteht und von vielen Fachleuten auch für Ingolstadt gefordert wird, hat laut Ettl durchaus seine Berechtigung - aber eher für Landkreise mit vielen Kommunen, nicht für eine kreisfreie Stadt wie Ingolstadt. Außerdem könne ein Verband keine so großen Parklandschaften entwickeln.

Stadtpark an der Donau
Eine Verbindung der Auwälder könnte ein Stadtpark an der Donau schaffen. Für die Entwicklung der gut 511 Hektar großen Fläche will die CSU-Fraktion eine eigene gemeinnützige GmbH gründen.
Geobasisdaten: Bayerische Vermessungsverwaltung
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Ähnlich den Landesgartenschauen will die CSU Bürger, Stadträte, Vertreter des Naturschutzes, der Land- und Forstwirtschaft, der Imker sowie weiterer Verbände mit einbeziehen. "Akteure und Grundbesitzer müssen mit im Boot sitzen", betont Wöhrl. Im Aufsichtsrat der geplanten GmbH säßen danach einerseits Stadträte (proportional nach Stärke) und der Umweltreferent, andererseits die Fachleute aus Landschafts- und Umweltverbänden. Die Ziele der Gesellschaft: Umsetzung naturschutzfachlicher Planungen und neue Projekte, Förderung der Kulturlandschaft, Schaffung eines Biotop-Verbundes, Erholung der Bürger, Stärkung der nachhaltigen Regionalentwicklung und der Umweltpädagogik sowie Zusatzeinkommen für die Landwirtschaft.

Neben einem Donau-Park könnte die Gesellschaft auch den geplanten Max-Emmanuel-Park nördlich von Audi und südlich von Etting als Stadtpark entwickeln. Die Größe des Areals beträgt zwischen 30 und 40 Hektar. Weitere Stadtteilparks im 2. Grünring im Norden der Stadt könnten darüber hinaus noch entstehen.

Von Bernhard Pehl
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