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Engagierter Bahnfan kämpft dafür, dass endlich mehr ICE-Züge in Ingolstadt halten

Bitte umsteigen!

Ingolstadt
erstellt am 12.12.2011 um 20:08 Uhr
aktualisiert am 31.01.2017 um 20:07 Uhr | x gelesen
Ingolstadt (DK) Robert Schumacher ist begeisterter Bahnfahrer. Und das lässt er sich auch nicht austreiben, obwohl er besonders an den ICE-Verbindungen in Ingolstadt vieles auszusetzen hat. Als langjähriger Berufspendler weiß der Rechtsanwalt schließlich sehr genau, wovon er redet.
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Ingolstadt: Bitte umsteigen!
Vielfahrer Robert Schumacher rennt bei vielen Bahnkunden offene Türen ein, wenn er fordert, dass der ICE eine Großstadt wie Ingolstadt nicht links liegen lassen darf. Viele Schnellbahnzüge fahren vorbei.
Ingolstadt
„Ich bin vor etwa einem Jahr nach Nürnberg umgezogen“, berichtet er dem DK. Der Grund war nicht zuletzt das tägliche Hin und Her zwischen dem Wohnort Ingolstadt und dem Arbeitsplatz in Nürnberg. Mehrere Jahre war Schumacher Bahnpendler. „Man ist auf den ICE angewiesen“, sagt er, denn die Nahverkehrszüge seien häufig überfüllt, gerade in den für Pendler wichtigsten Zeiten. Der kritische Bahnfan ist in Ingolstadt aufgewachsen und zur Schule gegangen. Er hat den Beginn des ICE-Zeitalters mit großem Interesse verfolgt.

Die Premiere fand am 29. Mai 1995 statt, als der ICE 821 „Main-Kurier“ auf dem Weg von Frankfurt nach München den ersten fahrplanmäßigen Stopp in der Schanz einlegte. Die Fahrt in die Landeshauptstadt kostete damals übrigens 32 Mark.

Das Zeitalter der Superschnellbahn brachte Ingolstadt zweifellos einen Fortschritt. Doch die Chancen, die dieses Verkehrsmittel bietet, werden bei weitem nicht genutzt, findet Schumacher. Größter Kritikpunkt: Seit 2007 halten nicht mehr alle Schnellbahnen, die auf der Hauptstrecke zwischen Nürnberg und München fahren, am Ingolstädter Hauptbahnhof. Besonders gravierend sei die Verschlechterung auf der Linie 41 München-Nürnberg-Frankfurt-Köln-Essen, die Ingolstadt links liegen lässt. „An dieser Situation hat sich bis heute leider nichts geändert“, beklagt Schumacher. „Das ist ganz blöd, wenn man zum Beispiel von Ingolstadt nach Frankfurt fahren will.“

Die Deutsche Bahn behandle den Knoten Ingolstadt stiefmütterlich. „Es ist schon ziemlich eigenartig und im deutschlandweiten Vergleich völlig unüblich, dass ein ICE nicht in einer Großstadt hält, sondern einfach durchfährt.“ Sicher könne ein Fernverkehrszug, der schnell sein muss, nicht überall stoppen. Doch der Jurist bezweifelt die Wirtschaftlichkeit eines Fahrplanes, der etwa zwischen Köln und Frankfurt ICE-Halte in kleineren Städten wie Siegburg, Montabaur oder Limburg vorsieht, während der Hauptbahnhof Ingolstadt leer ausgeht.

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Von Reimund Herbst
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