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IN-Tower am Nordbahnhof nimmt Gestalt an 80 Prozent der Luxuswohnungen sind bereits verkauft

Gute Aussichten

Ingolstadt
erstellt am 20.08.2017 um 20:51 Uhr
aktualisiert am 24.08.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Es ist ein Gebäude mit Alleinstellungsmerkmal: Zum ersten Mal entsteht in Ingolstadt ein sogenannter Wohnturm. Über 50 Meter hoch wird der IN-Tower am Nordbahnhof, der Ende 2018 fertig sein soll. Er bietet Platz für 80 Wohneinheiten. 80 Prozent der Luxuswohnungen sind verkauft.
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Ingolstadt: Gute Aussichten
Foto: DK
Ingolstadt

Jahrelang wurde in Ingolstadt über das "Hochhaus am Nordbahnhof", wie es zunächst in den politischen Gremien genannt wurde, diskutiert. Die erste Nutzung, die überwiegend Büroräume vorsah, stieß auf Kritik. 2014 übernahm die Investorengruppe 6b47, die Büros in Wien, Düsseldorf und Warschau betreibt, das Projekt. Im IN-Tower, wie er jetzt umgesetzt wird, dominiert die Wohnbebauung, nur das Erdgeschoss wird für Einzelhandel und Gastronomie vorgehalten. Baubeginn für das Großprojekt war im Juli 2016.

Momentan ist alles eine riesige Baustelle. Der sogenannte Sockelbau, jener L-förmige, bis zu fünf Stockwerke umfassende Teil des gut 9000 Quadratmeter großen Komplexes, ist im Rohbau fertig. Kürzlich wurde mit dem Turmbau begonnen. Der 50 Meter hohe Turm versteht sich städtebaulich als "Klammer zwischen dem neuen Bahnhofsgebäude und dem Glacis", heißt es in der Projektbeschreibung von ATP architekten ingenieure München. Das markante Gebäude akzentuiere die Eingangssituation zum Areal des Nordbahnhofs und werde für Bahnreisende künftig "zum Zeichen ihrer Ankunft in Ingolstadt". "Die Ästhetik des Turms basiert auf Balkonen, die sich wie bewegte horizontale Bänder auf fast zwei Kilometern Länge um den Turm legen", erläutern die Planer auf ihrer Homepage den Entwurf. Das Büro bekam 2014 im Realisierungswettbewerb für die außergewöhnliche Architektur den ersten Preis.

Die Inventio Projectpartner GmbH, die Marketing und Vertrieb des Großprojektes betreibt, drückt sich sehr viel unkomplizierter aus: "Wohnen über den Dächern der Stadt", heißt der einfache Slogan, mit dem sie den IN-Tower bewirbt. Rund 35 Millionen Euro hat der Bauherr, die Investorengruppe 6b47, in den exklusiven Wohnturm investiert. In der Höhe zu leben ist laut Inventio-Geschäftsführer Dietmar Windemuth wieder sehr attraktiv. "Das ist weltweit Trend", sagt er. Allein schon wegen der "Blickachse über die Stadt". So sind die Wohnungen im Tower die beliebtesten der ganzen Anlage. Die im 13. und 14. Stock sind schon verkauft. Nur das "Sahnestückchen" im obersten Stockwerk ist noch frei. Die Vier-Zimmer-Penthousewohnung mit knapp 118 Quadratmetern und zwei Bädern hat allerdings auch ihren Preis: Satte 939 900 Euro sind laut Invento-Homepage dafür veranschlagt.

Hatte der Hochhausbrand in London, bei dem Mitte Juni mindestens 80 Menschen ums Leben gekommen sind, Folgen für den Verkauf der Wohnungen im IN-Tower? "Wir haben da nichts gemerkt", sagt Windemuth. In London, betont er, habe es große Missstände beim Brandschutz gegeben. In Deutschland herrschten gerade in diesem Punkt extrem strenge Regeln. Windemuth ist sicher, dass man hier "ganz ganz sicher wohnen wird".

Auch die Krise in der Automobilbranche habe die Kauflaune der Ingolstädter bislang nicht geschmälert. Die luxuriös ausgestatteten 2- bis 5-Zimmer-Eigentumswohnungen bewegen sich in einem Preissegment zwischen 200 000 und knapp einer Million Euro. Jede Wohnung verfügt über Balkon oder Dachterrasse. "Die Wohnungen verkaufen sich konstant", betont der Geschäftsführer des Projektpartners. Die Anzahl derer, die eine Wohnung erwerben, um selbst darin zu leben, halte sich mit der Zahl derer, die die Immobilie als Geldanlage kaufen und vermieten, in etwa die Waage. "Wir haben ein eher anspruchsvolles Klientel", sagt Windemuth. Die Käufergruppe gebe "einen guten Querschnitt der Ingolstädter Bevölkerung".

83 Pkw-Stellplätze - davon einige mit Anschluss für Elektroautos - gibt es in der hauseigenen Tiefgarage, weitere 22 Parkplätze stehen laut Windemuth im hinteren Gebäudebereich oberirdisch zur Verfügung. Sie sollen, wenn das Projekt fertiggestellt ist, vor allem von den Kunden der Geschäfte und Gastronomiebetriebe genutzt werden.

Von Ruth Stückle
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