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Achtjährige aus einem Ingolstädter Vorort leidet an Autismus Großzügige Spenden machen Delfintherapie möglich

Viele Menschen mit Herz helfen Hanna

Ingolstadt
erstellt am 22.03.2017 um 20:11 Uhr
aktualisiert am 26.03.2017 um 03:33 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Die Anteilnahme und Resonanz waren überwältigend. Nachdem der Donaukurier im Oktober über das Schicksal der achtjährigen Hanna aus einem Ingolstädter Vorort berichtet hatte, wollten viele Menschen helfen. Ärzte hatten bei dem Mädchen frühkindlichen Autismus diagnostiziert, eine Delfintherapie soll ihm helfen. Die Großzügigkeit vieler Spender macht es jetzt möglich, dass Hanna im Juni mit ihren Eltern und ihrem Bruder tatsächlich zur Therapie nach Curacao fliegen kann.
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Ingolstadt: Viele Menschen mit Herz helfen Hanna
Hanna (8) leidet an frühkindlichem Autismus, eine Delfintherapie soll ihr jetzt helfen. - Foto: Richter
Ingolstadt

"Wir sind überwältigt und sehr dankbar für die große Unterstützung", sagt Hannas Mutter. "Die Leute sprechen mich immer noch an und wollen helfen, da schwingt eine unglaubliche Welle." Die Familie hätte es sich nicht leisten können, das Ganze selbst zu finanzieren - gut 13 500 Euro kostet eine solche Therapie, die Krankenkasse beteiligt sich nicht. Die gemeinnützige Einrichtung Dolphin Aid hatte im Herbst ein Spendenkonto eingerichtet, das sich bald füllte. Die Summe reicht sogar für eine Folgetherapie im Jahr darauf.

Das Geld wird streng zweckgebunden verwendet, das hatte Dolphin-Aid-Geschäftsführer Friedhelm Bröker im Oktober versichert; Betroffene kämen oft ein zweites Mal. "80 Prozent machen eine Folgetherapie, weil die erste erhebliche Fortschritte gebracht hat. In den 20 Jahren unseres Bestehens gab es keinen Fall, wo nicht eine bleibende Besserung eintrat", sagte er.

Hannas Eltern hoffen darauf, denn ihr Kind ist in der Pflegestufe 3, was Rund-um-die-Uhr-Betreuung bedeutet. Die Achtjährige kann nicht sprechen, zum Autismus kommen Epilepsie und eine Entwicklungsstörung in der Motorik, Sprache und Wahrnehmung hinzu. Sie muss Windeln tragen, erkennt Gefahren nicht und liegt nachts oft schlaflos im Bett. "Man kann sie keine Minute allein lassen", sagt die Mutter. Im Haus ist Risikominimierung angesagt. Ein Gitter am Ofen verhindert, dass sie sich an der heißen Sichtscheibe brennt, die Küche bleibt versperrt. "Sie würde uns den Kühlschrank ausräumen", sagt der Vater. In der Schule braucht das Mädchen Individualbegleitung mit Dauerbetreuung.

Hannas Familie geht mit der Situation vergleichsweise gelassen um, aber die Belastung wächst, je älter die Tochter wird. Die Delfintherapie soll nun Besserung bringen. "Wir erwarten uns, dass unsere Tochter besser mit ihrer Umwelt in Kontakt treten kann und vielleicht auch anfängt zu sprechen", sagt ihre Mutter. "Das wäre eine große Erleichterung für uns und für sie."

Von Horst Richter
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