Sonntag, 18. November 2018
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Feuerwehr rettet Katze aus verrauchter Wohnung mit Sauerstoffmaske das Leben

Sie schnurrt schon wieder

Unterhaunstadt
erstellt am 08.11.2018 um 20:29 Uhr
aktualisiert am 12.11.2018 um 03:33 Uhr | x gelesen
Unterhaunstadt (DK) Einen Rettungseinsatz der besonderen Art erlebte die Berufsfeuerwehr bei dem Küchenbrand am Dienstagabend in einem Wohnblock in der Fichtestraße. Aus der qualmenden Wohnung holten die Beamten eine Britisch Kurzhaar und brachten sie zum tierärztlichen Notdienst in Beilngries. Mit Erfolg: Die Katze überlebte.
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Mit einer Inhalationsmaske rettete die Berufsfeuerwehr der etwa vier Monate alten Katze (in der Hand des Beamten) das Leben.
Mit einer Inhalationsmaske rettete die Berufsfeuerwehr der etwa vier Monate alten Katze (in der Hand des Beamten) das Leben.
Reiß
Unterhaunstadt
Die goldene Wärmedecke leuchtet in der Dunkelheit, der Feuerwehrmann beugt sich über die Verletzte und legt behutsam die Sauerstoffmaske an. Aber Menschen gibt es nicht zu versorgen, vor ihm liegt im Gras eine graue Katze, eine etwa vier Monate alte Britisch Kurzhaar. Ihr Geschwisterchen liegt daneben, für es kommt jede Hilfe zu spät.

Kurz zuvor: Dichter Qualm steigt aus den Fenstern des Wohnblocks, gegen 18 Uhr werden Mitbewohner auf Brandgeruch aufmerksam. Sie rufen die 112. Die Berufsfeuerwehr rückt mit 15 Beamten aus, und die Freiwillige Feuerwehr Haunstadt kommt mit genauso vielen Leuten. Drei Rettungswagen, ein Krankentransportwagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug vom Rettungsdienst des Bayerischen Roten Kreuzes sind ebenfalls vor Ort.
 
 
Mit schwerem Atemschutz bekämpfen die Feuerwehreinsatzkräfte den Brand. Sämtliche Bewohner haben den Gebäudetrakt bereits verlassen. Die Wohnung wird aufgebrochen. Die Feuerwehr löscht mit einem Strahlrohr den Brand. Die Ursache der Flammen: ein Kochtopf mit Öl auf dem eingeschalteten Herd. Die Räume sind von Ruß geschwärzt. Und mitten im Rauch: die beiden grauen Katzen.

"So etwas ist nicht unbedingt ein alltäglicher Einsatz. Aber man tut, was man kann", erzählt Brandamtmann Franz Hierl. Immerhin sei jeder Berufsfeuerwehrmann auch als Rettungsassistent ausgebildet - für Zwei- oder Vierbeiner. Und im Fall der Fälle kommt auch ein Kätzchen eine Atemmaske bei der Ersten Hilfe. Für die Nachversorgung ist die Feuerwehr trotz aller Ausbildung auf Profis angewiesen. Der Einsatztrupp ruft bei einer Tierarztpraxis in Ingolstadt an. Allerdings sei diese ab 19 Uhr geschlossen, heißt es am Telefon. Und der einzige Notdienst am Dienstagabend befindet sich in Beilngries, etwa eine halbe Stunde von Unterhaunstadt entfernt. "Es gibt einfach in Ingolstadt keine Tierklinik mit so viel Personal, dass sie 24 Stunden geöffnet ist", erklärt der städtische Umweltreferent und Veterinär Rupert Ebner auf Nachfrage die Problematik. Er war jahrelang als Tierarzt tätig.

Für das graue Kätzchen geht es am Dienstag in der Armbeuge eines Feuerwehrlers, in eine Decke eingewickelt, im Feuerwehrwagen in den Landkreis Eichstätt - zu Tierarzt Rüdiger Endt. "Drei Feuerwehrmänner saßen in dem Wagen. Einer von ihnen hat die ganze Zeit die Katze mit der Sauerstoffmaske beatmet", erzählt der Beilngrieser Mediziner. Der Zustand des Tieres sei soweit stabil gewesen, die stete Beatmung vermutlich seine Rettung gewesen. Endt verabreicht in seiner Praxis ein Medikament für die Niere, um das Gift aus dem inhalierten Rauch abzubauen, und eine Kortisonspritze. "Die Katze war sehr jung, höchstens vier Monate alt. Die andere starb wahrscheinlich an einer Rauchvergiftung", vermutet der Tierarzt. Über Nacht bleibt die kleine Britisch Kurzhaar in seiner Praxis, bis sie am nächsten Morgen von ihren Besitzern abgeholt wird.

Die Berufsfeuerwehr geht übrigens davon aus, dass die Katze jetzt noch sechs ihrer sieben Leben übrig hat.
Anna Hausmann
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